Verrückte Träume

KREIS KLEVE. „Viel Spaß auf Asderon“, wünscht Svenja Janssen. Sie hat es in den Buchdeckel geschrieben. Das Buch – Die Seelen von Asderon – ist Janssens Erstling.

Kapitel 1

Da sitze ich jetzt, schlage das Buch auf. „Kapitel 1, Asderon 1915“, steht da.
„Ich stehe auf der Beobachtungsplattform, dem Auge von Asderon, und richte meinen Blick auf die Erde. Der Krieg tobt nun schon ein ganzes Jahr. Das Benehmen der Menschen ist unterirdisch. Immer mehr Länder mischen bei diesem sinnlosen Töten mit. Wie konnten die Leben nur so außer Kontrolle geraten?“
„Ich sehe Bilder, wenn ich schreibe“, sagt Janssen. Dann erzählt sie die Geschichte dieses Buches. Immer wieder habe sie geträumt und irgendwann gedacht: ‚Das musst du mal aufschreiben.‘ Verrückte Träume – so hat es angefangen und dann hat das Schreiben nach ihr gegriffen …

Zwei Jahre

Zwei Jahre hat es gedauert, bis „Die Seelen von Asderon“ fertig war. Erster Leser: „Mein Mann Peter.“ Erster Kommentar: „Du bist verrückt.“ Wer Svenja Janssen beim Erzählen zusieht, muss irgendwie an Kempowskisätze denken: „Verrückt, aber gut verrückt.“ Bewunderung im Hintergrund. Bewunderung, dass eine sich hinsetzt und gleich eine ganze Welt erfindet – mit allem, was dazu gehört. ‚Fantasy‘ ist eine Schublade, aber Janssen hat nichts dagegen. Sie selbst würde ihren Erstling ebenda einordnen.
„Ich öffne schreckhaft die Augen, als der Wecker laut klingelt. Ich stelle ihn aus und kuschele mich in die warme Bettdecke, es ist definitiv zu früh, um aufzustehen.“ (Kapitel 15)
„Manchmal höre ich Musik, bevor ich mit dem Schreiben anfange“, erzählt Janssen. Und manchmal, wenn nach dem letzten Kapitel ein bisschen Zeit vergangen ist, setzt sie sich hin und liest, was zuletzt geschah: den Faden aufnehmen.

Überblick

Wenn Frau eine Welt erfindet, ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Die meisten Charaktere hat sie im Kopf, aber es gibt auch „Steckbriefe“. Nichts wäre schlimmer als sich im eigenen Schreiben zu verheddern.
„Die Seelen von Asderon“ ist ein Buch im Selbstverlag. Janssen hat sich auch um das Cover selbst gekümmert. „Das Buch ist bei Amazon zu haben, aber mittlerweile nehme ich auch Kontakt zu Buchhandlungen auf. Ich muss all das erst einmal lernen“, sagt sie. Man merkt, dass es ihr ernst ist mit dem Schreiben. „Natürlich wäre es schön, wenn Menschen das Buch mögen und kaufen, aber ich würde auch weiter schreiben, wenn das nicht so wäre.“ Sie würde nicht nur. „Der zweite Teil ist fertig und gerade im Korrektorat. Ich denke, er wird im September erscheinen“, sagt Janssen. Über den Titel möchte sie noch nichts verraten.
Ein ziemlich straffe Taktung, denkt man: Der erste Teil ist gerade einmal drei Wochen auf dem Markt. Und: Der dritte Teil ist schon in Arbeit. „Ich denke, der wird im kommenden Frühjahr erscheinen.“

Zwei Freundinnen

Außer ihrem Mann lesen auch zwei Freundinnen das, was Svenja sich ausgedacht hat. „Die sind ehrlich zu mir. Die sagen mir ihre Meinung“, ist Janssen sicher und dankbar, denn „Kritik bringt mich weiter. Ich kann daraus lernen.“ Kurze Pause: „Aber natürlich ist auch ein Lob etwas ganz Tolles.“
Wie sieht es mit Lesungen aus? „Wenn Corona mal vorbei ist, würde ich das sehr gern machen.“ Janssen schreibt zwar Fantasy, steht aber ansonsten mit den Beinen fest auf dem Boden. „Die Menschen müssen ja erst einmal wissen, dass es meine Bücher überhaupt gibt“, sagt sie. Damit das passieren kann, ist es heutzutage wichtig, einen Platz im Netz zu bieten: Facebook, Instagram. „Vielleicht können Sie ja auf meine Seite verweisen: svenja.janssen_books.“ Natürlich gibt es auch eine Nummer zum Buch: ISBN 9798647039439. „Die Seelen von Asderon“ kostet 11,90 Euro. Wieso eigentlich nicht 12 Euro? „Zwölf Euro“, sagt Janssen, „hat sich nicht richtig angefühlt.“

Klappentext

Darf man spoilern? Natürlich nicht. Aber da wäre der Klappentext:
Als neugeborene Skalene hat Elyza die Verantwortung für alle Seelen, sowohl auf Asderon, als auch auf der Erde. Gerade als sie den vollen Umfang ihres Schicksals erfährt, wird ihr klar, dass sie sehr viel mehr sein muss, als nur eine normale Anführerin.
Ihr wird bewusst, dass ein Kampf mit den verdorbenen Seelen unumgänglich ist. Ein Kampf in einem Krieg, den sie nicht begonnen hat.
Dennoch ein Krieg, den nur sie zu beenden vermag.

Die Zeit zwischen den Träumen

Natürlich verrät ein weiterer Text auch ein bisschen was über die Autorin: Svenja Janssen lebt mit ihrem Mann und ihrem Sheltie Collin am Niederrhein. […] Die Zeit zwischen ihren Träumen verbringt sie mit Mann und Hund in der Natur oder mit einer heißen Schokolade samt Sahne und einem guten Buch auf der heimischen Couch.
Von Beruf ist Svenja Janssen Managementassistentin in einer Steuerkanzlei. Aber wer weiß – vielleicht wird sie irgendwann vom Schreiben leben. Fest steht: Sie kann längst nicht mehr ohne. „Dieses Gefühl, wenn ein verrückter Traum zu einer ausgeschriebenen Geschichte wird und der Text auf dem Bildschirm zu einem richtigen Buch, das man plötzlich in der Hand hält – unbeschreiblich“, schreibt sie auf am 10. Juni Facebook. Fünf Tage vorher: „Ich freue mich riesig!!! Das Taschenbuch ist endlich fertig und ab sofort auf Amazon erhältlich. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen und freue mich auch weiterhin auf euer Feedback.“ Na denn …