KREIS KLEVE. Traditionell lädt der Kreisverband Kleve für Heimatpflege, eine Vereinigung von derzeit 65 Heimat-, Geschichts-, Verkehrs-, Gartenbau- und Naturschutzvereinen im gesamten Kreisgebiet, zum Tag der offenen Gartentür ein. Während die ebenso traditionellen Gartenwettbewerbe in diesem Jahr wegen der Corona-Krise entfallen, haben sich doch einige Gartenbesitzer gefunden, die mitmachen und am Sonntag, 28. Juni, in ihre privaten Gartenparadiese einladen.

Freuen sich auf die Aktion: Josef Jörissen (l.) und Bernhard Lohmann vom Kreisverband für Heimatpflege. (NN-Foto: Rüdiger Dehnen)

Fachsimpeln, Ideen sammeln und der Austausch stehen wie immer im Mittelpunkt der Aktion. Man kann aber auch einfach nur vorbeischauen und – mit dem gebotenen Abstand – einfach die wunderschöne Vielfalt genießen. Dass Gärten und grüne Rückzugsorte wieder mehr im Trend liegen, freut Josef Jörissen und Bernhard Lohmann. Der stellvertretende Vorsitzende und der Schatzmeister des Vereins freuen sich sehr, dass sich auch in diesem Jahr rund 20 Gartenbesitzer bereit erklärt haben, Interessierten Einblicke zu gewähren.

Viel Abwechslung auf 900 Quadratmeter Garten

Einer von ihnen ist Nicolai Sawitzki. Der 31-jährige Hobby-Gärtner, der seine Leidenschaft fürs Grün von seinem Opa „geerbt“ hat, zeigt in seinem Schmuckstück am Kirchenacker 22 in Niedermörmter, wie vielseitig ein Garten sein kann. Auf dem 900 Quadratmeter großen Grundstück findet man vom kleinen Gartenteich mit gemütlicher Sitzbank unter der Weide über die wilde Naturwiese bis zum Gewächshaus mit Gemüseanbau alles, was die Herzen von Gartenfreunden höher schlagen lässt. Eine Banane sorgt für Exotik, fürs Rustikale der Terrassenvorbau aus alten Dachstuhlbalken.

Prächtiger Blauglockenbaum

Besonders stolz ist Nicolai Sawitzki auf den Blauglockenbaum. Die auch Kaiserbaum genannte Pflanzenart aus der Gattung der Paulownien ist eigentlich in China beheimatet und zeichnet sich, neben der prächtigen Blüte, unter anderem durch seine Anspruchslosigkeit und das schnelle Wachstum aus. „Er soll auch besonders gut die Luft reinigen“, weiß Sawitzki und würde sich freuen, wenn sich möglichst viele Gartenbesitzer von seiner Begeisterung anstecken ließen.

Statement gegen die „Gärten des Grauens“

Für Jörissen ist die offene Gartenpforte auch mit einem klaren Statement gegen die „Gärten des Grauens“ verbunden. Gemeint sind damit die Vorgärten aus Beton, Stein und Kies, die zwar pflegeleicht, dafür aber nicht mehr zeitgemäß sind. „Wir werben mit dieser Aktion natürlich auch für die Schönheit der Natur“, unterstreicht er. Zwar nehme er durchaus wahr, dass immer mehr Menschen auf die Steinwüsten verzichten, „aber wir sind bei weitem noch nicht durch das Tal“, sagt er.

Auch der Klimawandel und die damit einhergehende Anpassung der Flora sind für ihn Themen, zu denen man sich prima austauschen könne. „Das ist eigentlich das Interessanteste an dieser Aktion – sowohl für die Gartenbesitzer, als auch für die Besucher“, findet er.

Alle Infos zum Tag der offenen Gartentür gibt es unter www.heimatpflege-kreiskleve.de. Ob in diesem Jahr ein kleines Eintrittsgeld genommen, ein Sparschwein aufgestellt oder der Zutritt kostenfrei ist, bleibt übrigens den Gartenbesitzern überlassen.

Die Teilnehmer
Bedburg-Hau: Kanter, Hauer Straße 13; Haus Eyl, Schlenk 14; Schoofs, Friedenstraße 34; Museum Schloss Moyland; Geldern: Spolders, Dämmerstraße 10a; Kalkar: Elbers, Hasenkamp 8; Hagman-Thomas, Neulouisendorfer Straße 62; Krebbers, Grabenstraße 104; Lucas, Spickstraße 72; Minten, Spickstraße 47, Paessens, Monrestraße 74, Remy, Griether Straße 31; Sawitzki, Kirchenacker 22; van Laak, Buschweg 115; Soeterbroek/Bazelmans, Theodor-Franken-Straße 56; Kevelaer: Daelgarten, Im Vogelkamp 5; Kleve: Theinert, Frankenstraße 19; Deckers, Kranichweg 2; Straelen: Tennagels, Herscheler Weg 7; außerhalb des Kreisgebiets: Kloster Kamp, Abteiplatz 13, Kamp-Lintfort; Jentjens, Krefelder Straße 148, Meerbusch-Osterrath