„Stadtradeln“ und weitere Baustellen in Geldern

Stadt stellt Teilnahme an der Aktion „Stadtradeln“, Fahrradstraße und weitere „Baustellen“ vor

Stadtradeln Fahrradstraße Geldern
Von Gelderns erster Fahrradstraße sind Tim van Hees-Clanzett, Heinz-Theo Angenvoort und Sven Kaiser (v. l.)absolut überzeugt. NN-Foto: MB

GELDERN. Das Fahrrad ist in Geldern fester Bestandteil des Stadtbildes. „Im Tourismus und in der Freizeit läuft es schon sehr gut“, weiß Heinz-Theo Angenvoort von der Stabsstelle Umwelt, Klima, Mobilität und Nachhaltigkeit bei der Stadt. „Wir möchten das Rad nun auch als Alltagsverkehrsmittel etablieren.“ Die soll mit einer Fahrrad-Offensive umgesetzt werden. Ein Baustein sind Fahrradstraßen – die erste gibt es auf der Bahnhofstraße –, ein anderer die Teilnahme der Stadt Geldern an der bundesweiten Aktion „Stadtradeln“.

Bürgermeister Sven Kaiser, Erster Beigeordneter Tim van Hees-Clanzett und Angenvoort haben die Aktion nun vorgestellt und dabei gleich einen Blick auf weitere „Baustellen“ im Umfeld der Gelderner Innenstadt geworfen. Natürlich ist das Rad für eine solche Tour das Fortbewegungsmittel der Wahl. „In einem Radius von 3,5 Kilometern um den Marktplatz ist das Fahrrad mindestens so schnell wie der Pkw“, ist Angenvoort überzeugt. Damit dies auch bleibt, „wollen wir die Voraussetzungen schaffen“.

Die erste Fahrradstraße in Geldern auf der Bahnhofstraße zwischen Bahnhof und Kreuzung Süd-/Westwall dient dazu als eine Art Teststrecke. Bis mindestens Ende des Jahres will die Stadt hier durch Verkehrszählungen, aber auch Vor-Ort-Präsenz ermitteln, wie die Straße bei den Bürgern ankommt. Ab Juli sollen dann auch die Umbauarbeiten auf dem Abschnitt der Bahnhofstraße in Richtung Marktplatz starten. In der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 24. Juni wird dann auch die Neugestaltung der Issumer Straße thematisiert.

„Radar“-App ergänzt „Stadtradeln“-Aktion in Geldern

Zum „Stadtradeln“ stellt die Verwaltung der Stadt Geldern einen besonderen Service bereit: Mit der kostenlosen App zur Aktion ist eine „Radar“-App verknüpft, in der jeder Nutzer Mängel melden kann, die ihm während einer Radtour auffallen – vom Schlagloch bis zur defekten Ampel. Die Meldungen landen bei Angenvoort. „Dann müssen wir schauen, ob wir kurzfristig reagieren müssen oder ob es sich vielleicht um eine Geschichte handelt, die bereits in der Planung ist.“ Die Radar-App hat die Stadt für drei Jahre gebucht, „so lange wollen wir dieses Angebot auch nutzen und den Bürgern eine gute Plattform bieten“, sagt Angenvoort.

Mit der Fahrrad-Offensive verfolgt die Stadt Geldern – neben der CO2-Einsparung – außerdem das Ziel, von der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS) als „fahrradfreundliche Stadt“ zertifiziert zu werden. „Dies streben wir noch für das laufende Jahr an“, erläutert Tim van Hees-Clanzett.

„Baustelle“ Kapuzinerplatz: Umgestaltung beginnt bald

Eine weitere „Baustelle“ ist der Kapuzinerplatz. Hier soll die Umgestaltung des Platzes noch im Sommer beginnen. Bereits am kommenden Montag starten die Arbeiten auf der Heilig-Geist-Gasse. Vom Kapuzinertor bis zum Markt soll ein einheitlicher Bodenbelag verlegt werden. „Wenn man künftig den neuen Edeka-Markt verlässt, wird man durch die Gestaltung des Pflasters in Richtung Innenstadt geführt“, erläutert van Hees-Clanzett. Stichwort Edeka-Markt: Hier liegen die Arbeiten weiter im Plan, für November ist die Übergabe vorgesehen. Nächste Station: das Ja-Hotel. Hier hat Corona-Krise zu einer gewissen Verzögerung geführtNun soll zwischen Ende Juni und Anfang Juli eröffnet werden. Die Arbeiten am Ärztehaus am Südwall sind laut van Hees-Clanzett in vollem Gange und im Zeitplan. Hier soll die Stadtlinie SL9 eine eigene Haltestelle bekommen.

Kreisverkehr Ostwall wird mit 70 Prozent gefördert

Für den geplanten Kreisverkehr am Ostwall hat die Stadt Geldern eine Zusicherung der Bezirksregierung über eine Förderung von 70 Prozent; die Gesamtkosten sind mit 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Erste Entwurfsplanungen liegen vor. „Wenn alles gut läuft, könnten die Arbeiten schon Ende des Jahres starten“, sagt van Hees-Clanzett, tritt aber gleichzeitig auf die Bremse: „Wir haben noch einige andere Baustellen, daher wird es wohl eher Frühjahr 2021.“ In Kombination mit den umliegenden Neubauten soll der Kreisverkehr „nicht nur einen verbesserten Verkehrsfluss bieten, sondern auch ein Gestaltungselement sein, ein harmonisches Stadtbild vermitteln“, sagt van Hees-Clanzett.

Die Sportplatz-Entwicklung am Holländer See ist Thema in der nächsten Sitzung des Sportausschusses am 17. Juni. Es geht um eine neue Heimt für Rot-Weiß Geldern, das seinen Platz am Brühl wegen geplanter Wohnbebauung verliert. Für das Grundstück am Nierspark – Ecke Baersdonker Feuerwehr gibt es einen Interessenten. Gespräche laufen, erste Pläne wurden im nicht-öffentlichen Teil des Ausschusses zur Entwicklung des Niersparks (AEN) vorgestellt.