Neue Unterkunft für
die Johanniter in Emmerich

Spedition Convent unterstützt Gruppe anderthalb Jahre nach Reaktivierung

Emmerich Johanniter
Anke Steigerwald und Dania Stempel übergeben die Spende der Spedition Convent an Pascal Wieners (v. l.) von den Johannitern Emmerich. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

EMMERICH. Eine gefühlte Ewigkeit waren die Johanniter ein gewohnter Anblick in Emmerich. Doch schwindende Mitgliederzahlen führten dazu, dass die Helfer für mehr als zehn Jahre nicht mehr in der Hansestadt präsent waren – bis vor etwa anderthalb Jahren. Sechs ehemalige Malteser haben die Gruppe reaktiviert. Nun haben die Johanniter Emmerich zudem ein eigenes Domizil gefunden, dank der Unterstützung der Spedition Convent.

Seit ihrer Reaktivierung haben die zehn Helfer regelmäßige Fortbildungen in einem Raum der evangelischen Familienbildungsstätte durchgeführt. „Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar. Aber es war nicht immer einfach, da eine Vielzahl der benötigten Materialien dort nicht gelagert werden konnten“, erläutert Standortleiter Pascal Wieners. Zudem sei es schwierig, ohne eigene Anschrift effektiv neue Mitglieder zu gewinnen.

Diese Unterkunft ist nun gefunden, in einem 150 Quadratmeter großen ehemaligen Schulungsgebäude auf dem Gelände von Convent an der Duisburger Straße, den die Spedition kostenlos zur Verfügung stellt. Der Kontakt zwischen den Johannitern und Convent kam durch Prof. Dr. Joachim van Alst zustande. Der Chefarzt im Emmericher St.-Willibrord-Spital hatte nach dem Neustart der Gruppe für eine Notfallübung am Krankenhaus angefragt. „Das hat super funktioniert“, erinnert sich Wieners. Und van Alst sei vom Engagement der Johanniter so begeistert gewesen, dass er sich den Helfern anschloss. „Er hatte dann auch die Idee für die neue Unterkunft“, sagt Wieners.

Corona wirft Zeitplan der Johanniter zurück

Johanniter Emmerich
Die Mitglieder der Johanniter-Gruppe packen bei der Renovierung ihrer neuen Unterkunft kräftig mit an.
NN-Foto: Rüdiger Dehnen

Inzwischen sind die Johanniter aus der Familienbildungsstätte in Emmerich ausgezogen, der Einzug an der Duisburger Straße steht aber noch aus. „Corona hat uns mächtig zurückgeworfen“, sagt Wieners. Zunächst sollten die Arbeiten im Sommer abgeschlossen sein, nun werde es noch mindestens drei bis vier Monate dauern. „Wir sind zwar zu 70 Prozent fertig, aber es ist immer noch viel zu tun“, sagt Wieners. So müssen die Decken- und Bodenbeläge erneuert, die Küche und Toiletten modernisiert und viele weitere Kleinigkeiten erledigt werden. Doch die Helfer sind sichtlich motiviert. „Das alte Schulungsgebäude ist optimal für unsere Zwecke, und die gemeinsame Arbeit bei der Renovierung schweißt die Truppe erst richtig zusammen“, freut sich Wieners. Die Einweihungsfeier ist für das nächste Jahr geplant.

Die Emmericher Johanniter sind derweil viel im Einsatz. Mit ihrem alten Mannschaftstransportwagen – „solange er läuft, reicht er für unsere Zwecke“, sagt Wieners – sind sie im Zuge der Corona-Testung für den Kreis Kleve unterwegs, und gestern verteilten sie Hygieneschutzartikel an Krankenhäuser und andere Einrichtungen.

Neues Projekt „Johanniter Sternstunden“ in Emmerich

Mit den „Johanniter Sternstunden“ verfolgen die Emmericher Helfer noch ein weiteres Projekt (mehr dazu hier). Anästhesist van Alst hatte auch hierzu die Idee, diese am Niederrhein zu etablieren. Hierbei geht es darum, Schwerstkranken in den letzten Lebensmonaten noch einen Wunsch zu erfüllen – sei es die Begleitung in den Zoo, ein Eis an der Rheinpromenade essen oder zum Beispiel ein letztes Mal das Elternhaus besuchen. All diese Wünsche sollen einfach und unkompliziert in Erfüllung gehen. „Die ersten beiden Wünsche konnten wir bereits erfüllen, einen dritten – der Besuch des Musicals ‚Starlight Express‘ – mussten wir wegen Corona leider absagen“, erzählt Wieners. Sobald wie möglich sollen aber weitere Wünsche folgen und erfüllt werden.

Auch die Belegschaft der Spedition Convent unterstützt dieses Vorhaben, so dass nun ein Scheck in Höhe von 800 Euro überreicht werden konnte. Das Geld wird dazu benötigt, einen Krankenwagen zu beschaffen und auszustatten, welcher für die „Sternstunden“ an die Bedürfnisse Schwerstkranker besonders angepasst ist. „Derzeit leihen wir uns noch einen Wagen von den Kollegen aus dem Kreis Kleve“, sagt Wieners. Die Fahrt findet maximal einmal im Monat statt. „Sie soll nicht ‚standardisiert‘ werden“, erläutert Wieners. Soll heißen: Jede Fahrt soll individuell vorbereitet und durchgeführt werden, inklusive eines kleinen Rahmenprogramms.

Um all dies zu ermöglichen – vor allem die Anschaffung des Krankenwagens –, sind die Johanniter auf weitere Unterstützung angewiesen. Ein Spendenkonto wurde hierzu eingerichtet. Infos dazu und zur Emmericher Gruppe gibt es per E-Mail an pascal.wieners@johanniter.de.