Kathrin Krystof und Mario Paufler bilden die neue Doppelspitze im Vorstand der Gocher Grünen. NN-Foto: CDS

GOCH. Erstmals haben sich die Gocher Grünen bei den Wahlen zum Parteivorstand eine Doppelspitze gegeben (die NN berichteten). Eines stellen die beiden neuen Vorsitzenden Mario Paufler und Kathrin Krystof im Gespräch mit den NN aber gleich klar: „Der Vorstand begleitet und moderiert, er gibt nicht die Richtung vor.“ Die Mitglieder sollen eingebunden, ihre Mitarbeit gebündelt werden, denn alle brächten verschiedene Talente mit. Darin sehen Paufler und Krystof ihren gemeinsamen Schwerpunkt.

Die Doppelspitze sei der „Generationenwechsel“ nach Hilde Fielenbach-Hensel gewesen. Sie hatte sich nach 30 Jahren Vorstandsarbeit nicht mehr zur Wahl gestellt. „Als sie uns das Sig­nal gab aufhören zu wollen, da konnten wir uns vorstellen, die Arbeit fortzuführen.“ Von gro­ßem Vorteil sei gewesen, dass beide schon seit fünf Jahren bei den Fraktionssitzungen dabei waren, ohne zum Vorstand zu gehören.

Urgrüne Themen

Mario Pauflers großes Thema ist die Umwelt: „Die Sprachlosigkeit der Gesellschaft dazu, wie man mit der Umwelt umgeht, ist mir unbegreiflich.“ Das sei sein Antrieb gewesen, 1997 bei den Grünen einzutreten. Die nieder­rheinische Landschaft pflegen, Ausgleichsflächen schaffen und „die Stadt Goch dazu zu bringen, dass man Wert darauf legt“, das sind Dinge, die ihm am Herzen liegen. Schon berufsbedingt – Kathrin Krystof ist Lehrerin an der Gesamtschule Forstgarten in Kleve – ist ihr Steckenpferd der Bereich der Bildung: „Kinder sind unsere Zukunft, gerade zu Corona-Zeiten müssen wir darauf den Schwerpunkt legen und schauen, wie man jedes Kind mitnehmen kann“. erklärt sie. „Wir ergänzen uns gut“, sind sich Mario Paufler und Kathrin Krystof sicher.

„Gelunge Mischung“ im Vorstand

Soziales und Frauenpolitik gehören selbstverständlich auch zum urgrünen Themenkreis. Vor allem bei letzterem hat sich Hilde Fielenbach-Hensel engagiert; diese Arbeit werde „auf mehrere Schultern verteilt“ fortgesetzt. Der neue Vorstand sei eine „gelungene Mischung aus alten Hasen und jungen Leuten.“ Klaus Kollings, Gründungsmitglied der Gocher Grünen, ist Kassierer. Anne Peters, die schon in vielen Gremien wie Rat oder Kreistag vertreten war, bringe als Beisitzerin Erfahrung ohne Ende mit. „Sie wird uns vermitteln, wie wir manche Themen anpacken müssen“, erklären Paufler und Krystof. Beisitzer Sven van Heek, ist mit seinen 18 Jahren ein junger Lokalpolitiker im Vorstand. Er besucht die Gaesdonck und ist Schatzmeister sowie der politische Geschäftsführer der Grünen Jugend im Kreis Kleve. „Er ist das Gesicht der Fridays for Future-Bewegung“, so Kathrin Krystof und fährt fort: „Es ist schön, jemanden dabei zu haben, der mitverantwortlich dafür ist, dass die Grünen so einen Höhenflug haben.“

„Wir werden lauter sein“

Dass die politische Arbeit in Corona-Zeiten anders abläuft, als gewohnt, ist längst klar. „Wir hatten im Vorfeld regelmäßige Treffen, Diskussionen und unseren Stammtisch im Green Gate Café – und dann kam Corona“, berichtet Mario Paufler. So wich man kurzerhand auf Videotelefonie aus. Hektik ist trotzdem nicht angesagt; man habe genügend Kandidaten für die Aufstellungsversammlung am 5. Juni im Kastell und man liege im Zeitplan. Aber: „Straßenwahlkampf fällt in diesem Jahr aus, da müssen wir uns etwas überlegen.“ Für die Ratsarbeit sehen sich die Grünen in Goch gut gerüstet: „Wir werden im neuen Rat einiges bewegen können, weil wir Expertise in allen Bereichen mitbringen, wir werden lauter sein“: erklärt Paufler.