GOCH. Im Museum Goch erwartet die Besucher bis zum 13. September die Ausstellung „August Deusser. Kunst für immer – und immer nur Kunst!“

Eine offizielle Eröffnung der Ausstellung kann coronabedingt leider zur Zeit nicht stattfinden. Die Besucher werden gebeten, die allgemeinen Hygienevorschriften zu beachten. Im Museum besteht Maskenpflicht, auch ist die Anzahl der Besucher begrenzt. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog im Verlag Hatje-Cantz erschienen (25 Euro während der Ausstellung, regulär 48 Euro).

August Deusser setzte sich früh für die Moderne im Rheinland ein. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

August Deusser war Maler und Kulturpolitiker. 1870 in Köln geboren, blieb er dem Rheinland bis zu seinem Tod in Konstanz im Jahr 1942 eng verbunden. Er setzte sich bereits sehr früh für die Moderne im Rheinland ein. Die Modernen, das waren unter anderem die französischen Fauves um Henri Matisse, aber auch die spektakulären Werke Paul Cézannes oder die deutschen Expressionisten.
Deussers Einsatz für diese Moderne und die damit verbundene Abkehr von der akademischen Malerei führten 1908, maßgeblich von Deusser initiiert, zur Gründung des Sonderbundes. Bis 1911 fanden die jährlichen Ausstellungen der Gruppe in Düsseldorf statt und erregten aufgrund der neuartigen Präsentation und durch den Einbezug französischer Avantgardekünstler großes Aufsehen.

Der Maler blieb tonangebend innerhalb dieser Bewegung. Im sogenannten „Vinnen-Streit“ positionierte sich Deusser klar und unmissverständlich für die junge französische Malerei: „Die Jugend aber wird siegen“, so Deus­ser in seinem Beitrag für die historische Streitschrift. Seine Themen findet der Künstler in den rheinischen Landschaften vom Niederrhein bis nach Köln. In seinen Stadtbildern sucht er die charakteristischen Silhouetten, wie beispielsweise und sehr beliebt den Kölner Dom.

Die Ausstellung im Museum Goch findet in Zusammenarbeit mit dem Museum Konstanz und der Antonie Deusser Stiftung (Zürich) statt. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

Besonders hatten es ihm die monumentalen Eisenbahnviadukte angetan. Mächtig setzte er diese rötlich schimmernden Architekturen in Szene. Sie gehören sicherlich zu den eindrucksvollsten Gemälden von August Deusser. August Deussers Leben führte ihn auch für einige Jahre an den Niederrhein. An der Düsseldorfer Akademie wird er schließlich Professor für Historienmalerei, die Lehrtätigkeit musste er 1924 krankheitsbedingt aufgeben. Mit circa 100 Werken – Gemälden und Zeichnungen – zeigt das Museum Goch dieses, im Rheinland nahezu vergessene Werk zum ersten Mal gemeinsam mit dem Museum Konstanz sowie der Antonie Deusser Stiftung (Zürich).

Öffnungszeiten
Ab sofort erweitert das Museum Goch seine Öffnungszeiten. Jeden Donnerstag ist – erst einmal bis zu den Sommerferien – bis 20 Uhr geöffnet. Mit der Ausstellung „August Deusser“ zeigt das Museum einen Maler, der mit seinen Gemälden aus Köln und dem Niederrhein dazu einlädt, den abendlichen Spaziergang um einen Museumsrundgang zu erweitern. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags, 10 bis 17 Uhr; donnerstags, 10 bis 20 Uhr; samstags und sonntags, 11 bis 17 Uhr; montags geschlossen. Der Eintritt beträgt vier Euro, sowie reduziert zwei Euro.