Stefanie Küch (l.) und Petra Manten sind erleichtert, dass kein Mitarbeiter positiv auf Covid 19 getestet wurde. NN-Foto: ak

GELDERN. Nach den gehäuften Corona-Infektionen unter Mitarbeitern von Schlachthöfen, hat die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen in der vergangenen Woche landesweite Tests auf das Coronavirus in fleischverarbeitenden Betrieben angeordnet. Im Kreis Kleve wurden die Covid-19-Tests in zwei Schlachtbetrieben durchgeführt, insgesamt 456 Mitarbeiter wurden getestet. Seit heute, 15. Mai, 11.30 Uhr, liegen dem Gesundheitsamt die vollständigen Testergebnisse vor: Alle negativ!

Der überwiegende Teil der im Kreis Kleve getesteten Personen (424) arbeiten im Schlacht- und Zerlegebetrieb Heinrich Manten in Geldern-Pont. „Am vergangenen Freitagabend haben wir erfahren, dass alle unsere Mitarbeiter auf Corona getestet werden sollen. Am Montagmorgen wurden dann die ersten Tests durchgeführt“, sagt Petra Manten, leitende Angestellte des Familienunternehmens. Kein Mitarbeiter habe die Durchführung des Tests verweigert. Parallel dazu überprüfte das Amt für Arbeitsschutz die Unterkünfte der Werksarbeiter auf die Einhaltung der Hygieneverordnungen, ebenso die Betriebsgebäude am Möhlendyck. Das Ergebnis: Es gibt nichts zu beanstanden. Die Unterkünfte sind so ausgestattet, dass Abstände und Hygienestandards eingehalten werden können.

Alle Mitarbeiter leben in Wohnungen und nicht in Sammelunterkünften. „Rund 200 unserer Mitarbeiter wohnen in unseren eigenen 54 Wohnungen, weitere 150 leben mit ihren Familien in Privatwohnungen“, erklärt Stefanie Küch, Personalleitung des Werkvertragsunternehmens S.u.K., Vertragspartner der Firma Manten. Gemeinsam mit Hausverwalterin Maria Imlintz haben Stefanie Küch und ihr Vater Detlef Küch, Bereichsleiter Produktion, am Dienstag und Donnerstag mit den Prüfern des Amtes für Arbeitsschutz alle 54 Wohnungen besucht. „Das Ergebnis war durchweg positiv. Tip-top, um die Prüfer zu zitieren“, freut sich Stefanie Küch.

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Auch auf dem Betriebsgelände gab es keinerlei Beanstandungen. Als Unternehmen mit laufender Produktion während der Corona-Pandemie hatte die QS-Abteilung der Firma Manten schon Mitte März verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Mitarbeiter und Kunden zu schützen. Neben einem Einstellungsstopp zum 16. März wurden Fieberkontrollen am Einlass eingeführt, zusätzliche Handdesinfektionsspender installiert, zusätzliche Reinigungen und Desinfektionen in häufig genutzten Bereichen beauftragt und den Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice ermöglicht, soweit der Arbeitsbereich es zulässt. „Zudem haben wir neue Pausenregelungen mit zeitlich versetzten Pausen eingeführt, um die Mindestabstände einzuhalten, und einen Pausenführer installiert, der auf die Einhaltung der Hygienevorschriften und Schutzmaßnahmen achtet“, sagt Detlef Küch. Für mögliche Quarantänefälle wurden spezielle Quarantänewohnungen eingerichtet und die entsprechende Versorgung organisiert. „39 Schlafplätze stehen in diesen Wohnungen zur Verfügung, die bis heute glücklicherweise noch nicht genutzt werden mussten“, sagt Stefanie Küch.

Die Nachricht, dass bislang kein Mitarbeiter positiv getestet wurde, hat für große Erleichterung bei der Firma Manten gesorgt, zumal es auch unter den 150 Mitarbeitern der Schwesterfirma Fleischmarkt Olpe kein positives Testergebnis gab. „Die letzte Woche war sehr hart für uns“, betont Petra Manten. „Man wird von der Öffentlichkeit leider schnell unter Generalverdacht gestellt. Jeder Schlachtbetrieb ist anders und geht anders mit der Situation um.“ Das kann Detlef Küch nur bestätigen. „Wir arbeiten seit Jahren daran, dass wir die Missstände, von denen oftmals berichtet wird, nicht haben. Trotzdem wird man leicht über einen Kamm geschert und regelrecht angefeindet.“ Die Zusammenarbeit mit den Behörden in den vergangenen Tagen sei dagegen sehr angenehm gewesen, betont Petra Manten, und auch die eigenen Mitarbeiter würden alles dafür tun, dass man diese spezielle Situation gut und möglichst unbeschadet übersteht: „Auch wenn wir ein großes Unternehmen sind, herrscht bei uns eine familiäre Atmosphäre. Wir ziehen alle an einem Strang und achten gegenseitig aufeinander“.