Guido Winkmann möchte Landrat im Kreis Kleve werden

Der 45-Jährige Kerkener tritt als unabhängiger Kandidat bei der diesjährigen Landratswahl an.

KREIS KLEVE. Als Schiedsrichter in der Fußball-Bundesliga zeigt sich Guido Winkmann regelmäßig entschlossen und entscheidungsstark auf dem Fußballplatz. Diese Fähigkeiten möchte der in Kerken lebende Polizeibeamte nun auch als Landrat des Kreises Kleve einbringen. Überraschend gab er jetzt bekannt, dass er als parteiloser Nachfolger des scheidenden Landrates Wolfgang Spreen (CDU) bei der Landratswahl im Herbst dieses Jahres kandidieren möchte. Neben Peter Driessen (parteilos; unterstützt von SPD, Grüne und FDP und amtierender Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau) und Silke Gorißen (CDU) ist er damit der dritte Kandidat.

Guido Winkmann
Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann möchte Landrat werden. Foto: privat

„Mein Motto lautet: nicht meckern, sondern machen. In den vergangenen Wochen ist die Entscheidung, als Landrat zu kandidieren, gereift. Es ist kein Zufallsprodukt. Ich meine das schon ernst“, sagt Winkmann. Mit seiner Familie und seinen Freunden habe er seine Entscheidung besprochen. „Sie stehen hinter mir“, sagt der 45-Jährige.

Sein komplettes Wahlprogramm möchte er in naher Zukunft vorstellen. Ein großes Anliegen sei ihm aber die Unabhängigkeit und Gerechtigkeit. „Das ist meine Grundmotivation. Wir haben 16 Städte und Gemeinden im Kreis Kleve. Sie möchte ich alle gleich behandeln“, sagt Winkmann. Ein wichtiger Punkt sei für ihn dabei die Dezentralisierung bei Amtsangelegenheiten. „Die Bürger aus dem Südkreis müssen zurzeit für viele Erledigungen nach Kleve fahren. Von meiner Heimat Kerken aus sind das 53 Kilometer. Ich möchte ihnen diese unnötigen Wege ersparen“, sagt Winkmann. Dazu wolle er auch die Digitalisierung weiter voranbringen.

Lehrer an der Polizeischule für Kriminalbeamte

Beruflich hat Guido Winkmann bislang bei der Polizei Karriere gemacht. Nach dem Abitur am Klever Konrad-Adenauer Gymnasium führte ihn der Weg zur Polizeischule und zum Streifendienst. Nach einem Studium trat er 2001 als Diplom-Verwaltungswirt eine Stelle beim Landeskriminalamt an. 2005 wurde er insbesondere durch seine Erfahrungen in der deutsch-niederländischen grenznahen Zusammenarbeit im Bereich Drogenkriminalität und organisierter Kriminalität sowie in der Zusammenarbeit zwischen der Justiz und der Polizei als Lehrer an die Polizeischule für Kriminalbeamte berufen. „Hier kümmerte ich mich zusätzlich um internationale Beziehungen, wodurch ich mit zahlreichen internationalen Delegationen in Kontakt kam“, sagt Winkmann.

Nachdem Guido Winkmann bereits 2010 in der Geschäftsführung eines englischsprachigen EU-Projektes mit der Türkei tätig war, bearbeitete er seit 2013 den Grundsatzbereich der internationalen Wirtschaftskriminalität. Als Vertreter Nordrhein-Westfalens nahm er dazu an zahlreichen Bund-Länder-Projekten teil. Gleichzeitig unterstützte er Ermittlungskommissionen bei Telefonüberwachungen und Observationen. Im Jahr 2017 wurde er schließlich in die Geschäftsführung einer neu geschaffenen und bundesweit einmaligen Task-Force im Bereich Polizei, Justiz und Steuerfahndung berufen. Seit 2018 ist Winkmann dort in einer Führungsfunktion tätig. Unter seiner Geschäftsführung entstand ein Modell zur Bekämpfung des organisierten Sozialleitungsmissbrauchs.

Bundesliga-Schiedsrichter

Seit 2001 ist Guido Winkmann außerdem DFB-Schiedsrichter. Für den SV Nütterden leitet er seit 2004 Fußball-Spiele in der zweiten Bundesliga und seit 2008 in der ersten Bundesliga. In anderthalb Jahren erreicht er allerdings mit 47 Jahren die Altersgrenze für Schiedsrichter. Er ist jedoch auch als Videoschiedsrichter tätig, wo es diese Altersgrenze nicht gibt. Inwieweit er als möglicher Landrat seiner „Passion“, wie er sagt, noch nachgehen könne, wisse er derzeit noch nicht. „Das müsste sicherlich etwas zurückgeschraubt werden. Inwieweit das aber sein wird, darüber mache ich mir erst Gedanken, wenn es soweit ist“, sagt Winkmann.