Sparen beim Garten bewässern

Alternative: Gartenwasserzähler einbauen und dadurch entsprechend die Abwassergebühren einsparen

ALPEN/RHEINBERG/SONSBECK/XANTEN. Wird der Sommer in diesem Jahr wieder Dürre bringen? Diese bange Frage stellen sich zur Zeit nicht nur Landwirte, sondern auch viele Hobbygärtner. Die Pflanzarbeiten sind großenteils vollzogen, nun warten alle auf eine gute Ernte und auf blühende Gärten. Doch dazu brauchen die Pflanzen Wasser. Viele Grundstückseigentümer haben einen eigenen Brunnen, aus dem sie den Garten bewässern können. Eine andere Alternative ist der Einbau eines Gartenwasserzählers. Dann zahlt man zwar weiterhin das Leitungswasser, aber spart die Abwassergebühr. Die ist abhängig vom Verbrauch des Trinkwassers und liegt zwischen 3,40 Euro (Sonsbeck) und 4,10 Euro (Rheinberg) pro Kubikmeter.

Die Gartenwasseruhren sind geeicht und können sechs Jahre eingesetzt werden, bis sie getauscht werden müssen.
NN-Foto: T. Leie

Ein Gartenwasserzähler kann im Haus oder direkt an der Zapfstelle installiert werden. Ob in Eigenleistung oder durch einen Installateur – das ist egal. Die Kosten für eine geeichte Wasseruhr liegen bei 30 bis 50 Euro, sechs Jahre lang kann sie verwendet werden. Nun ist schnell auszurechnen, ab wann sich der Einbau lohnt – sicherlich abhängig von der Gartengröße.

In Alpen, Rheinberg und Xanten ist die Installation lediglich anzuzeigen. Andre Enge von der Gemeinde Alpen berichtet: „In den letzten Jahren bekommen wir immer wieder die Mitteilung von Alpener Bürgern, dass sie eine Wasseruhr eingebaut haben. Besonders in der Bönninghardt, wo der Brunnenbau schwierig und teuer ist, wählen Bürger diese Alternative, um Kosten beim Bewässern ihres Gartens einzusparen.“ Die gleiche Erfahrung hat Ruth Fischer von der Stadt Rheinberg: „Viele bauen auch einen eigenen Brunnen. Allerdings rate ich dann dazu, das Brunnenwasser immer mal wieder testen zu lassen. Ein Brunnen musste in Rheinberg stillgelegt werden, weil die Ni­trat- und Koliwerte zu hoch waren. Wer Frischwasser nimmt, läuft damit keine Gefahr. Wer einen Zwischenzähler einbaut und uns die Wassermenge mitteilt, erhält entsprechenden Abzug bei der Abwassergebühr.“

Michael Lehmann vom Dienstleistungsbetrieb Xanten bestätigt das Gleiche für Xanten. In der Bürgerinformation heißt es: „Bitte senden Sie dazu ein Foto von dem eingebauten Zähler zu. Die Ablesung des Wasserverbrauchs bitten wir jeweils zeitig vor Jahresende zweckmäßigerweise direkt nach Ende der ,Bewässerungssaison‘ im Spätherbst vorzunehmen und die Werte ebenfalls schriftlich mit einem Foto, gerne auch per Mail an abwasser@xanten.de zu senden. Die jeweils zu Jahresbeginn festgesetzten Kanalbenutzungsgebühren werden entsprechend um die nicht eingeleiteten Wassermengen des jeweiligen Vorjahres gekürzt.“

In Sonsbeck achtet die Gemeinde etwas strenger auf die richtige Verwendung, wie Jürgen Köhlitz erläutert: „Bei uns muss ein Antrag gestellt werden auf Einbau eines Gartenwasserzählers. Die Kosten liegen bei 27 Euro. Der Antragsteller bestätigt, dass er das Wasser ausschließlich für die Gartenbewässerung nutzt, also nicht fürs Auto-Waschen und auch nicht fürs Befüllen vom Pool, weil das gechlorte Wasser beim Ablassen wieder in den Kanal fließen würde und das ist kostenpflichtig. Nur unbehandeltes Wasser darf in den Garten versickern. Die Einbaustelle muss vorab mit der Gemeinde abgesprochen werden. Wird die Uhr an einer Außenzapfstelle angebracht, muss sie verplombt werden. Die Installation hat fachgerecht zu erfolgen, das überprüfen wir auch. Es gibt ja auch Bürger, die wollen ihre Waschmaschine anschließen, das ist natürlich nicht erlaubt.“ Und Köhlitz macht aufmerksam: „Wer die Einsparung geltend machen möchte, muss uns die Verbrauchsmenge anzeigen. Ich rate, den Termin im Handy oder im Müllkalender einzutragen, da guckt man immer rein und kann es nicht vergessen.“ Vor der Anschaffung von Pumpe oder zusätzlichem Zähler bittet Köhlitz zu überdenken: „Bei uns in Sonsbeck haben die Bürger im letzten Jahr 3,40 Euro für 1.000 Liter Wasser an Kanalbenutzungsgebühr gezahlt. 1.000 Liter sind 100 Gießkannen voll. Da kommt man mit 3,40 Euro schon recht weit. Einsparungen sind natürlich für Leute mit größeren Gärten interessant.“ Infos und Anträge unter http://www.sonsbeck.de/service-und-dienstleistungen/gartenbewaesserung