Seit vielen Jahren liegt die Gesamtleitung des Straelener Weihnachtsmärchens in den bewährten Händen von Norbert Kamphuis. Das Foto zeigt das Ensemble 2019 mit Vertretern der Niederrhein Nachrichten zum dritten Mal eine Sondervorstellung des Weihnachtsmärchens sponsern. NN-Foto: Archiv GS

STRAELEN. Das Jahr 2020 ist für den Kulturring Straelen (KS) ein Jahr voller Umstrukturierungen. Das Ehrenamt kommt leider immer mehr aus der Mode und Nachfolger für verantwortliche Führungspositionen sind äußerst dünn gesät. Dieses Phänomen ist in allen Bereichen und jeder Sparte des Vereinslebens zu beobachten. Deshalb hat der Vorstand des Kulturrings ein neues Konzept erarbeitet, das vom Rat der Stadt Straelen vor Weihnachten über alle Parteigrenzen hinweg befürwortet wurde. Damit war der Grundstein für umfangreiche Reformen des Vereins gelegt.

Schon am 31. Dezember 2019 wurde der Mietvertrag für eine neue KS-Geschäftsstelle am Markt in Straelen unterzeichnet. Im ehemaligen Ladenlokal von „Bordat Maschenmoden“ wird bereits fleißig gewerkelt und gebaut. Leider muss die ursprünglich geplante Eröffnung zum Frühlingsblumenmarkt Ende März auf Grund der Corona-Epidemie verschoben werden. Der neue Termin steht zum heutigen Datum noch nicht fest.

Neben den räumlichen Veränderungen bedarf es aber vor allem einer Neustrukturierung des Kulturrings, die sowohl die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter des Vorstandes, als auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die die Geschäftsstelle im Rathaus führen, entlasten soll. Die Lösung ist die Schaffung eines hauptamtlichen Geschäftsführers, der direkt beim KS angestellt wird. Dieses Amt wird nun Norbert Kamphuis ab dem 1. Juli 2020 übernehmen. Norbert Kamphuis ist schon seit 1989 beim Kulturring Straelen ehrenamtlich aktiv. Nach Abitur, Zivildienst und Studienzeit wechselte er beruflich in die Veranstaltungstechnik-Branche wo er seit 1995 bei der Firma Media Spectrum aus Willich, zuletzt als Materialdisponent, beschäftigt ist. Von seinem Wissen, welches Kamphuis sich im professionellen Eventbereich aneignen konnte, profitierte der KS auch schon in der Vergangenheit, wenn es darum ging, die kleinen und großen Veranstaltungen professionell durchzuführen. „Mein Ziel ist es, Menschen, die unsere Veranstaltungen besuchen, dahingehend zu überraschen, dass eine solche Art der Präsentation in einem kleinen Ort wie Straelen überhaupt möglich ist“, so Kamphuis. Dieses Ziel ist mehr als einmal erreicht worden, sei es bei den St.-Martins-Rocknächten mit ihren opulenten Bühnenlichtshows, die damaligen Stadtfeste, für die der KS bis 2013 die Bühnentechnik übernommen hatte, oder natürlich auch das große Straelener Weihnachtsmärchen mit seinen mittlerweile mehr als 8.000 Besuchern.

Norbert Kamphuis übernimmt zum 1. Juli 2020 die Geschäftsführung des KS. Foto: privat

Ein guter Start für eine neue Phase

„Welche Bedeutung der KS in und für Straelen hat, wird doch schon dadurch deutlich, dass der gesamte Rat der Stadt dem Antrag des KS zugestimmt hat. Diese Zustimmung und natürlich auch das große Engagement von Bürgermeister Hans Josef Linßen geben uns, dem gesamten Team des KS, Rückenwind für die zukünftige Arbeit im Bereich der Kulturarbeit in Straelen“, so Kamphuis. Doch wie soll diese zukünftige Arbeit aussehen? Kamphuis: „Ich kenne den KS, das Team in der Verwaltung und seine Abläufe zwar schon sehr lange und auch recht gut, aber auch ich muss sicher noch einiges lernen.“ Deswegen wird Kamphuis als Geschäftsführer durch Wolfgang Cox, der bislang die Geschäfte im Auftrag des KS führte, bis zu dessen Pensionierung in allen Bereichen des Kulturrings geschult und eingearbeitet. Ebenfalls mit im Team ist Anne Gey, deren Dreiviertel-Stelle nach dem Ausscheiden von Wolfgang Cox auf eine volle Stundenzahl aufgestockt wird. Eine weitere Stelle wird derzeit noch für etwa ein Jahr durch die Arbeitsagentur gefördert.

Kamphuis: „Wir sind dann in der Anfangsphase vier hauptamtliche Kräfte, die sich den Anforderungen im KS stellen werden, ein guter Start für eine neue Phase.“ Auch für den ersten Vorsitzenden des KS, Alexander Voigt, ist mit Norbert Kamphuis eine ideale Besetzung gefunden worden. „Norbert bringt alle Voraussetzung mit, die ein Geschäftsführer für unseren Verein haben muss. Er kennt alle technischen Abläufe, kann kalkulieren und ist unglaublich fleißig und belastbar. Er ist jung genug, um dem KS für lange Zeit Impulse zu geben und hat die nötige Erfahrung durch sein berufliches Vorleben in der Veranstaltungsbranche und sein langjähriges ehrenamtliches Engagement in unserem Verein. Wir kennen ihn gut und können ihm unser ganzes Vertrauern schenken.“

Neue Geschäftsstelle am Markt

Die neue Geschäftsstelle am Marktplatz wird Anlaufpunkt für kulturinteressierte Bürger, für den Vorverkauf von Veranstaltungen, nicht nur des Kulturrings. Die Räume können auch bei Stadtfesten, Blumenmärkten und anderen Publikums-Veranstaltungen durch die Crew des Stadtmarketings als Infopunkt genutzt und durchaus auch Ausgangspunkt für Stadtführungen und Agrotouren sein. Besucher der Stadt finden dort das volle Sortiment der Info-Brochüren und Radkarten für den gesamten Niederrhein.

Die Straelener dürfen nun gespannt sein, was das neue KS-Veranstaltungsjahr bringen wird. Norbert Kamphuis: „Alex Voigt hat das Kulturprogramm einmal als Wohlfühlfaktor in einer Gemeinde bezeichnet und damit hat er Recht. Kultur ist zwar nicht überlebensnotwendig, aber doch lebenswichtig.“ Dabei besteht für Kamphuis Kultur vor allem auch aus Vielfalt, um ein möglichst breites Publikum ansprechen zu können. Die aktuelle Vielfalt im KS-Programm von Jazz über Klassik von Acapella-Konzerten über Kabarett und Comedy oder eben auch dem Kindertheater, alles was war soll auch bleiben. Neue Ideen müssen aber aus seiner Sicht ebenso her, damit Kultur auch in Zukunft spannend bleibt, betont Kamphuis: „Wir verhandeln unter anderem derzeit mit einigen Liedermachern, die anspruchsvolle, politische Texte oder auch Lyrik nur mit Klavier oder Gitarre begleiten. Da wäre es schön, wenn wir einen Liedermacherabend etablieren können.“ Auch über große Veranstaltungen in der bofrost-Halle wird nachgedacht. Kamphuis: „Nachdem die KS-Revue als Gala zum 50-jährigen Bestehen des Vereins so positiv aufgenommen wurde, könnte auch eine Kulturgala zum zukünftigen Repertoire im KS-Programm gehören.“

Neue Ideen sind willkommen

Grundsätzlich hofft Kamphuis, dass neue Vorschläge durch die Bevölkerung an den Verein herangetragen werden. „Wir bieten mit unserem Programm ja immer nur einen kleinen Ausschnitt aus einer weiten. bunten. kulturellen Welt“ Ausdrücklich herausstellen möchte der zukünftige Geschäftsführer des KS aber vor allem die Wichtigkeit der Unterstützung durch die vielen ehrenamtlichen Kräfte, durch die Stadtverwaltung und deren Verwaltungsspitze, durch den Rat der Stadt und natürlich von allen Sponsoren und Freunden des Vereins. „Kulturarbeit endet immer dann, wenn die Unterstützung und die Bereitschaft zum Mitmachen fehlt. Ich freue mich, dass wir gerade in der letzten Zeit so viel Unterstützung bekommen haben und hoffentlich auch in Zukunft bekommen werden. Das ist nicht selbstverständlich und dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, sagt Kamphuis und ruft dazu auf: „Besuchen Sie unsere kommenden Veranstaltungen und seien Sie neugierig auf das, was Sie noch nicht kennen. Es lohnt sich, denn wir machen das Kulturprogramm ja nicht für uns, sondern für Sie!“

Info: Aufgrund der aktuellen Situation muss der Kartenvorverkauf für das Straelener Weihnachtsmärchen 2020, „Die Schöne und das Biest“, verschoben werden. Die Karten sind frühestens Ende Mai 2020 erhältlich.