WISSEL. Während viele Schüler momentan die Gelegenheit nutzen und morgens etwas länger ausschlafen, ist Hanah ter Bekke schon früh auf den Beinen. Die Zwölfjährige hat sich in den vergangenen Tagen Gedanken gemacht, wie auch sie im Zuge der Coronavirus-Pandemie helfen kann. Seit Sonntag bietet sie einen Brötchenlieferdienst in Wissel an, um dazu beizutragen, dass viele Bürger zuhause bleiben können.

Hanah ter Bekke lieferte an zwei Tagen bereits 84 Brötchen aus.
Foto: privat

Um soziale Kontakte vermeiden zu können, haben bereits einige Wisseler den Brötchenlieferdienst in Anspruch genommen. „Darunter waren 34-Jährige, aber auch 90-Jährige“, berichtet Hanah. Bereits 84 Brötchen hat die Schülerin an den ersten beiden Tagen ausliefern können. „Etwa 15 bis 20 Kunden habe ich bereits“, sagt Hanah.

Die Aufträge nehmen ihre Eltern Angelique und Manuel entgegen. Über den Messanger-Dienst WhatsApp, per Telefon oder über das soziale Netzwerk Facebook können Interessierte ihre Bestellung – darunter können neben Brötchen auch Brot oder Croissants sein – aufgeben. „Wir geben sie dann an die Bäckerei weiter, wo ich die Brötchen morgens am Hinterausgang abhole“, erzählt Hanah. Dafür verlässt sie bereits um 7.45 Uhr für etwa anderthalb Stunden täglich mit ihrem Fahrrad das Haus – außer dienstags, wenn die örtliche Bäckerei geschlossen hat.

Auch bei ihren Kunden vor Ort verzichtet die Zwölfjährige auf soziale Kontakte: „Die Leute legen mir das Geld zum Beispiel unter die Fußmatte und ich nehme es mir dann. Manchmal ist sogar ein Euro für mich dabei. Dann kann ich sogar noch mein Taschengeld etwas aufbessern und sparen.“ Die Brötchen lege sie ebenfalls vor die Tür, sodass sich ihre Kunden die Backwaren ohne sozialen Kontakt entgegennehmen können. Außerdem achtet die Schülerin auf eine ausreichende Hygiene: „Sobald ich zuhause bin, wasche ich mir gründlich die Hände. Das ist sehr wichtig.“

Lange Schlagen beim Bäcker

Auf die Idee eines Brötchenlieferdienstes kamen Hanah und ihre Eltern als sie selbst beim Bäcker Brötchen holten. „Man soll ja bei der Corona-Krise Kontakt zu anderen Menschen meiden. Beim Bäcker standen morgens aber viele Leute an“, sagt die Schülerin. Dass nun alle auf frische Brötchen verzichten, sei allerdings keine Alternative. „Manche Menschen haben zuhause kein Essen mehr und wollen daher gerne Brot oder Brötchen haben. Außerdem muss der Bäcker ja auch etwas verdienen“, sagt Hanah. Daher sei nur ein Lieferdienst die zurzeit optimale Lösung.

Hilfe von den Messdienern

Aufgrund der steigenden Nachfrage hat sich die Zwölfjährige auch schon weitere Unterstützung gesucht. Die Wisseler Messdiener helfen ihr künftig, wenn es zu viele Bestellungen sind oder die Entfernungen soweit sind, dass eine Aufteilung sinnvoll ist. Auch ihre Eltern haben Hanah an den ersten beiden Tagen unterstützt. „Es ist sehr wichtig in diesen Tagen zuhause zu bleiben. Der Brötchenlieferdienst ist dabei eine effektive Maßnahme. Deshalb haben wir Hanah auch sehr gerne dabei geholfen“, sagt Mutter Angelique ter Bekke.

Interessierte können jeweils für den Folgetag (außer montags für dienstags) unter Telefon 0176/21031557 ihre Bestellung aufgeben.