Sprechen wir über Kunst und was sie uns überhaupt sagt…

Stiftsmuseum fördert auf Zeitreisen Austausch verschiedener Generationen

XANTEN. „Wenn die Zeit wie im Flug vergangen ist, ist es ein gutes Zeichen, dass die Veranstaltung gut angekommen ist“, blickt Elisabeth Maas, stellvertretende Leiterein des Stiftsmuseums Xanten auf die ersten Treffen mit Jung und Alt innerhalb einer Dialogreihe zurück. Menschen zwischen zehn und 90 Jahren tauschten sich über Sonntagsklamotten, Stifter und Schatzkästchen und hatten sich dazu viel zu erzählen. Diese interessante Zeitreise der Generationen soll in diesem Jahr fortgesetzt werden.

Mit einer Führung durchs Stiftsmuseum Xanten beginnt jede Zeitreise.
Foto: privat

Elisabeth Maas erläutert: „Die Bühne für die Gespräche ist unser Stiftsmuseum. Unsere Exponate bieten die inspiritistische Basis für den Austausch, bei der die Frage im Vordergrund steht: ,Was hat das mit uns zu tun?“ Und da misst natürlich jeder dem Begriff Sonntagsklamotten oder Schatzkästchen eine andere Bedeutung zu.

 

Für Jugendliche und Ü60

Beim nächsten Treffen, zu dem weitere „Generationen-Tandems“ gesucht werden, geht es am Samstag, 29. Februar von 14 bis 17.30 Uhr um „Abkürzungen“. Oma/ Opa mit Enkel, Tante mit Nichte /Neffe oder Lehrer/Lehrerin mit Schüler /Schülerin können sich gerne melden unter Telefon 02801 987 780 oder per mail an zeitreise@stiftsmuseum-xanten.de
Zunächst wird Elisabeth Maas in einer kleinen Führung durchs Museum auf Abkürzungen aufmerksam machen und sie gemeinsam mit den Teilnehmern entschlüsseln, denn auch die Gelehrten im Mittelalter nutzten sie bereits. Heute sind sie beim Handy-Chat auch nicht mehr wegzudenken. Die Kunstpädagogin Sophie Voets-Hahne wird anschließend den Dialog in Gang bringen und abschießend zu einer kreativen Umsetzung des Themas auffordern. Elisabeth Maas hat bei den vorausgegangenen Veranstaltungen die Erfahrung gemacht: „Das Interessante ist die Kommunikation. Wir motivieren zum Austausch zwischen den Generationen und erhalten die Rückmeldung, dass viele den Eindruck haben, dass die Leute sich nicht mehr so viel miteinander unterhalten. Sie erleben es hier als bereichernd, dass sie sich gegenseitig zuhören und dadurch andere Blickweisen kennen lernen.“
Bemerkenswert ist auch, wie die Exponate des Museums aufmerksame Besucher „zum Sprechen bringen“. So geht‘s am 21. März ums Schreiben früher und heute „Vom Federkiel zum Handydaumen“ , am 24. April ums Schatzkästchen – Wohin mit dem, was uns heilig ist“ und am 6. Juni um Bilder – vom Porträt in Öl zum Selfie.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert diese „Erzähl mal-Serie“ mit insgesamt knapp 100.000 Euro aus dem Topf „Teilhabe der Menschen im ländlichen Raum an der Kultur“.
Dazu gehören außerdem Schulprojekte, in denen klassenweise Schüler der weiterführenden Schulen mit Menschen der älteren Generation zum Dialog zusammengeführt werden.

Zwei Generationen im Gespräch vertieft
Foto: privat

Netzwerktreffen offen für alle

Außerdem wird es ein „Netzwerktreffen“ am Donnerstag, 12. März von 17 bis 20 Uhr geben. Angesprochen und eingeladen sind sämtliche Einrichtungen vom Jugendzentrum bis zum Seniorenheim, um auch hierbei Menschen unterschiedlichen Alters zusammenzubringen. Nach einer kurzen Führung durchs Stiftsmuseum wird Kommunikationsbeauftragte Claudia Kressin die Moderation übernehmen. Alexander Kalnins vom Stiftsgymnasium erläutert „Erzählte Geschichte – Chancen und Grenzen“, die Kunstpädagogin Sophie Voets-Hahne berichtet, wie Kultur die Menschen verbindet aus den Erfahrungen der bisherigen „Zeitreisen“ im Stiftsmuseum. Es schließen sich Diskussion und Austausch an. Jeder, der am Thema interessiert ist, ist willkommen. Eine kurze Anmeldung wird erwünscht unter Telefon 02801 987 780 oder mail an info@stiftsmuseum-xanten.de
Damit die Eindrücke nicht nur für die Teilnehmer bleibend sein werden, gibt es eine Dokumentation und eine Ausstellung der kreativen Werke zum Ende des Projekts. Aufgrund des guten Erfolgs hoffen Elisabeth Maas und Claudia Kressin, dass es über das Jahr 2020 hinaus fortgesetzt wird.