Eichenprozessionsspinner: Meisennistkästen gegen Plage

Stadt Kalkar unternimmt Maßnahmen gegen Schädlingsplage

KALKAR. Der Eichenprozessionsspinner war im vergangenen Jahr auch am Niederrhein eine Plage. Die feinen Härchen seiner Raupen sorgten bei vielen Menschen für einen Hautausschlag. „Da die vergangenen beiden Sommer sehr warm und trocken waren, ist davon auszugehen, dass der Eichenprozessionsspinner auch in diesem Jahr wieder weit verbreitet sein wird“, sagt Winfried Arntz vom Naturschutzzentrum im Kreis Kleve. Die Stadt Kalkar hat deshalb bereits Vorsichtsmaßnahmen getroffen und durch den städtischen Bauhof unter anderem 50 Meisennistkästen aufstellen lassen.

Eichenprozessionsspinner
Der städtische Bauhof der Stadt Kalkar hing die Meisennistkästen an den Bäumen auf. NN-Foto: SP

Die Nistkästen sollen dazu erstmal Vögel, unter anderem Meisen, anlocken, die sich dann dort einnisten. „Meisen ernähren sich von verschiedenen Insektenarten, unter anderem auch vom Eichenprozessionsspinner – egal in welchem Stadium er sich befindet“, sagt Arnz. Sie würden sowohl die Raupe, welche die für Menschen unangenehmen Härchen besitzt, als auch den später entwickelten Falter verspeisen und damit auch ihre eigenen Nachkommen füttern.

In den Niederlanden seien seit 2018 bereits mehrere solcher Meisennistkästen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an Bäumen angebracht worden. „Im ersten Jahr wurde der Schädling zu 80 Prozent dezimiert, im zweiten Jahr sogar zu 90 Prozent“, sagt Arntz. Dies seien allerdings bislang nur positive Erfahrungswerte. Eine Studie, die einen Erfolg durch die Meisennistkästen garantiert, gebe es bislang nicht. „In Deutschland werden sie in diesem Jahr auch zum ersten Mal eingesetzt“, sagt Arntz.

Zusätzliche EPS-Fallen

Die Meisennistkästen hat der städtische Bauhof in Kalkar an drei etwas abgelegeneren Orten in der Nikolaistadt aufgestellt. „Die Meisen haben aber einen breiten Aktionskreis, indem sie sich ihre Nahrung suchen“, sagt Arnz. Zusätzlich zu den Meisennistkästen versucht die Stadt Kalkar mit 40 sogenannten EPS-Fallen im gesamten Stadtgebiet den Schädling zu dezimieren. EPS steht dabei für Eichenprozessionsspinner. „Er soll in die Fallen fliegen, wo er dann bekämpft wird“, erklärt Andreas Stechling, Leiter des Ordnungsamtes Kalkar.

Maßnahmen sind notwendig

Die Maßnahmen in diesem Jahr seien notwendig gewesen, nachdem es im vergangenen Jahr vermehrt zu Problemen mit dem Eichenprozessionsspinner gekommen sei. Am Monreberg/Möllepöttje mussten 2019 sogar Wege gesperrt haben, da die dortigen Eichenbäume befallen waren und eine Gefährdung für Menschen bestand, wie Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz erklärt. Außerdem seien unter anderem der Schulhof und der Sportplatz an der Grundschule in Appeldorn betroffen gewesen, wenngleich hier keine Sperrung vollzogen werden musste. An diesen Orten hat die Stadt Kalkar nun aber die EPS-Fallen in der Hoffnung, dass es 2020 zu keiner erneuten Plage kommt, aufstellen lassen.