Weltenrettung auf der Tonspur

Kino ohne Film? Das ist wie vegane Bratwurst. Muss nicht? Doch: Wenn‘s schmeckt. Schließlich kommt es auf die Zutaten an. Kino – das ist Unterhaltung und immer auch Kino im Kopf. Ja – so könnte man anfangen, wenn es darum geht, Publikum für ein Hörspiel ins Lichtspieltheater zu locken …

Die Welt retten

Wenn Sebastian Schminke und Daniel Schuster die Welt retten, ist eines mal sicher: Es geht nicht wie bei Tim Bendzko „mal eben kurz“. Die beiden brauchen drei Vorstellungen. Zeit für Fakten: „Herzliche willkommen. Ich bin Daniel Schuster und das ist Sebastian Schminke. Wir sind die Macher des Hörspiels und ich möchte Ihnen kurz erklären, wie es zu diesem Projekt kam. Als ich 16 Jahre alt war, haben mein Cousin Oliver und ich uns immer wieder Gruselgeschichten erzählt. Eine der Geschichten gefiel uns besonders gut und ich bat Oliver, sie aufzuschreiben.“

Vielleicht einen Film machen

So also ging es los. Die Idee: Vielleicht einen Film draus machen. Also mal bei Reinhard fragen. Gestatten: Berens, Reinhard Berens – Kinobetreiber in Kleve. Der Mann kennt die beiden: Kinostammgäste. „Mir war ziemlich schnell klar: Das Ganze als Film – eher unbezahlbar.“

Überweisung ans Theater

Ergo: Vielleicht ein Hörspiel draus machen. Überweisung ans Theater – Theater im Fluss. Harald Kleinecke betreute den „Kampf gegen das Böse“. 28 Sprechrollen wurden besetzt. Am Ende entstand eine Art Live-Hörspiel – aufgenommen mit einem Diktaphon und umgesetzt mit ganz viel Herzblut. Premiere feierte „Der Kampf gegen das Böse“ (Part I) im Februar 2015, aber: Da fehlte noch ein bisschen was, obwohl der erste Teil schon zwei Mal 75 Minuten auf die Waage brachte.

Theaterräume

Im vergangenen Jahr entstand nun in den „Van Heys Studios“ der finale Teil. (74 Minuten.) Auch Studioboss Marco van Heys war vom Engagement der beiden „Produzenten“ begeistert. „Und natürlich haben wir mit Studiomitteln noch mal ein paar andere Möglichkeiten.“ Diesmal waren zehn Sprechrollen zu besetzen. „Wir haben uns dann entschieden, im Studio quasi eine Art Theaterraum zu schaffen“, erklärt van Heys. Merke: Ein Hörspiel ist mal was anderes als ein Hörbuch. „Kino im Kopf“ sagt Reinhard Berens.

Prominenter Premierengast

Na ja – und damit das Ganze nicht einfach verhallt, wird es „Der Kampf gegen das Böse“ jetzt im Kino (zu hören) geben. Kino – zurück zum Anfang – ist ein Ort des Erlebens. Drei Sonntagstermine wären zu notieren: 2., 9. und 16. Februar, jeweils zwischen 12 und 14 Uhr – dann ist der Kampf gegen das Böse durch.
Zur Premiere am 2. Februar reist übrigens – eigens aus Berlin – Arianne Borbach an. Arianne wer? Vielleicht sollte man schreiben: Arianne Borbach, alias Cate Blanchett, alias Catherine Zeta-Jones, alias Diane Lane. Borbach ist Synchronsprecherin und hat die Einleitung zum „Kampf gegen das Böse“ eingesprochen. Man hört und staunt. Wer „Der Kampf gegen das Böse“ im Kino erleben möchte, zahlt 5 Euro Eintritt und bekommt übrigens nicht nur den Ton geliefert.
Reinhard Berens: „Sebastian und Daniel haben auch Fotos gemacht. Die werden wir auf der Leinwand zeigen.“ Also irgendwie doch das große Kino. Harald Kleinecke kann sich vorstellen, „so ein Projekt noch mal zu machen, aber dann bitte keine Horror-Geschichte.“ Apropos Horror: 12 sollte man schon sein, um sich in den Kampf gegen das Böse einzuklinken.

Freudentränen

Berühmte letzte Worte: „Ich bin Sebastian Schminke. Für mich war es ein Abenteuer, bei der Geschichte mitzuwirken und in die Rolle des Marc zu schlüpfen. Daniel hat mich über Facebook gefragt, ob ich den Marc sprechen möchte.
Damals war ich für vier Monate in einer Klinik in Bremen. Ich habe gesagt: ‚Ja, das mache ich.‘ Daniel hat mir dann per Post die Geschichte geschickt und ich habe mich gewundert, dass es so viel war. Ich habe es komplett gelesen und am Ende sind mir vor Freude die Tränen gekommen. Die Zusammenarbeit mit den anderen – das war wie in einer großen Familie.“

Auf ins Kino

Manchmal sind ja Versprecher das Schönste. Als Daniel erzählt, wie sein Cousin die Geschichte aufgeschrieben hat, sagt er: „Das war ein Berg voller Stapel.“ Gespoilert wird natürlich nicht. „Der Kampf gegen das Böse“ – demnächst in Ihrem Kino. Daten: siehe oben.

Daniel Schuster (links) und Sebastian Schminke im Tichelparkkino.

Arianne Borbach bei Wikipedia