Sternenboot
Freuen sich über die Zusammenarbeit: (v.l.n.r.) Dr. Gisela Janßen vom Kinder-Palliativteam „Sternenboot“, Hans Dieter Kahrl, Mitglied des Rotary Clubs Geldern, Dr. Maren Galushko, systematische Familientherapeutin bei „Sternenboot“, Dr. Axel Stibi, Präsident Rotary Club Geldern und Mareike Danneberg, Sozialarbeiterin „Sternenboot“. NN-Foto: Sarah Dickel

GELDERN. Als Dr. Gisela Janßen vor über 25 Jahren ihren Dienst in der Uniklinik Düsseldorf anfing, kam sie sehr bald auch mit Eltern in Kontakt, die ihr krebskrankes Kind mit nach Hause nehmen wollten. Zum Sterben: „Damals habe ich nur gedacht, dass das doch nicht geht und bin zu meinem Vorgesetzten gegangen. Der schaute mich an und sagte: ‚Dann gehen Sie doch mit‘“. Janßen ist mitgegangen. Nicht nur damals, sondern in all den Jahren immer wieder. Sie ist Teil der Kinderpalliativambulanz und des Kinder-Palliativteams „Sternenboot“ der Uniklinik Düsseldorf, die 2003 gegründet wurde.

Das Team des Sternenboots begleitet Eltern und ihre Kinder mit weit fortgeschrittenen lebensverkürzenden Erkrankungen. Das kann eine Begleitung über wenige Wochen sein, aber auch über mehrere Jahre: „Bei onkologischen Fällen dauert die Begleitung oft acht bis zwölf Wochen, wohingegen die Begleitung bei nicht onkologischen Patienten auch ein Jahr oder länger dauern kann“, so Dr. Gisela Janßen. Im Schnitt betreut das Team, das aus vier Ärzten, sechs Krankenschwestern, einer Sozialarbeiterin und einer Psychologin besteht, 60 bis 70 Kinder pro Jahr.

Finanzielle Spende des Rotays Clubs Geldern

Bis vor Kurzem mussten die Ärzte, Krankenschwestern und die Sozialarbeiterin den psychologischen Bedürfnissen der Patienten und der Angehörigen jedoch selbst nachkommen, denn die Krankenkasse finanziert nur die Versorgung von den Ärzten und den Krankenschwestern. Die psychologische Unterstützung bleibt da außen vor: „Wir haben die psychologische Betreuung also bis vor Kurzem mitgemacht, kamen aber natürlich auch an unsere Grenzen“, erklärt Mareike Danneberg, Sozialarbeiterin im Team „Sternenboot“.

Durch eine finanzielle Spende des Rotary Clubs Geldern kann das Kinder-Palliativteam jetzt eine Psychologin für zehn Stunden die Woche beschäftigen: „Der Bedarf ist natürlich noch wesentlich höher, aber wir sind froh, dass wir jetzt überhaupt eine Spezialistin an Bord haben“, berichtet Janßen. Dr. Maren Galushko ist systematische Familientherapeutin und seit März Teil des Teams: „Das Schöne an unserer Arbeit ist, dass wir in die Familien gehen und die Eltern nicht noch irgendwo hinmüssen“, erklärt Galushko. Dass, was die Familientherapeutin leisten kann, ersetzt keine Psychotherapie, sondern „ist als Krisenintervention zu sehen“, so Galushko.

Kinder-Palliativteam Sternenboot sitzt in Düsseldorf

Da das Einzugsgebiet des Kinder-Palliativteams einen Umkreis von 120 Kilometern um Düsseldorf umfasst, kann Galushko manchmal lediglich einen Termin an einem Vormittag schaffen: „Die Fahrzeiten sind mitunter recht lange, weswegen es anders oft nicht möglich ist“, erklärt die systematische Familientherapeutin. Nichtsdestotrotz nehmen alle Mitarbeiter immer wieder Extrastunden in Kauf: „Bei uns wird kein Kind, das wirklich Hilfe benötigt, abgelehnt“, erklärt Janßen.

Auch wenn das bedeutet, dass Überstunden geleistet werden müssen. Ebenso wichtig ist dem Team ein Besuch der Eltern, nach dem das Kind verstorben ist: „Diesen Luxus, der nicht vorgesehen ist, nehmen wir uns“, so Janßen. Die Finanzierungskosten übernehmen die Rotarier bis 2021: „Dann müssen wir weiter schauen“, erklärt Janßen und fügt hinzu, „gehen lassen wir Dr. Galushko in jedem Fall nicht mehr“.

Weitere Informationen zu dem Kinder-Palliativteam „Sternenboot“ gibt es unter der E-Mail sternenboot@med.uni-duesseldorf.de.