Wunderland Kalkar legt Rekord-Jahr hin

Im Jahr 2019 verzeichnete der Freizeitpark, das Hotel sowie das Messe- und Kongresszentrum knapp zehn Prozent Besucher. 2020 soll nun ein Anleger kommen. Außerdem gibt es einen Kauf-Interessenten.

KALKAR. Hinter dem Wunderland Kalkar liegt das erfolgreichste Jahr aller Zeiten: Mit knapp 656.000 Gästen hatte der Freizeitpark, das Hotel sowie das Messe- und Kongresszentrum 2019 etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. „Das ist Rekord“, sagt Geschäftsführer Han Groot Obbink. Der Umsatz konnte damit auf zirka 14 Millionen Euro ausgebaut werden.

Wunderland Kalkar
Wunderland-Geschäftsführer Han Groot Obbink (l.) stellte das Geschäftsjahr 2019 vor. NN-Foto: SP

Den stärksten Zuwachs verzeichnete das Event-Segment. Hier durfte das Wunderland Kalkar im vergangenen Jahr 32.000 Besucher mehr begrüßen. Grund dafür waren Veranstaltungen wie das 50. Jubiläum von Haus Freudenberg, die Gala „Goldene Sonne“ von Sonnenklar.TV, Kalkar on Wheels oder die Bull‘s German Open Darts Masters. Aber auch der Freizeitpark durfte sich über 25.000 Besucher mehr freuen. Knapp 8.000 mehr Gäste hatte zudem das an den Park angrenzende Hotel. „Wir hatten 2019 fast 100.000 Übernachtungen. Das ist schon gut, aber da ist noch Potenzial für viel mehr da“, sagt Obbink.

Um noch mehr Übernachtungen generieren zu können, hat das Wunderland Kalkar im vergangenen Jahr in das Hotel investiert und die Zimmer modernisiert. „Unser Plan für die Zukunft ist es, dass wir auch ein Hotel mit einem gehobeneren Standard anbieten können“, sagt Obbink. Davon profitiere nicht nur das Wunderland Kalkar, sondern die ganze Region. „Wir haben vor ein paar Jahren unseren Namen ja auch bewusst von Kernwasser-Wunderland zu Wunderland Kalkar geändert, um die Stadt mit dem schönsten Rathaus, einem sehr schönen Marktplatz und einer hervorragenden Gastronomie mit in den Fokus zu rücken. Wir möchten, dass unsere Hotelgäste auch Kalkar und den ganzen Niederrhein erkunden“, erklärt Obbink.

„Es ist ein Aushängeschild
für Kalkar“

Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz sieht in dem Wunderland Kalkar bereits jetzt einen wichtigen Multiplikator für ihre Stadt. „Es ist ein Aushängeschild für Kalkar und macht die Stadt auch durch Veranstaltungen wie die ,Goldene Sonne‘ immer bekannter“, meint Schulz.

Das Wunderland sorgt Außerdem für zahlreiche Arbeitsplätze in der Region, wie Obbink betont: „In 2019 haben wir etwa 5,5 Millionen Euro an Gehältern bezahlt. In der Hochsaison hatten wir 420 Mitarbeiter, die fast alle bei uns in der Region wohnen.“ In den Wintermonaten beschäftige das Wunderland immerhin noch 350 Mitarbeiter – darunter 135 feste Angestellte.

Unternehmen bekundet Interesse am Kauf des Wunderlands

Bereits im Sommer 2018 machte das Wunderland Kalkar Schlagzeilen, als Unternehmer Henni van der Most mitteilte, dass er den ganzen Komplex verkaufen möchte. Han Groot Obbink verkündete nun, dass es einen Interessenten gebe. „Er hat bereits einen ,Letter of Intent‘ (eine unverbindliche Absichtserklärung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer; Anm. d. Red.) unterzeichnet und hat nun zwei Monate lang das Vorkaufsrecht“, sagt Obbink. Mehr darf er zum jetzigen Zeitpunkt nicht verraten. Es handele sich aber um ein deutsches Unternehmen, das durchaus Erfahrung mit Freizeitparks habe.

„Für uns ist das eine unglaubliche Herausforderung, aber es bietet auch die Möglichkeit weiter zu kommen“, sagt Obbink. Van der Most sei es wichtig, die ganze GmbH mit allen Mitarbeitern und allem, was sonst noch dazu gehört, zu verkaufen und damit sicherzustellen, dass das Unternehmen fortbestehen kann. „Er sucht jemanden, der nicht nur 60 bis 70 Millionen Euro zahlen kann, sondern auch bereit ist, einige Millionen Euro zu investieren“, sagt Obbink. Da van der Most mittlerweile 70 Jahre alt sei und seine Kinder das Unternehmen nicht weiterführen möchten, sei der Verkauf letztlich die logische Schlussfolgerung.

Anleger soll 2020 gebaut und fertiggestellt werden

Eine positive Nachricht konnte Han Groot Obbink im Pressegespräch auch im Hinblick auf den Schiffsanleger am Rhein verkünden. „Die Genehmigungen sind jetzt da. Noch in diesem Jahr kann angefangen werden zu bauen“, sagte Obbink. Die Fertigstellung solle dann ebenfalls noch 2020 erfolgen. Das Wunderland erhofft sich mit dem Anleger noch mehr Besucher, die etwa aus Düsseldorf mit dem Schiff über den Rhein nach Kalkar fahren, um den Freizeitpark oder ein Event zu besuchen.