Tschernobyl-Initiative Emmerich sucht Gastfamilien für 2020

Bürgermeister Peter Hinze sagt der Organisation seine Unterstützung zu

Kinder der Tschernobyl-Initiative in Emmerich
Eine unbeschwerte Zeit können die Kinder aus Weißrussland in Emmerich verbringen. Foto: privat

EMMERICH. Bereits zum 28. Mal sollen im Sommer Kinder aus der weißrussischen Tschernobyl-Region für vier Wochen nach Emmerich kommen. Aktuell ist die Emmericher Initiative „Kinder von Tschernobyl“ aber noch dringend auf der Suche nach Gastfamilien, damit diese Erholungsmaßnahme durchgeführt werden kann. Dies berichtete der Vereinsvorsitzende Ernst Grodowski Bürgermeister Peter Hinze bei einem Gespräch im Rathaus.

Die Kinder aus der Region, die noch heute unter den Folgen der Reaktorkatastrophe vom 26. April 1986 leidet, sind vom 21. Juni bis zum 15. Juli 2020 zu Gast am Niederrhein. „Die Jungen und Mädchen sind meistens zwischen zehn und 14 Jahren alt und sind während des Aufenthaltes bei Gastfamilien untergebracht. Das können natürlich junge Familien mit eigenen Kindern sein. Aber auch Gastgeber im Großeltern-Alter sind herzlich willkommen und können sich bei uns melden“, erläuterte Grodowski. Bei der Einladung der Kinder versucht die Initiative, die Wünsche der Gasteltern zu berücksichtigen.

680 Kinder am Niederrhein

Die Emmericher Tschernobyl-Initiative lädt seit 1993 jedes Jahr Kinder aus Weißrussland nach Deutschland ein. Insgesamt 680 Kinder konnten in den vergangenen 25 Jahren eine sorgenfreie Zeit am Niederrhein mit einem bunten Ferienprogramm genießen.

Beim Gespräch im Rathaus teilte Ernst Grodowski dem Bürgermeister auch mit, dass die Erholungsmaßnahme im kommenden Sommer wahrscheinlich die letzte der Tschernobyl-Initiative in Emmerich sein wird. Denn für den Verein ist es in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden, hier Gastfamilien und ehrenamtliche Helfer zu finden.

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Wer sich vorstellen kann, im Sommer Gastfamilie oder Gast-Großeltern für Kinder aus der Region Tschernobyl zu sein, kann sich am direkt an Karin Schneider (Telefon 02822/8925), Ernst Grodowski (Telefon 02822/68604) und Sigfried Thedens (Telefon 02851/986126) wenden.

Peter Hinze sagte dem Verein seine Unterstützung bei der Mobilisierung von Gastfamilien für den Sommer 2020 zu: „Die Tschernobyl-Initiative Emmerich war jahrelang ein Brückenbauer zwischen deutschen und weißrussischen Familien.“ Es wäre schade, wenn die Aktion schon in diesem Jahr nicht mehr organisiert werden könne.