Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Foto: FF Uedem

UEDEM. Die Freiwillige Feuerwehr Uedem wurde am frühen Sonntagmorgen, gegen 8.20 Uhr, zu einem Brand in einem Industriegebäude auf der Mühlhoffstraße alarmiert. Eine dichte Rauchsäule war über viele Kilometer zu sehen.

Bei Eintreffen der ersten Löscheinheiten standen bereits vier Hallen sowie das Verwaltungsgebäude in Vollbrand. Drei weitere Hallen waren im Verlauf vom Feuer betroffen. Eine Halle stürzte teilweise ein und war danach nicht mehr begehbar. Weitere Löscharbeiten an dieser Halle konnten nur noch von außen stattfinden. Letztlich mussten noch Bagger und Radlader anrücken um Wände einzureißen, damit die Brandherde erreicht werden konnten. Die Feuerwehr Goch, Feuerwehr Kleve, Feuerwehr Weeze und Feuerwehr Geldern rückten während der Anfangsphase des Einsatzes mit Drehleitern und Löschfahrzeugen nach, die Bundeswehrfeuerwehr und der Abrollcontainer Atemschutz aus Goch unterstützten den Einsatz. Der Einsatz wurde über den ELW2 des Kreises Kleve in Zusammenarbeit mit Einsatzleiter Alexander Janßen aus Uedem geleitet. Die Bevölkerung wurde mittels Sirene und NINA-App über die Rauchentwicklung gewarnt.

200 Feuerwehrleute im Einsatz

Mit rund 200 Einsatzkräften und insgesamt vier B- sowie zehn C-Rohren gingen die Feuerwehrleute gegen die Flammen vor. Eine Ausbreitung auf weitere Gebäude konnten durch zwei Riegelstellungen verhindert werden. Die „SEG-Messen West“ der Feuerwehren Krefeld, Duisburg, Viersen nahm großflächige Luftmessungen vor, die jedoch ergebnislos blieben. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) war ebenfalls vor Ort im Einsatz. Für alle nachalarmierten Kräfte wurde die Boxteler Bahn zur Bereitstellungsfläche gesperrt. Das Feuer konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. Weitere Löscharbeiten dauerten bis in die Abendstunden an. Das Deutsche Rote Kreuz Weeze stellte die Versorgung der Einsatzkräfte sicher. Zudem stellen sie und der DRK-Uedem die Rettungsdienstliche Versorgung sicher. Drei Feuerwehrleute verletzten sich während des Einsatzes. Einer musste mittels Rettungswagen zur weiteren Behandlung in ein umliegendes Krankenhaus gebracht werden.

Verdacht auf Brandstiftung

Das Gelände wurde von der Polizei beschlagnahmt. Nach ersten Informationen der Polizei wird derzeit wegen des Verdachts der Brandstiftung ermittelt. Anwohner, die nördlich (Richtung Keppeln) der Einsatzstelle Brandpartikel finden, werden gebeten, diese mittels einer Folie oder Tüte abzudecken und sich bei der Leitstelle des Kreises Kleve unter Telefon 02821/7710 zu melden.

Fotos: FF Uedem