„Unser Kapital ist die Stadt“

Das Grußwort von Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz zum Jahreswechsel

Liebe Kalkarer Bürgerinnen und Bürger, sehr geehrte Damen und Herren!

Britta Schulz Foto: privat

Und schon wieder fast vorbei, das Jahr 2019 … Jedes Mal zum Ende eines Jahres frage ich mich, wo die Zeit und die Jahreszeiten, wo die vergangenen Wochen und Monate geblieben sind?! Aber das Jahr 2019 entschwindet ja nicht einfach oder löst sich auf in Wohlgefallen – nein, es war ein intensives und arbeitsreiches Jahr, welches seine Spuren hinterlassen hat: im privaten wie im öffentlichen Bereich. Also ist es Zeit, zurückzublicken, zu resümieren, zu bewerten und neue Pläne zu machen bzw. die alten konsequent weiter zu verfolgen.

Unser Kapital ist die Stadt selbst, ihre Kultur, ihre Geschichte, ihre Vielfältigkeit in allen Stadteilen, die Landschaft – und vor allem die Menschen, die hier leben und das Zusammenleben gestalten. Dieses Kapital müssen wir nutzen, um attraktiv und lebendig zu bleiben, für uns selbst und für andere. Auch wenn ich mich an dieser Stelle wiederhole: Wir müssen uns für die Zukunft aufstellen. Das ist der Weg, der seit 2015 eingeschlagen und so auch 2019 weiterverfolgt worden ist.

Das integrierte Handlungskonzept (InHK) – Voraussetzung für eine Förderung durch Bund und Land – nimmt Fahrt auf; die ersten Maßnahmen sind umgesetzt und in Arbeit, hierzu gehören z.B. die Erneuerung der Holzbrücken über den Stadtgraben. Ein wichtiges Instrument für Sie als Bürger ist der sogenannte Verfügungsfonds, hier können Sie sich mit eigenen Ideen zur Stadtgestaltung einbringen. In 2020 beginnen die Planungen für die Umgestaltung und Funktionalität des historischen Marktes, der anliegenden Straßen sowie der Altkalkarer Straße und der Hanselaer Straße. Darüber hinaus sollen Maßnahmen zur Entschärfung des Verkehrsproblems am Schulzentrum konzipiert werden. Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, werden Ihre Ideen in die Planungen zu Beginn des Jahres 2020 einbringen können. Es gilt mein Appell an die Anwohner, die Eigentümer und Geschäftsleute, die engagierten Vertreter der Nachbarschaften und Vereine: bleiben Sie aktiv, machen Sie mit, gestalten Sie mit!

Zur Gestaltung der Zukunft in Kalkar zählt auch die Bereitstellung neuer Wohn-und Gewerbeflächen. Neue Wohnbauflächen werden in Altkalkar ausgewiesen, hier können, auch mit Hilfe von Investoren, bald neue Häuser und Wohnungen entstehen. In Kehrum werden neben einem Wohngebiet zusätzlich neue Gewerbeflächen erschlossen. Die Wirtschaftsförderung der Stadt hat hier, gemeinsam mit der Verwaltung, gute Arbeit geleistet und ist auch weiterhin bestrebt, den Unternehmen vor Ort mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Auch das Gewerbe-und Gründerzentrum ist bestens ausgelastet und wirbt mit international operierenden Unternehmen durchaus auch überregional für die Stadt Kalkar.

Zahlreiche Aufgabenbereiche, Planungen und Investitionen betreffen die Stadtteile, die – vergleichbar dem neu installierten Fahrrad-Knotenpunktsystem eng miteinander und mit dem historischen Stadtkern – verbunden sind. So geht beispielsweise in Grieth die Neugestaltung des Marktplatzes, beruhend auf der Initiative der Griether Bürger, in die Planungsphase, in Wissel wird das Kieswerk Wissel einen Kieslehrpfad um den neuen See anlegen, und in Appeldorn bestehen Investorenpläne für die Fläche des alten Feuerwehrgerätehauses.

Die Bürgerinnern und Bürger sollen sich in einer lebendigen Stadt wohlfühlen – mit den Gästen, den Kulturreisenden und Radreisenden, die die Attraktivität und die besondere Atmosphäre schätzen und genießen. Die zahlreichen Stadtfeste und Themenmärkte, die Ritterspiele für Kinder, der Sommer in der Stadt mit der Sandlandschaft zum Entspannen, die hochkarätigen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im Städt. Museum, die Konzertreihen im Ratssaal und in der St. Nicolai-Kirche – sind neben vielen weiteren tollen Angeboten nur ein paar ausgewählte Beispiele.

Neben den bekannten Schützen- und Dorffesten gibt es auch immer neue Initiativen wie zum Beispiel die kleinen, liebevollen Weihnachtsmärkte in Grieth und jetzt auch in Hönnepel. Engagement und Zusammenhalt sind Ausdruck einer lebendigen Bürgerschaft im ganzen Stadtgebiet. Bei allem kulturhistorischen Wert sind es die Bürgerinnen und Bürger, die die Stadt ausmachen und die sie lebendig halten.

An dieser Stelle ist auch festzuhalten, dass gesellschaftliches Leben ohne ehrenamtliche Arbeit nicht möglich wäre. Ich danke all denen sehr herzlich, die durch ihren Einsatz in den Bereichen Sport, Kultur, Kunst, Naturschutz, Umweltpflege und Brauchtum entsprechende Angebote schaffen.

Viele Veranstaltungen sind ohne ein umfangreiches Sponsoring undenkbar. Mein Dank gilt all denen, die das ermöglichen. Ein Dankeschön geht auch an Kalkar aKtiv e.V., die ebenfalls ehrenamtlich maßgeblich an Organisation und Durchführung beteiligt sind.

Viel Kraft kostet alle Beteiligten der zunächst so genannte Ringtausch des Gymnasiums und der Josef-Lörcks Grundschule, der sich von einem vergleichsweise simplen Umzug zu einer umfangreichen Sanierungsmaßnahme entwickelt hat. Hauptsächliche Ursache waren die vielen unangenehmen Überraschungen, die man hinter so mancher Wand des alten Gebäudes fand. Trotz des allzu holprigen Arbeitsprozesses – die Schülerinnen und Schüler des Jan-Joest-Gymnasiums haben ihre neuen Räume bezogen. Die Schulverwaltung wird im Januar nachziehen. Dann beginnen die Umbauarbeiten für die Grundschule, deren Umzug fristgerecht in den Sommerferien 2020 erfolgen soll. Mein besonderer Dank gilt hier der Schulleitung des Gymnasiums, für enorme Geduld und eine hohe Mitwirkungsbereitschaft.

Nach wie vor laufen die Verhandlungen zum Verkauf des Wisseler Sees. Es handelt sich um sehr komplexe Vorgänge und Vertragsabstimmungen, die sorgfältig allen nötigen Prüfungen, begleitet durch Fachleute, zu unterziehen sind. Sorgfalt benötigt Zeit.

Nun in aller Kürze der Nachrichtenticker 2019 – ohne Anspruch auf Vollständigkeit: +++ dritter positiver Jahresabschluss (2,2 Millionen Euro) +++ Ausgleichsrücklage auf drei Millionen Euro angewachsen +++ Schulden weiter gesenkt +++ Seniorenbeirat gegründet +++ Blühflächenkonzept gemeinsam mit Landwirten, 2020 auch in den Stadtteilen +++ Heimatpreis verliehen +++ 40.000 Krokusse von der Interessengemeinschaft Naturnahes Kalkar gepflanzt +++ Kalkar wird Fairtrade Town +++ erfolgreicher Ehrenamtstag im Iglu auf dem Nikolausmarkt +++ Burg Bozelaer mit vielen Besuchern und Tänzern +++ erstmalige Teilnahme an Rhine Clean up +++ 8. Cleanday mit großer Beteiligung +++ Bürgerbus mit steigenden Fahrgastzahlen +++ gute besuchte Bürgersprechstunden +++ facebook-post und Live Chats kommen an +++ Planungen für öffentlichen Basketballplatz +++ Glasfaserausbau auch in Kalkar und Altkalkar +++ neues Feuerwehrgerätehaus in Wissel geplant +++ Verlegung weitere Stolpersteine

Die Verwaltung der Stadt einschließlich des Städt. Bauhofes ist immer bestrebt, sich hinsichtlich Organisation, Bürgerfreundlichkeit und Leistung zu optimieren. Allen Wünschen und Anforderungen wird man nicht gerecht werden können, aber wir strengen uns an. Ich bin davon überzeugt, dass es gelungen ist, in den letzten Jahren neue Impulse zu setzen, Motivationen zu wecken und eine Modernisierung auf den Weg zu bringen. Denken Sie bitte daran, dass die Verwaltung stets das Ziel hat, das Beste für Kalkar und seine Bürgerinnen und Bürger zu erreichen und die Stadt mit einer Zukunftsperspektive zu gestalten.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Weihnachtsfest. Feiern Sie laut oder feiern Sie leise, essen Sie wenig oder viel, machen Sie Geschenke oder machen Sie keine, aber genießen Sie die Tage im Kreise Ihrer Familien oder Freunde. Und freuen Sie sich noch bis in die ersten Tage des neuen Jahres über die leuchtenden Kunstmotive unseres großen Adventskalenders am Rathaus.

Gehen Sie mit Optimismus und Vorfreude in das Jahr 2020, für das ich Ihnen alles Gute wünsche. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Lebenszuversicht trotz aller Widrigkeiten, die unvermeidlich sind; und ich wünsche Ihnen viel Freude an allem Schönen und zudem viele liebevolle Überraschungen, die uns das Jahr 2020 bringen wird.

Dr. Britta Schulz