Machen gemeinsam den ersten Spatenstich: Bürgermeister Dominik Pichler (zweiter von links), NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (dritter von links), CDU-Landtagsabgeordnete Margret Voßeler Deppe und FDP-Landtagsabgeordneter Stephan Haupt. NN-Foto: Gerhard Seybert

NIEDERRHEIN. Vor knapp zwei Jahren war Hendrik Wüst, NRW-Verkehrsminister, schon einmal in Kevelaer. Damals hat er knapp 3.000 Unterschriften für die Ortsumgehung mitgenommen. Nachdem im Dezember 2018 der Planfeststellungsbeschluss übergeben wurde, erfolgte gestern der erste Spatenstich für die OW1.

„Das ist gut. Gut für Kevelaer und gut für Winnekendonk“, erklärt Wüst den Anfang des zweiten Bauabschnitts. Bis zu 40 Prozent weniger Verkehr soll im Ortskern von Kevelaer nach der Fertigstellung fließen, im Ortskern von Winnekendonk sogar bis zu 50 Prozent: „Unser Ziel ist es, eine Entlastung für die Ortskerne zu schaffen. Der Verkehr soll raus aus den Ortskern und die Lebensqualität wieder rein“, erklärt Wüst. Die Baumaßnahmen hätten zudem auch positive Auswirkungen auf das Klima: „Da es nach der Fertigstellung nicht mehr so viel Stop-and-go geben wird und der Verkehr besser fließt, wird auch weniger CO2 ausgestoßen.“

Dass Umweltschützer das anders sehen, ist dem NRW-Verkehrsminister auch vollkommen klar: „Der Widerstand und das heute einige gekommen sind, um zu demonstrieren, ist vollkommen in Ordnung. So etwas begleitet uns bei mehreren Infrastrukturmaßnahmen“, so Wüst in Bezug auf die anwesenden Demonstranten. Natürlich müssten für die Bauarbeiten Naturflächen weichen, dafür werde aber für Ausgleich gesorgt: „Deswegen wird heute – symbolisch – auch direkt ein Nistkasten aufgehangen“, so Wüst.

Bürgermeister Dominik Pichler steht hinter den Baumaßnahmen

Insgesamt kostet die Baumaßnahme 35 Millionen Euro und wird circa sechs Jahre dauern. Auch Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler steht hinter der Maßnahme: „Ich freue mich, dass wir so einen großen Rückhalt aus der Bevölkerung haben und jetzt anfangen können. Das Programm ist groß, aber es ist wichtig, weniger Verkehr im Ortskern zu haben.“ Auch die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) begrüßt den Beginn der Arbeiten: „Von der neuen Verbindung werden sehr viele profitieren. Sie entlastet Anwohner, hilft, die Tourismusströme besser zu lenken und verkürzt die Wege für die Wirtschaft. Der Spatenstich ist ein gutes Signal für unseren Niederrhein. Toll, dass NRW-Verkehrsminister Wüst und das Team vom Landesbetrieb Straßen. NRW den Baubeginn so zügig angestoßen haben. Jetzt kommt es darauf an, dass die neue Straße möglichst schnell auch für den Verkehr freigegeben wird“, erklärt Ocke Hamann, Geschäftsführer der Niederrheinischen IHK.

Zum Schluss bedankt sich Wüst noch bei den Anwohnern für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung und bittet um Geduld für die nächsten Jahre der Bauzeit: „Wir kriegen viele Prozesse zwar digitalisiert, aber Schmutz, Lärm und Staub lassen sich leider nicht weg digitalisieren.“