Walter Heicks ist Brot-Sommelier

Der Klever Bäcker hat die Prüfung zum "Botschafter des guten Geschmacks" bestanden

KLEVE. Rund 3200 verschiedene Brotsorten gibt es, die im Brotregister im deutschen Brot-institut in Weinheim (Baden-Württemberg) erfasst sind. Welche dieser Brotsorten am besten mit anderen Nahrungsmitteln kombiniert werden können, wird damit zu einer reinsten Wissenschaft. Bäckermeister Walter Heicks aus Kleve hat sich dieser Herausforderung gestellt und den offiziellen Lehrgang der Handwerkskammer zum Brot-Sommelier absolviert.

Walter Heicks ist Bäcker aus Leidenschaft und hat sein Wissen in den vergangenen Monaten noch vertieft. NN-Foto: SP

„Zu einem Roggenbrot passt zum Beispiel sehr gut ein kräftiger Käse oder Schinken“, sagt Heicks. Andere Brote würden wiederum besser mit fruchtigen Marmeladen oder Schokoaufstrichen harmonieren. Seine Erkenntnisse, die er in dem zehnmonatigen Lehrgang zum Brot-Sommelier gewinnen konnte, möchte er nun in seinem eigenen Betrieb miteinbringen.

Bäcker aus Leidenschaft

„Ich bin einfach Bäcker aus Leidenschaft und möchte gerne neue Produkte kreieren“, sagt Heicks. Dabei kann es sich auch um auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombinationen handeln, wie zum Beispiel ein Müslibrot mit einem Lakritz-Schokoladen-Aufstrich. Für diese Kreationen arbeitet Heicks mit seinem Konditormeister Michael Nieten zusammen, der im vergangenen Jahr den Lehrgang zum „Schokoladen-Sommelier“ absolviert hat. „Deutschlandweit ist es meines Wissens nach einmalig, dass es zwei Sommeliers in einem Unternehmen gibt“, sagt Heicks. Und das obwohl die Zusammenarbeit verschiedener Sommeliers förderlich sein kann, wie Nieten ergänzt: „Wir sind die Botschafter des guten Geschmacks.“

Nach bestandener Prüfung durfte Heicks (r.) gemeinsam mit Fernsehkoch Johann Lafer kochen. Foto: privat

Um sich offiziell Brot-Sommelier nennen zu dürfen, musste Walter Heicks in den vergangenen zehn Monaten viel lernen und seine sensiblen Geschmacksnerven unter Beweis stellen. Sechs schriftliche und teilweise auch mündliche Prüfungen hat er absolviert. Ein wesentlicher Bestandteil war auch eine Art „Doktor-Arbeit“, bei der ihm viele Klever halfen: Heicks hatte nämlich im Mai dieses Jahres zum „Bütterken-Duell“ aufgerufen und dabei hat das Beste „Bütterken“ mit einer persönlichen Geschichte gesucht. Über 100 Einsendungen erhielt Heicks, die er zum Teil in einem „Bütterken-Buch“ festgehalten hat. Dieses bietet er ab Montag in seinen Geschäften zum Preis von fünf Euro an.

Umfrage zum Thema Brot

Im Zuge seiner „Doktor-Arbeit“ führte er außerdem eine Umfrage rund um das Thema Brot durch. 88 Prozent der 576 Befragten – darunter 130 Kinder – gaben an, dass sie Brotesser seien. Außerdem stellte Heicks fest, dass das Weißbrot in den Niederlanden und an der linken Rheinseite häufiger verzehrt wird als auf der rechten Rheinseite. Ein Klischee wurde außerdem auch noch erfüllt: Die Niederländer essen ein „Bütterken“ am liebsten mit Käse.