Sara Kreipe: „EWG kann in Emmerich einiges bewegen“

Emmerichs Wirtschaftsförderin ist die neue Vorsitzende der Werbegemeinschaft

EMMERICH. Neun Monate nach dem Rücktritt von Frans Bergman hat die Emmericher Werbegemeinschaft (EWG) einen neuen Vorstand. Auf der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche wurde Wirtschaftsförderin Sara Kreipe zur 1. Vorsitzenden gewählt. Ihre Stellvertreterin ist Lydia Klar. Ebenfalls zum Vorstand gehören Christoph Bolk, Michael Terstegen und Sigrid Bisschop. Im NN-Interview spricht Sara Kreipe über ihren neuen Posten und kommende Aufgaben in Emmerich.

Frau Kreipe, wann haben Sie sich entschlossen, sich als EWG-Vorsitzende zur Wahl zu stellen.
Sara Kreipe: Nach meinem Start in Emmerich ist Bürgermeister Peter Hinze an mich herangetreten und hat mir die Situation rund um die EWG erklärt. Ich habe mich daraufhin mit dem Thema beschäftigt und einige der Händler kennengelernt. Ich habe dann gesagt: Bevor sich niemand anderes findet, mache ich es.

Was hat den Ausschlag gegeben?
Kreipe: Ich hoffe, dass wir es schaffen, die Mitglieder der EWG mehr zu motivieren, so dass sie sich engagieren und schließlich auch der Vorstand aus der Händlerschaft besetzt werden kann. Mein Ziel ist es, dass sich alle zusammensetzen und schauen, welche der bestehenden Aktionen der EWG erhalten bleiben können und was wir verändern müssen. Wir brauchen ein Wir-Gefühl – nicht nur in kleiner Runde wie dem Vorstand. Das soll sich auf alle übertragen. Wir müssen einen Gemeinschaftssinn erzeugen, indem wir miteinander sprechen und uns untereinander vernetzen. Dieses Wir-Gefühl ist aber gleichzeitig auch die größte Herausforderung.

Sie sind für zwei Jahre gewählt.
Kreipe: Und in dieser Zeit können wir einiges bewegen und zeigen, wofür die EWG steht. Ich muss an dieser Stelle aber auch klar sagen: Der aktuelle Vorsitz der EWG ist nur eine temporäre Lösung, auch weil er mit drei Vertreterinnen der Wirtschaftsförderung- und Stadtmarketinggesellschaft besetzt ist.

Die Emmericher Wirtschaftsförderin als Vorsitzende der EWG: Befürchten Sie keine Kritik, es fehle die nötige Distanz zwischen Verwaltung und Handel?
Kreipe: Nein, denn die WfG und das Stadtmarketing vertreten ja ebenfalls die Interessen der Händlerschaft. Auch unser Job ist es, für die Händler da zu sein und ihre Anliegen bei der Stadt zu formulieren sowie Lösungen zu finden. Bei der EWG sehe ich es genauso.

Wie gehen Sie die Aufgabe als EWG-Vorsitzende an?
Kreipe: Ich weiß aus Erfahrung, dass nun viel Klinkenputzen auf mich zukommt. Als EWG-Vorsitzende muss ich in der Innenstadt präsent sein, als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Bei Aktionen müssen wir die Händlerschaft mitnehmen. Außerdem müssen wir in einen Dialog mit den Händlern treten und herausfinden, was sie von der EWG erwarten: Sind die Aktionen, die laufen, weiter gewünscht oder gibt es andere Vorstellungen. Gegebenenfalls muss man auch neue Wege gehen.

Wie könnten diese aussehen?
Kreipe: Es gibt beispielsweise Überlegungen für 2020 und 2021, Aktionen zu starten, die man auch vom Ladentresen aus steuern kann, etwa einen Adventskalender im Schaufenster. Außerdem wollen wir den EWG-Gutschein präsenter machen; es ist ein tolles Angebot, das wir mehr in die Öffentlichkeit rücken müssen.

Was muss sich ändern?
Kreipe: Insgesamt macht die EWG schon einiges, siehe Autoshow oder jetzt „Der Nikolaus kommt über den Rhein“ mit der Stiefelaktion. Auch am Lichtermarkt war die EWG beteiligt. Aber wir müssen die Kommunikation ausbauen. Die Händler müssen erkennen: Die EWG tut etwas für mich – es lohnt sich, sich zu engagieren. Denn der Kern derer, die aktiv sind, muss wachsen. Einen Erfolg hätten wir dann schon erzielt, wenn bei der nächsten Jahreshauptversammlung mehr Mitglieder kommen – nicht nur zehn wie in der vergangenen Woche.

Haben Sie vor Ihrem Start in Emmerich gewusst, was hier alles auf Sie zukommen?
Kreipe: Ein klares Nein! Ich habe aber immer noch viel Freude an meiner Arbeit. Und ich denke: Wenn wir alle an einem Strang ziehen und zu einer starken Gemeinschaft für den Standort Emmerich werden, können wir einiges erreichen. Wir müssen nur wollen.Michael Bühs