Wißen setzt sich für Tiere
am Altenheim in Haldern ein

SPD-Bürgermeisterkandidat sieht keine Grundlage für Eingriff des Kreises

Im St.-Marien-Heim trafen sich die Vertreter der SPD mit dem Geschäftsführer Johannes Fockenberg. Foto: privat

REES. Bürgermeisterkandidat Bodo Wißen, der Reeser SPD-Vorsitzende Karl van Uem und weitere Sozialdemokraten haben sich mit dem Geschäftsführer des Altenheims in Haldern, Johannes Fockenberg, getroffen. Hintergrund ist das drohende Verbot der Tierhaltung. Für die Reeser SPD ist klar: „Wir wollen, dass Tierhaltung auch künftig möglich ist.“

Fockenberg erläuterte, dass er einen Anhörungsbogen vom Kreis Kleve erhalten habe, in dem der sofortige Vollzug des Entzugs der zwei Wollschweine angedroht wird. Dazu sagt Wißen: „Für den sofortigen Vollzug braucht es schon eine sehr gute Begründung. Das wäre zum Beispiel bei einer akut drohenden Gefahr für Leib und Leben. Das kann ich angesichts der Tatsache, dass auf dem Gelände des früheren Krankenhauses und heutigen Altenheims seit 1888 Tiere gehalten werden, nicht erkennen.“

Zudem weist der Kreis darauf hin, dass Tierhaltung im Wohngebiet nicht erlaubt sei. „Die Baunutzungsverordnung des Landes NRW sieht ausdrücklich eine Ausnahme und damit die Möglichkeit der Tierhaltung für soziale, gesundheitliche und kirchliche Zwecke vor. Alles drei trifft hier zu“, sagt der ehemalige Landtagsabgeordnete. Er deutete auch die Möglichkeit an, den Petitionsausschuss des Landtags mit der Angelegenheit zu befassen. Schließlich seien auch Fördermittel der EU- und des Landes in die Tierhaltung am Altenheim geflossen.

Gespräche mit beiden Seiten

Wichtig sei ihm das Gespräch auch mit den Personen gewesen, die die Beschwerde an den Kreis veranlasst haben. „Ich will beide Seiten hören. Daher habe ich vor und nach dem Termin mit Herrn Fockenberg mit den Beschwerdeführern gesprochen.“

Positiv sei, dass auch die Beschwerdeführer die Bedeutung, die die Tiere für die Kinder im Kindergarten und die Bewohner des Altenheims haben, ausdrücklich anerkennen. „Mein Eindruck ist, dass Kompromisse auch nach Erteilung einer Ausnahmegenehmigung möglich sind. Wir leben glücklicherweise in einem Rechtsstaat. Selbstverständlich haben die Beschwerdeführer jedes Recht, sich an den Kreis zu wenden. Dafür sollte man sie weder in den sozialen Medien, noch im wirklichen Leben verunglimpfen, wie es teilweise geschehen ist“, sagt Wißen.

Abschließend wünscht sich der Sozialdemokrat: „Wir sollten alle mehr miteinander als übereinander reden. Beide Seiten sollten ein Stück weit aufeinander zugehen. Im Lindendorf hat man solche Fragen früher bei einer Tasse Kaffee oder bei einem Bierchen geklärt. Daran sollten wir uns gelegentlich erinnern.“