Stadtwerke Rees stellen sich neu auf

Mareike Terlinden wird neue Geschäftsführerin, Luise Stange übernimmt die Badleitung in Rees

Das Team der Stadtwerke Rees: (v. l.) Andreas Mai, Mareike Terlinden, Wolfgang Punessen, Luise Stange und Bürgermeister Christoph Gerwers als Vorsitzender des Aufsichtsrates. Foto: Stadt Rees

REES. Die Stadtwerke Rees bekommen eine neue Führungsspitze. Ab 1. Januar 2020 wird die langjährige Prokuristen Mareike Terlinden die Geschäfte führen, weiterhin unterstützt von Kämmerer Andreas Mai. Terlinden tritt die Nachfolge von Wolfgang Punessen an. „Er wollte erst ganz aufhören“, sagt Mai. Doch nun wird der 63-jährige Diplon-Ingenieur für Versorungstechnik für ein bis zwei Jahre als Technischer Leiter in Teilzeit den Stadtwerken erhalten bleiben. „Das ist sehr nett von ihm und erleichtert die Situation für uns sehr“, sagt Mai.

Denn die Stelle des Technischen Leiters, die Punessen neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer ebenfalls inne hat, neu zu besetzen, hat sich als recht schwierig herausgestellt. Ein potenzieller Nachfolger hatte im Juli kurzfristig abgesagt. „Wir haben bei der damaligen Ausschreibung schon gemerkt, dass es kaum Ingenieure für Versorgungstechnik gibt“, berichtet Mai. Nicht einmal zehn Bewerbungen hätten die Stadtwerke erreicht. Die Lösung mit Punessen erlaube nun abzuwarten, ob künftig die Stelle auch – wie es vor Jahren bereits möglich war – mit einem Techniker oder Meister besetzt werden könnte. „Das fänden wir sehr gut“, sagt Andreas Mai.

Mareike Terlinden „ein Eigengewächs“ der SWR

Punessen ist seit 2001 Technischer Leiter der Stadtwerke Rees, seit 2014 in Doppelfunktion auch Geschäftsführer. Seine Nachfolgerin Mareike Terlinden ist „ein Eigengewächs“, wie es Mai formuliert. Nach der kaufmännischen Ausbildung absolvierte die 37-Jährige neben ihrer Arbeit im Vertrieb ein Abendstudium in Ökonomie und BWL, wurde schließlich zur Prokuristin und Vertriebsleiterin berufen. „Mit Führungsverantwortung ist sie also durchaus vertraut“, sagt Mai. Zudem habe sie sich bewährt und sei bei den Kollegen anerkannt. Das sei wichtig, denn laut Mai herrsche auf dem Energiemarkt derzeit „ziemlich viel Action“. Ihr Vertrag ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Eine neue Personalie gibt es auch beim Bäderbetrieb. Der bisherige leitende Schwimmmeister Werner Helmes „hat sich im eigenen Haus neu orientiert“, berichtet Mai: Er hat die neu geschaffene Integrationsstelle für Asylbewerber übernommen. Seine Nachfolgerin ist seit Oktober die 23-jährige Luise Stange, die zuvor im Embricana in Emmerich ihren Meisterkursus absolviert hatte. „Sie ist unsere neue Badleiterin“, sagt Mai. Den Titel des Postens habe man bewusst geändert, da es längst nicht mehr nur ums Schwimmen gehe, „sondern auch um Wirtschaftlichkeit. Hierauf wird sie in Zukunft viel mehr den Fokus legen.“

Freibad-Neubau vor europaweiter Ausschreibung

Denn mit dem Bau des neuen Freibades stehen der Bäderbetrieb und damit die Stadtwerke vor einer großen Herausforderung. „Dadurch gehen die Kosten mächtig nach oben“, weiß Andreas Mai. Zumal ein städtisches Bad in jedem Fall ein Verlustgeschäft sei. „Wir zahlen im Schnitt zehn bis zwölf Euro Zuschuss je Badegast.“ Im Jahr 2018 habe der Bäderbetrieb 760.000 Euro Verlust gemacht, „da müssen wir runter“, sagt Mai. Die Verluste habe man mit den Einnahmen der Stadtwerke ausgleichen können. „Bei uns geht jeder Euro ins Gemeinwohl“, betont Mai daher.

In Sachen Freibad befindet man sich mitten im Prozess der europaweiten Ausschreibung. Wenn alles gut läuft, könnten die Arbeiten 2021 starten. „Ob es dann schon fürs Schwimmen im Sommer 2021 reicht, müssen wir sehen“, sagt Mai. Bis 2022 sollte das neue Freibad aber fertig sein.