Projektraum Bahnhof 25: Abstraktion und Fundstücke

Im Projektraum-Bahnhof25 stellen ab Samstag drei neue Künstler aus

KLEVE. Eine Polyesterwellbahn auf einem rostigen und rollbaren Paravent verhindert vor dem Projektraum-Bahnhof25 die Sicht in den Raum. „Es erinnert zum einen an ein altes Gewächshaus, soll zum anderen aber auch neugierig auf das Dahinter machen“, sagt Künstlerin Christiane Rasch über ihr Werk. Gemeinsam mit weiteren Ausstellungsstücken bildet die Polyesterwellbahn eine komplette Rauminstallation, die gemeinsam mit weiteren Werken von Monika Buchen und Jeroen Diepenmaat ab kommenden Samstag im Projektraum-Bahnhof25 an der Klever Bahnhofstraße 25 zu sehen ist. Um 16 Uhr wird die Ausstellung eröffnet.

Christiane Rasch (l.) und Monika Buchen (r.) vor den abstrakten Gemälden, die Buchen ab Samstag ausstellt. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

Christiane Rasch, die an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert hat, arbeitet in fast allen Arbeiten mit verschiedenen Materialkombinationen und unterschiedlichen Oberflächen. Bis auf ein Foto, dass ihren Sohn mit aufgeschlagenen Knien und Ellenbogen zeigt, besteht ihre Ausstellung aus Fundstücken, an deren Oberflächen sie Eingriffe vorgenommen hat oder die eine neue skulpturale Anordnung bekommen haben. So hat sie zum Beispiel mehrere Bienenkästen aufeinandergestapelt und einen Einflugsschacht mit Blattgold veredelt. „Ich schaue mir sehr gerne Bienenkästen an. Das Innere assoziiere ich mit Wärme. Daher habe ich das Blattgold verwendet“, erklärt Rasch. Ein weiteres ihrer Kunstwerke ist ein Stück Holz, auf dessen Oberfläche der rote Lack abblättert. „Das Holz habe ich gefunden und nur leicht verändert. Es war wohl mal eine Tür. Ich habe sie sauber gemacht und Dinge abgenommen“, sagt die Künstlerin aus Köln. Den Rand hat sie mit einem leuchtend gelben Streifen versehen.

Expressive Malweise

Die gebürtige Emmericherin Monika Buchen stellt im Projektraum-Bahnhof 25 vorwiegend Bilder aus. Ihre Malereien beruhen auf dem Zusammentreffen spannungsvoller Gegensätze. „Meine Arbeiten zeigen eine Vermischung von geometrischer und gestischer Abstraktion. Ausgangspunkt sind in den meisten Fällen Abbildungen aus der medialen Welt, die mich formal-ästhetisch zu neuen Sichtweisen und Bildideen anregen. Auf der Leinwand transformiere ich diese dann zu minimalistischen, teilweise skurrilen Raumentwürfen“, erläutert die Künstlerin. Glatte Fläche überarbeitet sie dabei mit einer expressiven Malweise. Dabei kommt es zu gewollten Brüchen und zu Gegensätzen wie Statik und Dynamik, Offenheit und Verdichtung, Innen und Außen sowie Abgrenzung und Überschneidung.

Der visuelle Künstler Jeroen Diepenmaat zeigt in seiner Ausstellung vor allem Installationen, die allesamt mit dem Thema Musik zu tun haben. Im Vordergrund stehen dabei alte Tonbänder, die er als Kunstwerk arrangiert hat. Zudem stellt er Bilder aus, auf denen er mit feinen Linien und bunten Aufklebern Musik darstellt.

Die Ausstellung ist bis zum 1. Dezember im Projektraum-Bahnhof25 zu sehen und kann samstags und sonntags in der Zeit von 13 bis 17 Uhr besucht werden.