Integriertes Handlungskonzept
Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher (l.) überreichte Kerkens Bürgermeister Dirk Möcking (2. v. r.) die Zuwendungsbescheide für die Förderung der Umsetzung des IHK. Ebenfalls anwesend waren unter anderem Tordis Oberg (technische Sachberbeiterin der Städtebauförderung der Bezirksregierung Düsseldorf, 3. v. l.), Landtagsabgeordnete Margret Voßeler-Deppe (5. v. l.) und Florian Goldfuß (technischer Dezernent der Städtebauförderung). NN-Foto: Theo Leie

KERKEN. Feierlich nahm Bürgermeister Dirk Möcking die Zuwendungsbescheide für die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzepts (IHK) von Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher entgegen. Mit fast neun Millionen Euro von Gemeinde, Land und Bund soll die Infrastruktur in den Ortskernen von Aldekerk und Nieukerk verbessert werden.

„Ein ganz großer Moment“, fasst Möcking freudig zusammen, nachdem ihm Radermacher die Zuwendungsbescheide überreicht hatte. Den Anfang macht „eine gute Million“, wie Radermacher über die Förderung sagt. „Wir investieren eigentlich in Ideen und Menschen. In ein Gefühl für ein Dorf“, erklärt sie und fügt gut gelaunt hinzu: „Und auch in die ein oder andere Mauer oder einen Blumenkasten.“

Lebensqualität verbessern

Das IHK soll durch die Stärkung der Infrastruktur auf unterschiedliche Weise die Lebens- und Begegnungsqualität der Menschen verbessern. Die Mittel wurden im Rahmen des Förderprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ bewilligt. Dabei handelt es sich um eine Kofinanzierung von Land und Bund. 50 Prozent der knapp neun Millionen Euro – rund 4.363 Millionen Euro – werden durch die Förderung getragen. Für die andere Hälfte kommt die Gemeinde auf. „Ohne Kredite aufnehmen zu müssen“, wie Möcking betont.

Zwei der geplanten Maßnahmen für 2020 widmen sich der Krefelder Straße in Nieukerk und dem Rahmer Kirchweg in Aldekerk. Diese sollen baulich umgestaltet werden. Mit Fokus auf Fußgänger und Radfahrer soll Strukturproblemen wie etwa dem Bevölkerungsrückgang entgegengewirkt, aber auch der Einzelhandel gestärkt werden. Darüber hinaus stehen für das kommende Jahr ein Masterplan zur Ortskerngestaltung und eine Prozessbegleitung auf dem Maßnahmenplan.

Weiterhin sollen unter anderem der Bürgerpark in Nieukerk neu gestaltet und aufgewertet werden, genauso wie die Schulhofflächen und das Bahnhofsumfeld in Aldekerk. Auch das Hof- und Fassadenprogramm soll mit dem Geld gefördert werden.

Neben baulichen Projekten wird auch der Verfügungsfond beachtet. Mit Geldern aus jenem Fond können Bürger eigene Projekte fördern, die allerdings in das Gesamtkonzept passen und im Fördergebiet liegen müssen. Sie müssen somit einen städtebaulichen Mehrwert beziehungsweise einen Mehrwert für die Mitbürger bieten. Auch bei den Bürgerprojekten beträgt die Förderung aus dem Fond 50 Prozent, die andere Hälfte muss zum Beispiel aus Spenden finanziert werden. „Das Geld ist gut angelegt“, versichert Landtagsabgeordnete Margret Voßeler-Deppe bezüglich der Maßnahmen.

Aktive Bürgerbeteiligung

Dabei haben sich die Bürger aktiv am IHK beteiligt. In einem Gemeinderundgang, einem Bürger- und Experten-Gruppengespräch und in einer Bürgerwerkstatt fanden die Beteiligten gemeinsam Projektideen und behandelten die Ortskerne dabei gleich und zeitgleich. „Die Kerkener sehen die Herausforderung als Chance und engagieren sich. Das ist genau die richtige Einstellung“, lobt Radermacher. Sehr erfreut zeigte sich Möcking auch vom Engagement der Heimatvereine: „Darauf kann man wirklich bauen.“

Umgesetzt werden soll das IHK bis 2024. Weitere Informationen zum Förderprogramm für Städtebau gibt es unter www.brd.nrw.de.