Ein Schaf fürs Leben – neues Stück bei mini-art

Gibt es eine Garantie? Vielleicht diese: Wenn mini-art ein neues Stück auflegt, wird‘s gut. Zumindest be- und entsteht eine hohe Wahrscheinlichkeit. Das Restrisiko bleibt immer – sonst wär‘s kein Theater.

Kein Schaf ohne Wolf

„Ein Schaf fürs Leben“ heißt das neue Stück. Listigerweise spart der Titel eine wichtige Rolle aus: Was wäre ein Schaf ohne Wolf. Der kommt natürlich vor – würde aber den Titel ungriffig machen. „Ein Schaf fürs Leben“ ist – wie die meisten mini-Produktionen – ein Bühnenduett. Das ist aus mehreren Gründen falsch. Zum einen bedeutet Zweipersonentheater nicht Zweipersonentheater. Da wäre die Phantasie des hochverehrten Publikums: da geht was. Und dann wäre nicht nur – dann ist da noch die ordnende Hand. Sie gehört zu Rinus Knobel, der längst auch zur festen mini-art-Größe geworden ist. Zu nennen wären auch: Arne Bustorff (Figuren), Sandra Nienhaus (Kostüme), Elmar Brandenburg (Technik). Nichts geht ohne Text. Das Stück schrieb Maritgen Matter, die Übersetzung besorgte Sylke Hachmeister. Was heute auf dem Theater gern nicht genannt wird, sind die Tonlieferanten. Musik gibt‘s viel. Sie ist toll ausgewählt, aber wer wissen müssen, wem die Töne zu danken sind, bleibt enttäuscht zurück. Fast hätte man die Hauptakteure vergessen: Crischa Ohler und Sjef van der Linden: er – der Wolf, sie – das Schaf. (Natürlich nur auf dem Theater.)

Wunderstätte

Zurück zum Stück – zurück zur Wunderstätte Theater. Was auf der kleinen Bühne bei mini-art stattfindet, ist immer wieder sehenswert. Aus ein paar Requisiten entsteht eine ganze Welt – eine, in der nur fehlt, was man selber nicht hineinzudenken in der Lage ist.
Und worum geht‘s? Um eine riengroße Allegorie. Kaum etwas ist so aufladbar wie das Bild von Schaf und Wolf. Hier die Unschuld – dort das Verderben, die Hinterlist. „Ein Schaf fürs Leben“ setzt auf Urteile und Vorurteile. Es muss etwas geben, dass außer Kraft zu setzen Ziel der Übung ist. Vielleicht können Schaf und Wolf zu einer anderen Beziehung kommen als der von Täter und Opfer.

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Theater für alle Altersklassen

Ab fünf Jahren – so steht es auf dem Waschzettel. Natürlich: das Restalter ist unbegrenzt. Theater ist für alle. Man will nicht anfangen mit Ausgelutschtem wie „junge Gebliebene“. Gerade die eigene Phantasie macht das Theater zur Erfahrungsverdauungsmaschine: jeder denkt sich hinein und allein das Bild von Schaf und Wolf löst Geschichten aus, bevor der Vorhang sich noch öffnet. Was mini-art inszeniert ist liebevoll zu nennen, aber auch fundiert. Das sind Menschen am Werk, die sich mit der Meachnik des Fühlens auskennen. mini-art ist kein Zeigefungertheater – nie gewesen. Man gewinnt keine Preise mit dem Zeigefinger.

Schnell noch Karten besorgen

Die Theaterleute freuen sich: Längst sind alle Schulvorstellungen ausverkauft und auch, wer die Premiere miterleben möchte, sollte sich beeilen. Wue heißt es so schön: Restkarten sind vorhanden, aber wer das Theater kennt, weiß, dass der Platz begrenzt ist. 50 Minuten dauert die Parabel von Schaf und Wolf, von Fressen und Nichtgefressenwerden. Vielleicht sollte man den Wolf zitieren: „Wir unternehmen etwas Schönes zusammen. Jetzt gleich.“
Premiere ist am Samstag, 9. November, um 18 Uhr. Die zweite Premiere ist dann am Sonntag, 10. November, 16 Uhr. Familienvorstellungen am Sonntag, 1. Dezember, 16 Uhr und am Samstag, 7. Dezember, 18 Uhr. Erwachsene zahlen 9 Euro, Kinder und Jugendliche 6 Euro. Kartenvorbestellungen telefonisch unter 02821/811570 oder im Netz unter info@mini-art.de.

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