Der 74 Tonnen schwere Transformator wurde am Montag-Nachmittag auf die Trafotasse gesetzt. Die Arbeiten zur vollständigen Inbetriebnahme dauern noch bis Donnerstag. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

KLEVE. Kleves Stromversorgung wird weiter optimiert: Über zwei verschiedene Umspannstationen an der Emmericher Straße versorgt der Verteilnetzbetreiber Westnetz die Stadtwerke Kleve derzeit mit Strom. Beide Transformatoren wurden nun ausgetauscht, – ein erster bereits im Juli, ein zweiter in diesen Tagen – um die Stromversorgung auf den modernsten Stand der Technik zu bringen. Insgesamt vier Millionen Euro kostete das Westnetz-Projekt.

Für die beiden neuen, extrem leiseren Transformatoren bauten die Westnetz-Mitarbeiter in den vergangenen anderthalb Jahren zwei neue Trafotassen auf dem Gelände an der Emmericher Straße in Kleve. „Das ist ähnlich wie bei einem Hausbau: Erst muss das Fundament und das Haus stehen, bevor man einziehen kann“, veranschaulicht Westnetz-Projektleiter Jürgen Tünnessen. Auf dem ersten der zwei neu gemauerten Standorte konnte bereits im Juli dieses Jahres ein neues, leistungsstarkes und extrem leises 74-Tonnen-Energieschwergewicht angeschlossen werden. Der zweite, gleichwertige Transformator wurde am Montag mit Unterstützung eines Schwerlastunternehmens auf die zweite neue Trafotasse gehievt.

Allerdings hatte das Projekt Startschwierigkeiten: Denn das für den Positionswechsel benötigte Fahrzeug sprang am Montagmorgen nicht an. Nach mehreren Telefonaten konnte Projektleiter Tünnessen jedoch für den Mittag ein Ersatzfahrzeug organisieren. Das Versetzen klappte am Nachmittag dann jedoch problemlos. Insgesamt dauert der Trafowechsel innerhalb der Anlage vier Tage. Am Donnerstag soll der Vorgang planmäßig komplett abgeschlossen werden.

Vier Ersatzneubau seit 1928

Der Ersatzneubau in der Umspannanlage Kleve, die 1928 an selbiger Stelle in Betrieb ging, sei notwendig gewesen. „Alle 20 bis 40 Jahre muss man sie komplett erneuern, da die Technik immer weiter voranschreitet. Für eine weitere, sichere und zuverlässige Stromversorgung der Stadt Kleve mussten wir die Anlage also auf den neuesten und modernsten Stand der Technik bringen“, sagt Tünnessen. In Kleve sei ein solcher Ersatzneubau seit 1928 bereits vier Mal erfolgt.

So eine Hochspannungsschaltanlage bilde die Schaltstelle im Verteilnetz, welches die elektrische Energie von den Kraftwerken zum Endverbraucher übertrage. „Bis hier hin bringen wir von Westnetz den Strom, danach bringen die Stadtwerke den Strom in die Haushalte“, erklärt Tünnessen. Dazu müsste die Spannung jedoch von 110.000 Volt auf 10.000 beziehungsweise 25.000 Volt umgewandelt werden. Dies geschehe mithilfe der Transformatoren.

Im Zuge der Arbeiten baut Westnetz seit anderthalb Jahren die in Kleve vier bestehenden 110.000 Volt Stromkreise um, wobei zwei Stromkreise neugebaut und optimiert werden und zwei Stromkreise entfallen. Westnetz hat zudem in der Station an der Emmericher Straße zwei neue Trafoplätze für die Stadtwerke vorbereitet, wo in Zukunft ebenfalls zwei Transformatoren aufgestellt werden.

Weniger Platz, dafür höhere Betriebs- und Personensicherheit

Durch die neue Anordnung der Betriebsmittel benötige die neue Station insgesamt weniger Platz. Gleichzeitig biete sie dank der diversen technischen Maßnahmen, die Westnetz in den vergangenen anderthalb Jahren durchgeführt hat, eine höhere Betriebs- und Personensicherheit. Ein neu gebautes Schalthaus kann aufgrund installierter Digitalisierungsmodule vollständig aus der Ferne täglich überwacht und bedient werden. Ebenso ist eine neue Zufahrt zur Umspannanlage geplant, die nicht mehr an der Musikschule, sondern über die Straße „op de Botter“ entlangführen soll.

„Für uns steht aber vor allem die Sicherheit an erster Stelle: Während des gesamten Neubauvorhabens möchten wir eine zuverlässige Stromversorgung gewährleisten und die Belastungen für die Anwohner so gering wie möglich halten“, sagt Oliver Sauerbach, Leiter des Regionalzentrums Niederrhein. Von den Arbeiten an der Umspannanlage habe der Strom-Verbraucher tatsächlich nichts mitbekommen, wie Tünnessen erklärte.