Irmgard Gille stellt im
Schlösschen Borghees aus

Nächste Ausgabe von "Kunst und Kultur" morgen mit Eröffnung der Ausstellung

„Meine Bilder entwickeln sich“, sagt Künstlerin Irmgard Gille. NN-Foto: MB

EMMERICH. „Mensch, Theater, Farbraum“ heißt die Ausstellung von Irmgard Gille, die ab Sonntag im Schlösschen Borg­hees zu sehen ist. Die Emmericher Künstlerin zeigt Werke von 2006 bis heute, neben Gemälden auch Drucke und Collagen. Auf der Eröffnung im Rahmen von „Kunst und Klassik“ ab 11.30 Uhr übernimmt Gille, nach der Begrüßung durch Magdalena Janßen-Koeller von den Emmericher Kulturbetrieben, selbst die Einführung.

Seit inzwischen 30 Jahren malt die gebürtige Hamburgerin, die seit 45 Jahren in Emmerich lebt, und verbindet dabei unterschiedliche Stile. „Manche Bilder bestehen fast nur aus Farbe und sind sehr abstrakt, andere wiederum sind gegenständlich oder zeigen Menschen“, sagt Gille. Im Schlösschen Borghees sind 69 Nummern zu sehen, teilweise sind dabei aber zwei oder drei Bilder unter einer Nummer zusammengefasst. Auch Holzschnitte, Radierungen und Collagen gehören dazu. „Linol- und Holzschnitte drucke ich gerne auf etwas Bestehendes, zum Beispiel Zeitungsausschnitte“, erläutert Gille.

Zwei Bilder erstmals öffentlich zu sehen

In der Vergangenheit hat sie bereits öfters in der ehemaligen BX-Galerie in Emmerich ausgestellt. Zwei Werke aber sind nun erstmals öffentlich zu sehen, genauer zwei Akte. „Sie habe ich direkt am Modell gemalt“, erzählt Gille und verrät: „In der BX-Galerie waren sie nicht geschätzt.“ Angefangen hat sie übrigens mit Kursen im Haus der Familie, „dort habe ich die Techniken gelernt“. Inzwischen entscheidet sie intuitiv über Technik und Farbe. „Vieles hängt auch von der Stimmung ab“, sagt sie. Auch die Zahl der Bilder, die sie im Laufe eines Jahres malt. „Im Winter ist es eher schwierig, im Sommer sind es dann schon mal 20 Bilder.“ Auch hier hängt es wiederum von der verwendeten Technik ab. „Ein Druck ist viel Arbeit und dauert lange, auch eine Radierung­ erfordert viele technische Schritte.“
Ist ein Bild fertig, bedeutet dies bei Irmgard Gille nicht zwangsläufig, dass es auch wirklich abgeschlossen ist. „Ich habe zuletzt ein Bild nach fünf Jahren noch einmal komplett überarbeitet“, berichtet sie. Andere Werke wiederum entwickeln sich über mehrere Jahre, „am Bild ‚Waldnymphe‘ habe ich mehr als drei Jahre gearbeitet“. Letztlich zeigt sich auch hier wieder ihr „Spaß am Experimentieren“.

Auf ihre erste Ausstellung im Schlösschen Borghees freut sie sich besonders, denn „ich bin ein Musikfreund, und das Schlösschen ist auch ein Ort der Musik“. Gerade das Konzept von „Kunst und Klassik“ begeistere sie immer wieder aufs Neue. Für die Musik sorgt in diesem Jahr das Duo „Heinecker – Sperandio“, Sopranistin Nicola Heinecker und Pedro Sperandio am Flügel.

Veränderter Ablauf wegen Trecker-Ausfahrt

Allerdings läuft die kommende Ausgabe von „Kunst und Klassik“ ein wenig anders ab. „Die Trecker- und Oldtimer-Ausfahrt im Rahmen des Hüthumer Dorffestes startet am Sonntag um 11.15 Uhr hier am Schlösschen. Deshalb beginnen wir um 11.30 Uhr im Kaminzimmer mit der Begrüßung und der Einführung durch Frau Gille“, erläutert Magdalena Janßen-Koeller. Erst danach folgt der musikalische Teil, bis etwa 12.45 Uhr. Um 13 Uhr beginnt dann, ebenfalls im Obergeschoss, die erste von zwei 15-minütigen Aufführungen eines Puppentheaterstücks des TIK im Rahmen der „Schmuggeltocht“. Dadurch werden zwar zur Eröffnung nicht alle Werke von Irmgard Gille unmittelbar zu sehen sein. „Andererseits bekommen die Besucher quasi einen dreifachen Kunstgenuss: Ausstellung, Musik und Puppentheater“, sagt Janßen-Koeller mit einem Augenzwinkern.

Musikalisches Programm
In Kooperation mit der Kreismusikschule bestreiten Nicola Heinecker (Sopran) und Pedro Sperandio (Flügel) den musikalischen Teil von „Kunst und Klassik“. Ihr Programm umfasst Werke von Schubert, Brahms, Lorenzo Fernandes, Villa-Lobos und Bernstein.

Aufgrund der Treckerausfahrt kann am Schlösschen nicht geparkt werden. Es wird zwar eine Wiese als Parkfläche ausgewiesen, Janßen-Koeller empfiehlt aber, mit dem Rad zu kommen „oder sich bringen zu lassen“.