Uedem. Ungebrochen ist die kreative Leidenschaft, die Lust am Gestalten – immer unter Einbeziehung des Gartens, seiner vielen verschiedenen Räume und der vielfältigen Natur. Und so heißt es am 23., 24. und 25. August einmal mehr „Offener Garten trifft Kunst“, wenn Doris Angenendt (Keramik) und Renate Wischinski (Malerei) wieder zur gemeinsamen Ausstellung im Garten an der Schusterstraße 44 einladen.

Renate Wischinski (l) und Doris Angenendt (r) freuen sich auf viele „modebewusste“ Gäste im Garten an der Schusterstraße 44 in Uedem.NN-Foto: CDS

In diesem Jahr lautet das Motto „Fashionweekend auf Niederrhein“. Die Ideen seien nur so gesprudelt, berichten die beiden, die sich selbstverständlich auch wieder dem Anlass entsprechend kleiden werden. „Das Nähen unserer Kostüme war ein lustiger Sonntag“, lachen sie. Schließlich heißt es, sich für ein Fashionweekend gebührend in Schale zu werfen.
Schnell sei im vergangenen Jahr klar gewesen, dass sie auch 2019 eine gemeinsame Ausstellung machen wollen: „Es hat sich etabliert und die Leute fragen uns schon, welches Thema im nächsten Jahr dran ist“, so beiden Künstlerinnen. Die positive Resonanz sporne an und halte den Spaß am Tun lebendig. Dabei können sie immer auf die Hilfe ihrer Familien zählen, ohne die eine solche Veranstaltung nicht zu stemmen ist. „Fashionweekend“ – da hat sich natürlich auch hoher Besuch angesagt; die Bürgermeister-Figur samt prächtiger Amtskette empfängt die Gäste am Eingang des Vorgartens; dort halten auch zwei Damen gemütlichen Kaffeeklatsch mit einem Gläschen Schampus, denn das Fashionweekend ist doch seit Wochen Thema Nummer 1!

Karl Lagerfeld und Choupette

Und wenn es um Mode geht, darf einer auf gar keinen Fall fehlen: Karl Lagerfeld, mit seiner geliebten Katze Choupette auf dem Arm, stattet dem Uedemer Garten einen Besuch ab. „Wir haben etwas gemeinsam“, schmunzeln Doris Angenendt und Renate Wischinski, „unsere Kleider sind genausowenig tragbar, wie das, was er machte.“ Überall auf dem Areal verteilt, finden sich die Keramiken, die das Thema aufgreifen. Frauen, die besondere Hüte tragen – das kann dann auch schon mal ein Huhn und die Stadtansicht von Köln sein; eine schick gekleidete Dame, die auf einer Stele thront und zu sagen scheint „Wir können auch Mode“ oder getöpferte Frauenköpfe, die statt ihrer Haarpracht bunte Blumen tragen. „Für mich war das eine echte Herausforderung, weil ich eine realistische Töpferin bin, jetzt musste ich tief in die Fantasiewelt greifen“, beschreibt Doris Angenendt den Entstehungsprozess ihrer Keramikfiguren

Frau Kuh trägt High Heels

Renate Wischinski hat sich dem Thema mit verschiedenen Motiven genähert. „Frau Kuh“ lässt es sich nicht nehmen, dabei zu sein und trägt ihre nieder­rheinischen „High Heels“ – vier quietschrote Gummistiefel, die auch dem typischen Landregen standhalten. Ein Gänsepaar zeigt per Partnerlook Herz im Gefieder und „Herr Zeitung“ wird flankiert von zwei hübsch gekleideten Damen. Immer ein Thema für viele Frauen: Schuhe. Auf der Leinwand werden sie glanzvoll in Szene gesetzt.
Die Ausstellung lebt vor allem auch von der besonderen Atmosphäre, die der Garten bietet. „Das vermutet keiner in einem Neubaugebiet“, weiß Doris Angenendt, „die Leute sind oft überrascht, wenn sie den Garten betreten.“ Er wirkt aus jedem Blickwinkel anders; im Spiegel, der in der italienischen Ecke hängt, sieht man die Terrasse, und viele Plätze laden zum Verweilen ein. Bei einem einzigen Rundgang kann man gar nicht alle Details in sich aufnehmen. Hier lugen vier neugierige Gänse mit hoch gerecktem Hals über eine Hecke, um ja alles mitzubekommen, da „schwimmt“ ein Fisch mit knallrotem Kussmund durchs Grün und im Teich präsentiert der Frosch seinen Bauch der Sonne. Überall hört man das Wasser plätschern und murmeln; Hummeln summen im Lavendel – es stellt sich schnell ein Gefühl von Frieden und Ruhe ein.

Dieses Gefühl wissen die Besucher zu schätzen. Die Leute nehmen immer wieder Platz, sie kennen sich nicht, aber sie reden miteinander – über den Garten, über die Ausstellung und alles mögliche. Dann wissen Doris Angenendt und Renate Wischinski, dass sie auch mit ihrer Ausstellung alles richtig gemacht haben.
Corinna Denzer-Schmidt