Ist der Windpark in Alpen-Veen ein Auslaufmodell?

René Schneider trifft auf seiner Sommertour Vertreter der SL-NaturEnergie

VEEN. Schon zum achten Mal ist Landtagsmitglied René Schneider (SPD) auf Sommertour. Zum diesjährigen Thema „Hoch hinaus…“ besuchte er am Dienstag den Windpark Alpen-Veen der SL NaturEnergie. Dort informierte er sich bei Vertretern des Unternehmens über den Windpark und Windenergie.

René Schneider (Mitte) informiert sich bei Melanie Haltenhof und Dieter Braams zum Thema Windenergie. NN-Foto: Thomas Langer

Es sind schon drei beeindruckende Kolosse, die da in den Himmel ragen. Und das, obwohl sie noch zu den kleineren Modellen gehören. Bis zur Spitze misst eines der Veener Windräder 133 Meter. Das Fundament selbst hat einen Durchmesser von 16 und eine Tiefe von vier Metern. Der Durchmesser des Rotors ist mit 70 Metern ebenfalls mächtig. Ein Rad allein sorgt für 2,9 Millionen Kilowattstunden (kwh) im Jahr. Zum Vergleich: Ein Drei-Personen-Haushalt verbraucht durchschnittlich 3.500 kwh jährlich.  Ein 240 Meter großes Windrad könnte sogar bis zu fünf kleine Räder ersetzen. Das ist aber vorerst Zukunfsmusik für die SL NaturEnergie.
Seit Dezember 2002 steht der Windpark schon am Schanzweg/Ecke Holtkämpersley. Etwa 100 Kommanditisten (Gesellschafter) haben Anteile gekauft und ein Stimmrecht erworben. Der erwirtschaftete Strom wird an der Börse verkauft. Die Ausschüttung des Anteils vom Gewinn an die Kommanditisten ist entsprechend an den Ertrag der Anlage gekoppelt.
Die Laufzeit des Windparks wurde mit 20 Jahren festgesetzt. und es wurde eine Rückbauverpflichtung eingegangen. Unter Rückbau versteht man, die Anlage abzubauen, zu entsorgen und das Grundstück in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Damit wäre 2022 das Ende für die aktuelle Anlage gekommen. Für den Abbau wurden zudem Rücklagen gebildet, damit die Entsorgung der Hybridtürme aus Stahl und Beton möglichst problemlos umgesetzt werden kann, da diese besonders teuer ist. Es wird jedoch noch geprüft, ob der Windpark weitergeführt wird. Dann würde das sogenannte „Repowering“ zum Zug kommen. Dabei wird jeder Teil der alten Anlage entsorgt und an derselben Stelle durch einen neuen Bau ersetzt. Im Fall von Veen könnten somit frühestens ab 2023 die kräftigen Riesen zu bewundern sein.
Dass es nicht immer leicht ist, Windräder neu zu bauen, zeigt das Beispiel Langenfeld. Hier gab es eine Bürgerinitiative, die sich gegen den geplanten Abstand von 800 Metern zur Wohnbebauung wehrte. Die Landesregierung NRW hat inzwischen den Mindestabstand auf 1.500 Meter festgelegt. Auch immer mehr Umwelt- und Naturschützer blockieren den Bau neuer Windräder. Erschwerend für die Betreiber der Windräder kommt hinzu, dass die Förderung nach den 20 Jahren nicht mehr gültig ist.
Dass kaum jemand Windräder im eigenen Hinterhof möchte, weiß auch René Schneider, hat aber eine klare Meinung dazu: „Am Ende des Tages, wenn wir das Klima retten wollen, müssen wir mehr Akzeptanz für Windräder erreichen“ und verweist dabei auch auf den mittlerweile verbreiteten Wunsch, verstärkt auf erneuerbare Energien umzusteigen. Auch die Bürgerbeteiligung ist ihm dabei wichtig. Trotzdem sei es mit der Kritik „ruhiger geworden“. Dabei denkt er an die früher gern verwendeten Vorwurf der sogenannten „Verspargelung“, der Verschandelung der Landschaft durch Windräder.
Auch Melanie Haltenhof, aus der Geschäftsführung der SL NaturEnergie, ist sich sicher, dass es mit den Windparks weitergehen muss. Wichtig ist für sie: „Man muss für mehr Akzeptanz werben.“