Bauwerk für die Ewigkeit verlangt viel Aufmerksamkeit

René Schneider, MdL, startet seine Sommertour „hoch hinaus“ auf dem Dom

XANTEN. „Hoch hinaus“ möchte SPD-Landtagsabgeordneter René Schneider bei seiner Sommertour. Auf Nachfrage winkt er ab, nein, politisch sei das nicht zu verstehen. Aufstieg in die Bundespolitik kein erstrebenswertes Ziel für ihn. Vielmehr nutzt er alljährlich die Sommerferien zum Perspektivwechsel. Politiker trifft Menschen der Region (seines Wahlkreises), um sich aus erster Hand zu informieren.

René Schneider (r.) im Gespräch mit Johannes Schubert, Leiter der Dombauhütte Xanten, vor dem wunderschönen Fenster in der Westkapelle, das zur Zeit noch von der Orgel großenteils verdeckt wird.
NN-Foto: Lorelies Christian

Erste Station: St. Viktor Dom Xanten. 75 Meter hoch ist der Südturm – mit Johannes Schubert, Leiter der Dombauhütte, darf Schneider hoch hinaus, um den Blick über die Stadt (aus 45 Metern Höhe) zu genießen. Und unterwegs gibt‘s Einiges zu berichten. Zunächst trifft Schneider Domkantor Matthias Zangerle. Er ist zugleich Orgelsachverständiger und Mitglied im Orgelbauverein am St. Viktor Dom. Der Orgelbauverein hat sich 2017 gegründet und sammelt Spenden für eine neue Schwalbennestorgel, die an der Nordseite in der oberen Galerie installiert werden soll. 90.000 Euro hat der Verein bereits zu diesem Zweck eingesammelt, zur Zeit läuft der Antrag an die Finanzabteilung des Bistums Münster, damit der Kirchenvorstand auch aus Rücklagen der Propsteigemeinde Geld investieren darf. Zangerle erklärt den Wunsch: „Bereits im Jahr 1539 gab es an dem geplanten Platz eine Schwalbennestorgel. Noch heute sieht man die leere Stelle in den Obergaden, die irrtümlich für ein vermauertes Fenster gehalten wird. Dahinter ist eine Öffnung zu einem großen Raum, in dem Teile der Orgel aufgebaut wurden. Leider wurde die letzte Schwalbennestorgel im Krieg zerstört. Die jetzige Chororgel verdeckt das Hauptportal im Westchor und das wunderschöne Fenster. Das Instrument selbst ist nicht hochwertig und inzwischen stark verschmutzt. Reinigung und Stimmen würden viel Geld kosten, ohne dass die Orgel aufgewertet würde. Daher ist dies die Chance, durch eine Schwalbennestorgel eine klangliche Verbesserung zu erreichen.“
Sie soll über 40 bis 42 Register verfügen und durch entsprechende Mensuren (Verhältnis Pfeifenlänge zum Durchmesser) warme große Klänge erzeugen, die dank der Akustik vom neuen Standort aus den ganzen Dom erfüllen werden.
Die Kosten liegen bei 900.000 Euro bis zu einer Millionen – ein Zehntel ist also schon an Spendengeld gesammelt. „Ein gutes Argument, um zum Beispiel auch Bundesmittel zu beantragen“, rechnet René Schneider vor und verspricht, sich ebenso wie andere Politiker (egal „welcher Coleur“) dafür einzusetzen. Einen weiteren Vorteil der überaus großen Spendenbereitschaft sieht Schneider darin, dass das Projekt zügig vorangeschoben werden kann. „Sobald die Zusage aus Münster vorliegt, können sechs Angebote von Orgelbauern eingeholt und der Öffentlichkeit präsentiert weden, damit die Spender sehen, was genau geplant ist.“
Bis die neue Orgel im Dom erklingt, müssen die Besucher noch warten, doch natürlich finden auch die vielen Kunstschätze große Beachtung. Seit dem Bau, der von 1263 bis 1544 erfolgte und dem Wiederaufbau von 1947 bis 1966 gab und gibt es immer wieder Restaurierungsarbeiten, um die einstige Stiftskirche in ihrer ganzen Pracht zu erhalten. Johannes Schubert berichtet über die Arbeit seiner sechs Mitarbeiter, die sehr vielfältig ist. „In früheren Jahren ging es überwiegend um Steinmetzarbeiten, inzwischen haben wir uns mehr und mehr auf die Restaurierung der Glasfenster spezialisiert und nun wenden wir uns immer mehr den Holzarbeiten zu“, erläutert er und ist stolz darauf, dass Xanten mit 17 bedeutenden Altären eine herausragende Stellung inne hat. Gleichzeitig sorgt er sich, dass durch hohe Luftfeuchtigkeit und Staub das Holz angegriffen wird und Schimmelpilze großen Schaden anrichten. Dank Fördermittel des Bundes kann Schlimmstes verhindert werden. Doch der Leiter der Dombauhütte bekommt keine Langeweile – das große Bauwerk bedarf ständiger Überwachung. Nach dem Rundgang dankt er beim Abschied René Schneider, der sich ebenso wie andere Prominente, sich immer dafür eingesetzt hat, dass die Dombauhütte alles für den Erhalt des Gotteshauses tun kann.

Exklusive Domführung

Gemeinsam mit der Dombauhütte Xanten lädt der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider am 24. August zur exklusiven Domführung samt Aufstieg auf den Südturm des Xantener Wahrzeichens ein. Von dort hat man einen überragenden Blick über Xanten und die niederrheinische Landschaft. Rund 20 Teilnehmerplätze stehen bereit. Los geht es am 24. August um 14 Uhr vor dem Xantener Dom. Um Anmeldung wird bis zum 22. August gebeten (Telefon: 02842-973361 (bitte den Anrufbeantworter nutzen) oder per Mail: anne.boehmer@landtag.nrw.de) Der Aufstieg ist nicht barrierefrei ist und darüber hinaus wird etwas Puste nötig sein. Zudem wird das Tragen von festem Schuhwerk empfohlen.