Wolfgang Spreen (mitte) ist begeistert von dem Engagement des Betreuerteams rund um Susanne Schaffers (hinten rechts) und Alina Gehlen (hinten links). NN-Foto: Dickel

GELDERN. Einmal um die ganze Welt. Welches Kind träumt nicht davon? In der Stadtranderholung in der Don-Bosco-Schule in Geldern wird dieser Traum für 77 Kinder und Jugendliche mit einer geistigen oder Schwerstmehrfachbehinderung gerade Wirklichkeit.

Zum Start der Weltreise, die von den insgesamt 81 Betreuungskräften durchgeführt wird, sammeln sich die Kinder draußen beim „Reisemobil“. Auf einer dicken blauen Matte beginnt die Erlebnistour für die Kinder, die daran teilnehmen möchten. Dass die Kinder und Jugendlichen wirklich nur machen können, worauf sie Lust haben, ist ein wichtiger Aspekt der Stadtranderholung: „Mit der Eins-zu-eins-Betreuung können wir sicherstellen, dass jedes Kind genau das machen kann, was es möchte und auch nicht zu kurz kommt“, erklärt Susanne Schaffers, Leiterin der Stadtranderholung in der Don-Bosco-Schule und fügt lächelnd hinzu, „die Kinder sollen schließlich auch Ferien haben.“

Als erste Station wird die Antarktis besucht. Hier wird unter großem Gelächter wie ein Pinguin gewatschelt und – dank Trampolin und dicker Matte – ins Wasser gesprungen. Nach diesem gelungenen Beginn der Weltreise geht es zu den Indianern in den Snoozelraum. Hier können die Kinder etwas zur Ruhe kommen und einer Indianergeschichte lauschen. Birgitt Höhn, Fraktionsvorsitzende der Grünen, ist von dem Angebot begeistert: „Es gibt extrem wenige Angebot für Kinder mit Beeinträchtigungen“, weiß die Politikerin aus eigener Erfahrung, „deshalb ist es so wundervoll, dass die Stadtranderholung dieses Angebot anbietet.“

Auf nach Afrika

Der nächste Halt bringt die Kinder nach Afrika. Hier können Masken und Instrumente gebastelt werden. Passend dazu läuft afrikanische Musik im CD-Player. Weiter geht es draußen. Dort dürfen die Kinder sich als Dschungelbewohner schminken lassen: „Möchtest du vielleicht ein Tiger sein oder eine Schlange?“, fragt Alina Gehlen, die zuständig für die kreativen Angebote der Stadtranderholung ist. Draußen können die Kinder dann auch noch mit einem großen Ball spielen, keine Frage, dass Landrat Wolfgang Spreen da ebenfalls zugreift.

Für Kinder mit Schwerstbehinderungen haben sich die Teamer eine andere Möglichkeit der Welterkundung ausgedacht: An einem Tisch dürfen sie mit Fingerfarben die Welt auf ihre eigene Weise erkunden: „Hier kommen wirklich alle Kids auf ihre Kosten“, bestätigt Gehlen, die schon lange Teil des Betreuuerteams ist.

Genau von solchen Menschen profitiert die Stadtranderholung: „Wir brauchen nicht zwingend Menschen, die sehr viel Erfahrung haben. Engagement und Lust an dem, was sie tun, ist viel wichtiger“, so Schaffers. Dass die Teamer motiviert sind, zeigt sich auch in der Turnhalle, die als letzte Station besucht wird. Hier können die Kinder auf einer Hüpfburg toben und im Bällebad untertauchen. Immer mit Unterstützung der eigenen Teamer, die sich nicht zu schade dafür sind, ebenfalls im Bällebad abzutauchen: „Ich freue mich, dass es seit 39 Jahren gelingt, diese ganz besondere Ferienmaßnahme auf die Beine zu stellen“, erklärt Spreen voller Begeisterung und lobt zum Abschluss die Arbeit des gesamten Teams.