Marktplatzkino in Rees: Eintritt frei!

Rees ist Spielstätte für die „Filmschauplätze NRW“. Termin ist am 12. August.

Laden zu einem Filmabend auf dem Marktplatz ein: Bürgermeister Christoph Gerwers, der VVV-Vorsitzende Bernd Hübner, Kulturamtsleiterin Sigrid Mölleken und Michael Kemkes (VVV). NN-Foto: HF

REES. Kino in Rees? Da war doch mal was – seinerzeit am Stadtgarten. Wichtiger aber ist: da wird wieder was sein: Auf dem Marktplatz nämlich. Stichtag ist Montag, 12. August. Kino am Montag? Genau.

Die Sache mit dem Montag hat ihre Bewandtnis. Die Stadt hat sich bei der „Film und Medien Stiftung NRW“ beworben. Die veranstaltet schon seit Jahren ein Projekt mit dem Titel „Filmschauplätze“. Auf das Projekt aufmerksam gemacht wurden die Reeser vom Journalisten Michael Scholten „Wir haben uns dann beworben und sind genommen worden“, freut sich Bürgermeister Christoph Gerwers und erklärt: „Wenn man genommen wird, bekommt man einen Termin – genau einen. Den kann man nehmen oder man ist nicht dabei.“ Alternativen wurden nicht geboten. Ausgerichtet wird das Film-Event von der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) mit Unterstützung anderer Vereine – und so viel steht fest: es wird wohl einiges los sein auf dem Reeser Marktplatz. „Ein Marktplatz ist nun mal das Zentrum der Stadt und genau deshalb wollen wir diesen Ort mehr bespielen“, so Gerwers. Man könne sich in Kalkar anschauen, was alles gemacht werden kann.

Am 12. August jedenfalls wird der Reeser Marktplatz ab circa 12 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Kulturamtsleiterin Sigrid Mölleken: „Da ist natürlich einiges vorzubereiten. Die Leinwand muss aufgebaut und stabilisiert werden.“ (Das wird – ähnlich wie bei Sonnenschirmen – mittels Standmodulen gemacht, die dann ihrerseits mit Wasser befüllt werden müssen.) Mölleken: „Darum wird sich dann der Bauhof kümmern.“

Vor- und Hauptfilm

Beginnen wird der Filmabend um 18 Uhr. Bis allerdings der Projektor in Gang gesetzt werden kann, wird noch ein bisschen Zeit vergehen. Bernd Hübner, Vorsitzender des VVV: „Ich habe das mal gegoogelt: Sonnenuntergang wird am 12. August um 21.04 sein. Erst danach kann es ja losgehen. Wie es sich so gehört, wird es einen Vor- und einen Hauptfilm geben. Der Kurzfilm, mit dem das Programm startet, heißt „Heimspiel“.

Der Hauptfilm bringt dann Daniel Brühl als Hauptdarsteller auf die Leinwand: „Der ganz große Traum“ handelt von einem Lehrer, der 1874 nach längerem Englandaufenthalt den Fußball nach Deutschland „importiert“. Christoph Gerwers: „Ich habe mir den Film angesehen und kann nur sagen: Es lohnt sich.“ Ein bisschen habe ihn der Film an den „Club der toten Dichter“ erinnert. Der Filmtitel lässt sich auch ein zu eins ins wirkliche Leben übertragen, denn „wenn das ein toller Abend wird, dann werden wir das im kommenden Jahr in jedem Fall wiederholen – mit oder ohne Filmstiftung.“ Das ist ja mal ein Wort. Der VVV hat jedenfalls 500 Stühle bestellt. Natürlich muss das Wetter mitspielen, obwohl im Falle eines Wolkenbruchs die Möglichkeit besteht, ins Bürgerhaus zu gehen, „aber das ist dann natürlich eine ganz andere Atmosphäre“, sagt Gerwers. Ach ja: Der Eintritt ist frei. Wer übrigens ganz bequem sitzen möchte, darf sich gern ein Sitzkissen für seinen Kinostuhl mitbringen.

Übrigens zeigt der Reeser Geschichtsverein Ressa zwischen 18 und 21 Uhr historische Filmausschnitte über Rees in einem Schaufenster von „Mittags am Markt“. Für den musikalischen Rahmen (19 bis 20.30 Uhr) sorgt der Buena Ressa Music Club. Eine Band wird bekannte Rock- und Popsongs spielen und eventuell tritt auch der Buena Ressa Chor auf.

Getränke, Popcorn, Eis und Zuckerwatte

Und was gehört noch zum Kino-Ambiente? Getränke, Popcorn, Eis und Zuckerwatte. Unterstützt wird der VVV vom Reeser Schwimmclub (Verkauf), dem Tennisclub Blau Weiß Rees (Nachos und Salsa), dem SV Rees (Grillstand), dem Buena Ressa Music Club (Musik) und dem Geschichtsverein. Die Gewinne aus den Verkäufen werden unter den Vereinen aufgeteilt. Die Teilnahme am Projekt „Filmschauplätze“ ist für Rees eine Premiere.

Im Kreis Kleve ist Rees zudem die einzige Kommune, die mit im Boot ist. Christoph Gerwers: „Leider kann ich nicht dabei sein, denn ich bin im Urlaub.“ Trotzdem hat der Bürgermeister eine Botschaft in Sachen Filmnacht: „Runter vom Sofa und ab auf den Marktplatz.“ Will heißen: Wenn keiner kommt, kann‘s kein Erfolg werden. Und der VVV-Vorsitzende Bernd Hübner sagt: „Es ist zwar ein Montag, aber wir sind doch alle erwachsen.“ Will heißen: Mal bis Mitternacht (oder einen Ticken länger) aufzubleiben, sollte doch wohl möglich sein.

ichtiger Hinweis am Schluss: Die Filmanfangszeit ist eine Circa-Zeit, denn um eine gute „Übertragungsqualität“ zu erzielen, sollte es einigermaßen dunkel sein. Wer sich einen guten Platz sichern möchte, sollte aber nicht erst um 21 Uhr „am Platz“ sein.Heiner Frost