Die „Walking Stones meet Kandinsky“ sind bereit für die „Vierdaagse“ in Nimwegen. NN-Foto: SP

KLEVE/NIMWEGEN. Wenn die Schülergruppe „Walking Stones meet Kandinsky“ des Klever Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums und des Kandinsky College aus dem niederländischen Nimwegen am kommenden Dienstag bei der 103. „Vierdaagse“ in Nimwegen an den Start geht, liegt die größte Anstrengung wohl bereits hinter ihnen. 5250 Kilometer haben sie bereits allein im Gruppen-Training zurückgelegt. Die „4Daagse“ braucht eben eine intensive Vorbereitung. Seit Monaten trainieren die 20 Schüler einmal monatlich als Gruppe zusammen und haben sogar zwei Trainingslager absolviert, um die viermal 30 Kilometer der „Vierdaagse“ meistern zu können.

„Ab Dienstag zählt dann: Tod oder Glodiolen“, sagt Stein-Lehrer Michael Thölking, der neben Tamara Kutscher und Rob Janssen vom Kandinsky College das internationale Projekt betreut. Das niederländische Sprichwort beschreibe die Teilnahme sehr gut. Denn pro Tag fallen mehrere hundert Läufer aus, weil sie den Strapazen nicht gewachsen sind. Eine gute und intensive Vorbereitung sei da alles.

Zum achten Mal bei der „Vierdaagse“

Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium kennt sich damit bereits bestens aus. Immerhin nimmt schon zum achten Mal eine Schülergruppe des Klever Gymnasiums an der „Vierdaagse“ teil – seit 2011 in Kooperation mit dem Kandinsky College. „Ich war schon im letzten Jahr dabei und fand die Atmosphäre einfach überwältigend“, sagt der 12-jährige Jan Schubert begeistert. Er freut sich auch in diesem Jahr auf die Teilnahme, die am Dienstagmorgen startet und am Freitag mit einem riesigen Fest im Ziel nach 120 absolvierten Kilometern endet. „Die Vierdaagse ist eine Kirmes und ein Festival in einem“, erklärt Thölking. Den 47.000 Wanderern aus 17 Nationen jubeln mehrere tausend Besucher am Straßenrand zu.

Persönliche Urkunde

Ulrich Francken, Vorsitzender der Euregio und Bürgermeister der Gemeinde Weeze, wünschte der Schülergruppe bereits vorab viel Erfolg. Weil die Teilnahme an der Vierdaagse mit viel Spaß, aber auch mit einigen Blasen verbunden sei, gab er jedem einzelnen Schüler schon vorab eine persönliche Urkunde und ein Geschenk. „Ihr könnt schon jetzt stolz auf euch sein. Den Härtetest in der Eifel habt ihr alle mit Bravour bestanden, daher besitzt ihr eine große Chance, die Vierdaagse zu schaffen“, gab Thölking seinen Schülern mit auf den Weg.

Vorerst die letzte Teilnahme

Vorerst wird es allerdings die letzte Teilnahme des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums an der Vierdaagse sein. „Da die Sommerferien in den nächsten Jahren in Nordrhein-Westfalen sehr früh liegen, die Vierdaagse aber wieder Mitte Juli stattfinden wird, müssten sich die Schüler bis in die vierte oder fünfte Ferienwoche hinein auf die Wanderung vorbereiten. Das ist organisatorisch nicht zu stemmen, da sie dann auch nicht früher in Urlaub fahren könnten“, sagt Thölking. Also müsse die Teilnahme an der Vierdaagse im nächsten Jahr – wenn auch schweren Herzens – abgesagt werden.

Auch Francken bedauert diese Entscheidung. „Es ist ein einzigartige Begegnungsprojekt, das Menschen von beiden Seiten der Grenze zueinanderbringt – und wo man sich kennt, streitet man nicht“, sagt Francken.