Tod und Trauer, persönliche und doch öffentliche Themen

XANTEN. „Erinnerungen können überall sein. Sie können uns Menschen helfen und aufbauen. Sie sind auch Teil unserer Hospizarbeit“, so erläuterte Franziska Heeg, stellvertretende Diözesangeschäftsführerin des Malteser Hilfsdienst den Standort des Erinnerungsbaums im Bibelgarten, der zum Kurpark Xanten gehört.

Das Aufstellen eines Erinnerungsbaumes ist ein Projekt, das zur Nachahmung empfohlen wird. Das kreative Werk bestaunen (v.l.): Bürgermeister Thomas Görtz, Janik, Martina Zimmer, Koordinatorin beim ambulanten Hospizdienst der Malteser und Innenminister Herbert Reul.
NN-Foto: Lorelies Christian

Sie bedankte sich bei Bürgermeister Thomas Görtz, der diesen öffentlichen Platz zur Aufstellung vorgeschlagen hatte und damit „Tod und Trauer, die nach wie vor Tabuthemen sind – einen öffentlichen Raum gegeben hat“.
Die Xantener konnten den von Richard Kerhoff angefertigten Baumstamm bereits (spätestens) zur Kurparkeröffnung im Mai in Augenschein nehmen. Jetzt kam Inneminister Herbert Reul, um die Arbeit des ambulanten Hospizdienstes der Malteser am Niederrhein kennenzulernen und auch den Baum persönlich zu sehen. Martina Zimmer, Koordinatorin beim amubulanten Hospizdienst, hat ihn mit trauernden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geschaffen, die die Skulptur mit mehr als 20 Symbolen verziert haben. Bei ihren Erläuterungen baute sie zunächst eine Brücke: „Herr Minister, Sie sind für innere Sicherheit zuständig und wir in gewisser Weise auch, Sie im Land und wir in Familien“.

Helena und Lennard zeigen Inneminister Reul ihre Schnitzerei am Erinnerungsbaum.
NN-Foto: Lorelies Christian

Genauso angetan wie Bürgermeister Görtz von der ehrenamtlichen Arbeit der Kräfte des Hospizdienstes ist, zeigte auch Reul seine Hochachtung „vor allen Menschen, die sich da engagieren.“ „Das, was Sie tun, ist unbezahlbar – wertvolle Hilfe, ein Zeichen für eine menschliche Gesellschaft. Sie zeigen Menschen, die leiden, dass es weiter geht.“
Der Minister suchte das Gespräch mit den Ehrenamtlern, war beeindruckt, wie sie für todkranke Menschen in schweren Stunden da sind und auch den Angehörigen zur Seite stehen. Eine weitere Aufgabe ist Familien beizustehen in der Trauerbewältigung.
Ideengeber zum Erinnerungsbaum war Martin Blankenhagen, der Trauersklulpturen aus Metall fertigte. Mit Tischlermeister Richard Kerkhoff haben Kinder Jugendliche und Erwachsene den Erinnerungsbaum geschaffen. Der „Freundschaftskreis“ (oben) ist Symbol der Verbundenheit mit den Toten. Die Buchstaben stehen für jeden Verstorbenen. Die Schnitzereien sind sehr individuell, jeder hat sich etwas sehr Typisches überlegt, das er mit dem Verstorbenen verbindet.
Martina Zimmer betreut Kinder in der „Trauergruppe“. Sie sind auch gekommen. Lennard zeigt dem Minister ein Segelboot, weil sein Papa und er gerne Boot gefahren sind. Janik hat ein Rotes Kreuz mit Blaulicht eingeritzt, weil er das mit den gemeinsamen Einsätzen im DRK verbindet.
Sehr zugewandt verfolgte Minister Reul die Ausführungen der Trauernden und Helfer. Er war sehr beeindruckt und betonte: „Ich liebe Besuche, bei denen man etwas lernt.“

Innenminister Herbert Reul hat sich im Beisein von Bürgermeister Thomas Görtz ins Goldene Buch der Stadt Xanten eingetragen.
NN-Foto: L. Christian