Vor 50 Jahren: Alpen im Viererpack

Gebietsänderungsvertrag schloss Alpen, Veen, Menzelen und Bönninghardt zum politischen Gebilde

ALPEN. Wenn die ehemaligen Ratsmitglieder oder Bediensteten der Gemeinde Alpen ihre Köpfe zusammenstecken, dann ist keine Verschwörung im Gange. Sie schauen sich die von Archivarin Ursula Hüsch ausgelegten alten Fotos an und versuchen gemeinsam, die Lücken in den Bildbeschreibungen zu ergänzen.

Diese Herren haben sich für Alpen eingesetzt: (v.l.): Gerold Allnoch, Willi Spettmann, Josef Heix, , Willi Jansen, Johann Leiting, Thomas Ahls, Fritz Nühlen und Heinz Bühning.
NN-Foto: Lorelies Christian

 

„Wer war denn das noch mal?“ ist die meist gestellte Frage, die sich oftmals nach einigem Hin und Her klären lässt. So bringt Ursula Klarheit in die Archivdaten und die „Ehemaligen“ bekommen Impulse sich über das „Damals „ auszutauschen. So auch jetzt, als Bürgermeister Thomas Ahls (auf Anregung der Archivarin) die noch lebenden Ratsmitglieder eingeladen hat, die seinerzeit bei der Gebietsreform im Kreis Moers vor 50 Jahren mitgewirkt haben. Bei Kaffee und Kuchen kam zwischen Gerold Allnoch aus Menzelen-West, Heinz Bühning, Alpen, Josef Heix, Drüpt, Johann Leiting, Bönninghardt, Fritz Nühlen, Menzelen-Ost, Willi Spettmann, Veen und dem ebenfalls eingeladenen Alt-Bürgermeister Willi Jansen schnell das Gespräch über alte Zeiten in Gang.
Bürgermeister Ahls blickte noch einmal zurück: Bereits im November 1966 kamen erste Gedanken zr Neugliederung auf und Oberkreisdirektor Hübner bat einen Monat später zum Gespräch. Die Angst, dass Alpen zwischen Xanten, Wesel und Rheinberg aufgeteilt werden könnte, trieb die Alpener an, selbst Pläne zu schmieden – erinnert sich Willi Jansen. Motor, Sinngeber und vehementer Fürsprecher für den Erhalt der Gemeinde Alpen war Franz Sevens, seit 1962 Gemeindedirektor von Alpen.
Zunächst sah es so aus, als ob Birten weiterhin zur Gemeinde Alpen gehören sollte, doch lukrative Versprechungen – wie zum Beispiel Kanalisation oder Straßenbeleuchtung beeinflussten die Entscheidung der bis dahin selbständigen Gemeinden (wie auch Marienbaum-Vynen).
Letztendlich beschloss der Haupt- und Finanzausschuss am 31. Juli 1968 die Neurodnung: Birten schied aus dem Gemeindeverband aus, Alpen, Veen, Menzelen und später auch Bönninghardt sollten die Gemeinde Alpen bilden. Am 13. August 1968 wurde der Gebietsänderungsvertrag unterzeichnet und zum 1. Juli 1969 in Kraft gesetzt. 1973 wurden noch mal Grenzlegungen der Gemeinde Alpen nachverhandelt.
Zum ersten Gemeinderat gehörten 27 Ratsmitglieder. Gerold Allnoch war 35 Jahre Ratsherr, Heinz Bühning zehn Jahre, Josef Heix 31 Jahre, Johann Leiting 25 Jahre, Fritz Nühlen 15 Jahre und Willi Spettmann zwölf Jahre.
Zu der Zeit gab es 36 Beschäftigte in der Gemeindeverwaltung und zwölf Arbeiter im Bauhof. Sicherlich gab es -Rivalitäten zwischen den unterschiedlichen Ortsteilen. Doch Bürgermeister Ahls bringt es auf den Punkt: „Wir sind alle Alpener und behalten unsere Identität zur Ortschaft. Durch Rivalität spornt man sich auch gegenseitig an und sichert damit den Fortschritt.“ Alt-Bürgermeister Willi Jansen ergänzt: „Wir waren seinerzeit Ausgleichstockgemeinde, unsere Mittel waren sehr begrenzt. Ich finde wir können sehr stolz sein auf das Geleistete.“