EMMERICH. An den Besuch auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Emmerich vor einem Jahr kann sich Matthias Reintjes noch gut erinnern. „Damals waren gerade einmal die Bodenplatten der Häuser für das Betreute Wohnen fertig“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende. Beim Rundgang über die Baustelle mit dem Geschäftsführer der Mona-Projektentwicklungsgesellschaft, Matthias Wünsch von der Heyden, zu dem die Emmericher Christdemokraten in dieser Woche eingeladen hatten, sehen die Besucher: Die Arbeiten schreiten zügig voran.

Vor rund 50 Teilnehmern schildert Wünsch von der Heyden, was sich in den vergangenen Monaten alles getan auf dem mehr als 360.000 Quadratmeter großen Areal der einstiegen Moritz-von-Nassau-Kaserne und wie die weiteren Bauschritte aussehen. Das beginnt im Bereich zur B220, wo die Arbeiten am Aldi-Markt begonnen haben. Hinter dem Bauzaun werden die Fortschritte noch deutlicher: Die Kita „Räuberhöhle“ hat längst den Betrieb aufgenommen (die NN berichteten) und ist mittlerweile vierzügig. Die Hauptachse durch das Gelände, von der B220 zur Ostermayerstraße, soll in acht Wochen für den Verkehr freigegeben werden.

120 Pflegeplätze ab 15. Juli

Auch die Häuser für betreutes Wohnen und das Pflegezentrum sind so gut wie fertig. „Wir befinden uns im Endspurt“, sagt Wünsch von der Heyden. In vier Wochen steht für Haus 1 und 2, dem Pflegezentrum, die End­abnahme mit dem Betreiber Korian an. Ab 15. Juli soll es bezugsfertig sein. Die Einrichtung umfasst 120 Pflegeplätze, davon 40 für Demenzpatienten. „Haus 1 startet mit 30 bezogenen Zimmern“, erläutert Wünsch von der Heyden. Im Staffelgeschoss ist eine Tagespflege mit 20 Plätzen und einer großen Dachterrasse untergebracht. Außerdem gibt es eine Cafeteria, die auch von den Bewohnern der Häuser A und B, dem betreuten Wohnen (Betreiber ist ebenfalls Korian), genutzt werden kann.

Mona-Chef Matthias Wünsch von der Heyden (r.) mit den Teilnehmern des Rundgangs vor Haus 1 des künftigen Pflegezentrums.
NN-Foto: MB

Haus A und B bieten insgesamt 48 barrierefreie und seniorengerechte Mietwohnungen mit 49 bis 88 Quadratmetern Fläche. „Die ersten sind bereits vermietet. Sie werden aktuell möbliert“, berichtet Wünsch von der Heyden, „ab 1. August sind sie bezugsfertig.“ Bis dahin sollen die angrenzenden Straßen und Wege fertig sein, so dass es keine Baustellentätigkeiten im unmittelbaren Umfeld mehr gibt. Eine Frage, die beim Rundgang aufkommt: Gibt es eine Altersbeschränkung beziehungsweise ein Mindestalter für das betreute Wohnen? „Nein“, betont der Mona-Chef, „auch ein 25-Jähriger, der pflegebedürftig ist, kann hier wohnen. Wir würden uns sogar gemischte Altersstrukturen wünschen.“
Während das Blockheizkraftwerk bereits in Betrieb ist, schreiten die Arbeiten an den sieben Gebäuden mit 85 Mietwohnungen (40 davon werden sozial gefördert) ebenfalls zügig voran.

Medizinisches Zentrum auf 5.300 Quadratmetern

Für das medizinische Zentrum mit einer Fläche von 5.300 Quadratmetern hat die Mona im Mai den Bauantrag eingereicht. „Wir hoffen, dass bis August die Baugenehmigung vorliegt, dann können wir im September oder Oktober mit den Arbeiten starten“, sagt Wünsch von der Heyden. Die Bauzeit beziffert er auf rund 14 Monate.

Gewerbepark
Die Vermarktung des Gewerbeparks im östlichen Teil des ehemaligen Kasernengeländes hat die Firma Marktverstand übernommen. „Es geht in schnellen Schritten voran“, berichtet Matthias Wünsch von der Heyden und kündigt an: „In drei bis vier Monaten wird man hier die ersten Grundstücke begehen können.“ Hier soll neben Handel und Büros auch ein Parkhaus gebaut weren.

Künftig sind hier – neben Optiker, Akustiker und Apotheke – Ärzte aus 21 Fachrichtung untergebracht. „Es gibt bereits erste konkrete Mieter“, verrät Wünsch von der Heyden. Dank der Kooperation mit „Partner unter einem Dach“ (PueD) habe man auch schnell Interessenten gefunden, „dieses Know-how hat einiges leichter gemacht. Schwierig war es eher, die interessierten Ärzte davon zu überzeugen, dass dieses Gebäude tatsächlich gebaut wird“, erzählt der Mona-Chef. Die Ärzte sollen teilweise aus Emmerich, aber ebenso aus dem näheren und ferneren Umland, etwa aus Bonn, kommen.

B-Plan für psychosomatische Klinik geändert

Für die benachbarte psychosomatische Klinik, an der die van-der-Valk-Hotelkette beteiligt ist, muss eine B-Plan-Änderung gestellt werden. Denn: „Wir werden hier den Wellness-Bereich unterbringen“, erläutert Wünsch von der Heyden. Dieser war ursprünglich am medizinischen Zentrum vorgesehen, „dort fehlt uns aber der Platz“.

Auf der Fläche der einstigen Mensa sollen auf 7.300 Quadratmetern Miet- und Eigentumswohnungen zu „Smart Living“ entstehen. Im westlichen Teil des Geländes, dem künftigen Waldparkviertel, sind auf 14.200 Quadratmetern Eigentumswohnungen geplant; dieser befindet sich derzeit in der B-Plan-Änderung. Hinzu kommen weitere verschiedene Wohnkategorien wie Reihen- und Einfamilienhäuser, Seniorenbungalows und Villen mit Anbindung an einen neu angelegten See. „Die Kombination aus viel Wald, viel Park und nun auch Wasser wertet das ganze Areal auf“, sagt Wünsch von der Heyden.

Im Anschluss an den öffentlichen Rundgang fasst CDU-Fraktionschef Matthias Reintjes zusammen: Das 120-Millionen-Euro-Projekt sei für Emmerich „eine große Bereicherung. Ein komplett neues Stadtviertel wird unserer Stadt gut tun.“