Aktionstag am Wahrsmannshof:
Artenschutz geht alle an

Aktionstag für Schüler mit Podiumsdiskussion zum Thema Artenschutz am Wahrsmannshof

Diskussion mit (v. l.) Ute Sickelmann, Christoph Gerwers, Michael Seegers, Ulrich Wernecke und Moderator Maurice Lamers. NN-Foto: MB

REES. Bereits seit 16 Jahren gibt es in Nordrhein-Westfalen die Kampagne „Schule der Zukunft“. Im aktuellen Kampagnenzeitraum geht es um aktuelle Zukunftsfragen wie den Klimaschutz. Im Kreis Kleve hat sich dazu das Netzwerk „Schulen und Kindergärten für Nachhaltigkeit – wir tun etwas für die Artenvielfalt“ gegründet. Die beteiligten Schulen haben nun am Wahrsmannshof bei Rees einen Aktionstag zum Artenschutz durchgeführt, inklusive einer Podiumsdiskussion zum Thema „Was tut ihr für die Artenvielfalt?“

Teilnehmer der Diskussion waren der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers, Kreistagsmitglied Ute Sickelmann von Bündnis 90/Die Grünen, Landwirt Michael Seegers aus Kalkar und Dr. Ulrich Werneke, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums im Kreis Kleve mit Sitz in Rees-Bienen. Die Moderation übernahm Maurice Lamers von der Gesamtschule am Forstgarten in Kleve. „Ich habe Themen vorbereitet, zu denen die Teilnehmer zunächst Stellung nehmen, anschließend beantworten sie Fragen, die ich von den Schülern bekommen habe“, erzählte Maurice im Vorfeld der Diskussion, die rund 100 Schüler und Kindergartenkinder verfolgten.

„Man kann noch mehr tun“

Ute Sickelmann stellte zunächst fest, dass der Umweltausschuss des Kreises bereits beschlossen habe, mehr für den Umweltschutz und den Erhalt der Artenvielfalt zu tun; als Beispiel nannte sie das Anlegen von Blühstreifen. „Man kann aber noch mehr tun“, sagte sie. So müsse ein Bauherr einen ökologischen Ausgleich schaffen. „Und der Kreis Kleve muss mehr für den Erhalt des Waldes tun.“

Bürgermeister Gerwers sagte mit Blick auf den Klimanotstand in Kleve, diesen sehe er für Rees „noch nicht“. Hier mache man vielmehr kleine Schritte, etwa den Bau von zehn Windrädern, „teils gegen den Widerstand der Bevölkerung. Wir brauchen aber andere Energieträger, wenn wir aus Kohle- und Atomstrom aussteigen wollen.“

Solche Windräder würde sich Michael Seegers auch in Kalkar wünschen, „bislang aber macht uns der Kreis einen Strich durch die Rechnung“. Er verwies auf die großen Flächen an Wildblumenwiesen, die inzwischen auf Kalkarer Stadtgebiet entstanden seien, und betonte: „Wir sind in der Landwirtschaft stets bemüht, Artenschutz zu betreiben.“

Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen

Zum Thema Artenschutz außerhalb von Naturschutzgebieten sagte Ulrich Werneke, man müsse Rückzugsgebiete für Pflanzen und Tieren schaffen und erhalten, beispielsweise in Form von Grünstreifen entlang von Feldern oder Flussläufen.

Einig waren sich die vier Diskussionsteilnehmer, dass jeder etwas für den Erhalt der Artenvielfalt tun kann und muss. „Es geht nur gemeinsam“, sagte Michael Lamers. Ute Sickelmann rief das junge Publikum dazu auf: „Ihr Kinder könnt eure Eltern dazu animieren, einfach ein paar Pflanzen mehr für die Insekten stehen zu lassen.“ Christoph Gerwers schlug vor, Schulgärten anzulegen, zu pflegen und sie an die nächste Schülergeneration zu übergeben. „Vielleicht könnten Schulen auch Patenschaften für städtische Flächen übernehmen und dort Wildblumen pflanzen“, sagte der Reeser Bürgermeister. Er betonte abschließend: „Auch die Jüngeren haben manchmal ganz gute Ideen, denen man mal zuhören sollte.“


Kinder setzen sich für Erhalt der Artenvielfalt ein

Unter dem Mikroskop entdecken die Kinder das bunte Leben unter Wasser. NN-Foto: MB

Rund 100 Jungen und Mädchen von Schulen und Kindergärten im Kreis Kleve haben am „Tag der Artenvielfalt“ teilgenommen. Auf dem Wahrsmannshof präsentierten die Kinder ihre verschiedenen Projekte rund um den Artenschutz, die sie in Schule und Kindergarten durchgeführt hatten und auch weiter durchführen. An Infoständen und bei Mitmach-Aktionen erfuhren sie nicht nur, was andernorts für den Erhalt der Artenvielfalt getan wird. Sie lernten auch, wie sie sich selbst einbringen können. So konnten sie nicht nur das bunte Leben im Wasser unterm Mikroskop betrachten, sondern bastelten beispielsweise auch Insekten- und Fledermaushotels.