GELDERN. Mit einer Neuaufstellung im Privatkundenbereich reagiert die Sparkasse Krefeld auf die aktuellen Herausforderungen und stellt die Weichen für die Sparkasse der Zukunft.

„Das Beste aus zwei Welten“ ist das Motto, mit dem die Sparkasse Krefeld die Kunden ab sofort noch mehr denn je abholen möchte. Das Beste aus zwei Welten bezeichnet die Kombination aus digitaler Beratung und Service und den Filialen vor Ort. Die Entscheidung, die der Verwaltungsrat der Sparkasse Krefeld am vergangenen Dienstag getroffen hat, sei ein Resultat des stark veränderte Kundenverhaltens: „Für uns steht der Kunde über alles und wir gehen dorthin, wo der Kunde ist und das ist momentan vor allem online“, erklärt Dr. Birgit Roos, Vorstandsvorsitzende. Auf 350 Online-Kontakte, die Kunden pro Jahr zur Sparkasse Krefeld haben, kommt lediglich ein Besuch in einer Geschäftsstelle.

Ganz genau haben sich Mitarbeiter der Sparkasse Krefeld das Kundenverhalten in allen derzeit 57 Filialen angeschaut: „Wie haben uns unter anderem angeschaut, wie häufig Kunden kommen und wie viele es sind“, erläutert Roos. Das Ergebnis war eindeutig; „In der Filiale in Veert haben wir zum Beispiel nur noch zwei Abschlüsse pro Woche pro Mitarbeiter“, so Roos. Aufgrund dieser Zahlen hat die Sparkasse Krefeld reagiert: „Wir können nicht solch einen Aufwand für eine Infrastruktur betreiben, die nicht mehr genutzt wird“, erklärt die Vorstandsvorsitzende. Zudem verschärft die dauerhafte Niedrigzinsphase die Situation noch zusätzlich.

19 Filialen werden geschlossen

Konkret werden deshalb insgesamt 19 Filialen der Sparkasse Krefeld zum Frühjahr 2020 geschlossen. In der Region Geldern betrifft das die Filialen in Issum, Kapellen, Nieukerk, Veert und Walbeck. Bestehen bleiben die FinazCenter Geldern, Sevelen und Alderkerk. Um sowohl die Kunden als auch die Mitarbeiter darauf vorzubereiten, werden ab Juli die Standorte nur noch halbtags (von 9 bis 12.30 Uhr) geöffnet sein. Die Filiale in Rheurdt wird zudem auch ab dem neuen Jahr nur noch vormittags geöffnet. Zusätzlich zu diesem Angebot besteht zudem die Möglichkeit, von 8 bis 20 Uhr telefonisch einen Kontakt mit einem Mitarbeiter der Sparkasse zu suchen: „Unsere mediale Filiale werden wir sogar ausbauen.

Ein zweiter Standort im Kreis Viersen ist geplant und die Mitarbeiter werden von 39 auf 65 aufgestockt“, so Roos. Die Mitarbeiter der schließenden Filialen können sich sowohl auf die Stellen der medialen Filiale als auch auf die Stellen in den verbleibenden Finanz-Centern bewerben. Außerdem wird ein Sparkassen-Bus das stationäre Filialnetz ergänzen: „Das Stichwort heißt Stärkung“, betont Patrick Tekock, Regionalmarktleiter der Sparkasse Krefeld und ergänzt, „in den kleineren Filialen haben wir häufig einen Personalengpass und können qualitativ nicht das bieten, was wir in den größeren Filialen bieten können.“ Das Credo der Sparkasse heißt daher, weniger Filialen mit höherer Qualität für den Kunden.

Soziales Engagement bleibt Bestehen

Wichtig ist es der Vorstandsvorsitzenden jedoch auch zu betonen, dass das soziale Engagement der Sparkasse Krefeld auch in Zukunft bestehen bleibt: „Da muss man sich dann auch fragen, ob man lieber eine Filiale offen halten sollen, obwohl sie nicht wirtschaftlich betrieben werden kann, und dafür ein lokaler Verein nicht unterstützen werden soll, oder umgekehrt.“