Heicks sucht das beste „Bütterken“ mit Geschichte

Der Klever Bäcker-Meister macht eine Fortbildung zum Brot-Sommelier

KLEVE. Welches Brot passt am besten zu einer bestimmten Käse- oder Wurst-Sorte? Welches Brot eignet sich am besten zum Wein oder Bier? Diese und mehr Fragen beantwortet ein Brot-Sommelier. Seit 2015 gibt es diese Fortbildung in Weinheim, an der seit Januar auch der Klever Bäcker- und Konditor-Meister Walter Heicks teilnimmt. Für seine wissenschaftliche Abschluss-Arbeit sucht er nun das beste Bütterken-Rezept mit der schönsten dazugehörigen Geschichte.

Ein Bütterken gehört für Walter Heicks (r.), Lebensgefährin Beate Reeke (2.v.r.), Sohn Christian (2.v.l.) und Heicks‘ Socialmedia-Managerin Marie Reeke (l.) zu einem guten Frühstück einfach dazu.
NN-Foto: SP

Noch bis November besucht Heicks die Fortbildung in Weinheim, die mit einer staatlich anerkannten Prüfung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar endet. Voraussetzung für die Teilnahme war eine bestandene Meister-Prüfung im Bäcker-Handwerk. Die Ausbildung zum Brot-Sommelier umfasst dann aber weniger Handwerkliches. „Wir beschäftigen uns mehr mit der Brot-Kultur, den verschiedenen Brot-Sorten, der Geschichte und mit der Brot-Sensorik“, erläutert Heicks. Dabei steht nicht nur die Beratung, etwa welcher Käse zu welchem Brot passt, sondern auch die Entwicklung neuer Lebensmittel-Kombinationen im Fokus, die auf dem ersten Blick nicht zusammenpassen – beispielsweise Schokolade und Chili.

Elf Monate Ausbildung zum Brot-Sommelier

Der Weg zum Brot-Sommelier ist für Heicks allerdings lang. Von Januar bis November besucht er monatlich drei Tage lang die Bundesakademie des deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim, wo Theorie und Praxis vermittelt werden. Zuhause bereitet sich Heicks neben seinem Beruf auf die Prüfungen vor. Teil dessen ist auch die Abschlussarbeit, die Heicks in den kommenden Monaten anfertigen wird. „Das Thema durfte ich mir selbst aussuchen. Es musste allerdings eins sein, was noch nie jemand zuvor behandelt hat“, erklärt Heicks. Damit komme diese Arbeit einer Doktor-Arbeit an der Universität gleich. Den ganzen Aufwand nimmt Heicks gerne auf sich. „Den Brot-Sommelier mache ich aus Liebe und Leidenschaft zum deutschen und regionalen Brot“, sagt der 65-Jährige.

Kniffte, Stulle und Bütterken

Nach mehreren Ideen, die Heicks aus verschiedenen Gründen verwerfen musste, entschied er sich dafür, das beste „Niederrheinische Bütterken“ zu suchen. „Das Brot hat in Deutschland eine große Geschichte. Überall wird es auch anders genannt. Im Ruhrgebiet heißt es Kniffte, in Norddeutschland Stulle oder bei uns eben Bütterken“, sagt Heicks. Neben den Rezepten sind dem 65-Jährigen vor allem die Geschichten hinter dem Brot wichtig. „Viele verbinden etwas ganz Bestimmtes damit – und das möchte ich wissen“, sagt der Bäcker-Meister.

Zwei Herzen als „Bütterken“

Über seine Socialmedia-Plattformen hat Heicks bereits erste Geschichten gesammelt. Marie Reeke, Socialmedia-Managerin bei Heicks, konnte selbst eine dazu beitragen: „Meine Mutter hat mir in der Schulzeit jeden Morgen ein Bütterken mit Käse, Margarine und Gurken fertiggemacht. Das Besondere war, dass sie mir immer ein Herz reingeschnitten hat. In der Schule habe ich dann unter neidischen Blicken in der ersten Pause das äußere Herz und in der zweiten Pause das innere Herz gegessen.“ Noch heute denke sie gerne an ihr Bütterken während ihrer Schulzeit zurück.

Teilnahme bis zum 8. Juni möglich

Wer auch ein Rezept weitergeben und eine Geschichte erzählen möchte, kann beides bis zum 8. Juni in den Heicks-Filialen abgeben. Eine Teilnahme ist auch per E-Mail an info@heicks-teutenberg.de senden oder per Post an Sonnenweg 72 in 47533 Kleve möglich. Die besten zehn Bütterken-Rezepte mit den schönsten Geschichten werden ausgewählt. Anfang Juli wird es dann ein Bütterken-Duell geben. Die Teilnehmer können zudem attraktive Preise wie einen Reisegutschein über 700 Euro oder Waren- beziehungsweise Frühstücksgutscheine von Heicks & Teutenberg gewinnen. Walter Heicks plant zudem ein Buch zusammenzustellen.