NIEDERRHEIN. José Carreras und Frank Elstner sorgten für emotionale Momente bei der „Goldenen Sonne“ im Wunderland Kalkar. Der Reisesender sonnenklar.TV hatte zur Verleihung seines Tourismus- und Medienpreises geladen und übertrug die Gala live in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 1.500 Zuschauer erlebten den prominent besetzten Festakt und durften auf Tuchfühlung mit Stars und Sternchen gehen.

Der spanische Tenor José Carreras erhielt die „Goldene Sonne“ für sein soziales Engagement. 1987 an Leukämie erkrankt, konnte er geheilt werden, weil ein Knochenmarkspender gefunden wurde. „Wer dem Tod ins Auge geblickt hat, weiß das Leben umso mehr zu schätzen“, sagte „Scorpions“-Sänger Klaus Meine in seiner Laudatio. José Carreras kämpfe mit der nach ihm benannten Leukämie-Stiftung für das Ziel, 100 Prozent der an Blutkrebs erkrankten Menschen heilen zu können. Mit Spenden von mehr als 200 Millionen Euro konnten 1.200 medizinische und soziale Projekte gefördert werden. In seiner Dankesrede rief José Carreras dazu auf, das Geschenk des Lebens zu achten.

Preis für „Elstners Reisen“

„Wetten, dass..?“-Erfinder Frank Elstner nahm die „Goldene Sonne“ für die Sendereihe „Elstners Reisen“ entgegen und holte die Trophäe mit Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt und Produzent Christian Ehrlich ab. Es war Elstners erster öffentlicher Auftritt nach der Bekanntgabe seiner Parkinson-Erkrankung. Laudatorin Carolin Reiber würdigte Frank Elstner als „edlen Menschen“, der sich vehement für den Tierschutz einsetzt. „Das Artensterben ist ein schreckliches Zeichen unserer Zeit“, betonte Frank Elstner in seiner Dankesrede. Umso mehr schätze er es, nach Jahrzehnten der Showtreppe und der Witze, nun „mit klugen Menschen zu einem klugen Thema“ um die Welt zu reisen.

Goldene Sonne fürs Lebenswerk

Die „Goldene Sonne“ für sein Lebenswerk erhielt Prof. Peter Weck. Der Intendant, Regisseur und Schauspieler („Ich heirate eine Familie“) wurde, wie zuvor José Carreras und Frank Elstner, mit stehenden Ovationen gewürdigt. „Die Menschen, denen ich danken müsste, sind, meinem Alter entsprechend, schon tot“, sagte der 88-Jährige augenzwinkernd, „und wenn ich irgendwann meine letzte lange Reise antrete, werde ich mich wahrscheinlich an den Reisesender wenden, für den ich heute hier stehe.“

Das Volksmusikpaar Marianne und Michael hielt die Laudatio auf Vater und Mutter Beimer aus der „Lindenstraße“ alias Joachim Luger und Marie Luise Marjan. Wie sehr Rolle und Realität seit 1985 zusammengewachsen sind, ließ sich daran ablesen, dass Laudator Michael Hartl „Marie Luise Beimer“ auf die Bühne rief.

Karlchen hält Laudatio

Heiter bis derb wurde es, als die RTL-Klappmaulpuppe Karlchen, das langnasige Alter Ego von Björn-Hergen Schimpf, die „Goldene Sonne“ an Oliver Kalkofe überreichte. Seit 25 Jahren halte die „kabarettistische Abrissbirne“ allen Fernsehmachern mit der Sendung „Kalkofes Mattscheibe“ einen Zerrspiegel vors Gesicht. Kalkofe betonte, dass er das Fernsehen liebe und es ihn deshalb schmerze, dass die früheren Sehnsuchtsorte, die das Fernsehen durch Serien wie „Bonanza“ oder „Magnum“ zu bieten hatte, nun der Häme und dem Zynismus von Scripted-Reality-Formaten gewichen seien. Er empfand es als Ehre, seinen „Newcomerpreis“ in Kalkar („der Stadt, die nach mir benannt wurde“) zu erhalten.

Künstler der deutschen Einheit

Wolfgang Stumph, Wolfgang Lippert und Gunther Emmerlich wurden als „Künstler der Deutschen Einheit“ ausgezeichnet. Ihr Laudator war Dr. Rudolph Seiters, Kanzleramtsminister in den Jahren der Wiedervereinigung. Vorjahrespreisträger Wolfgang Bosbach hielt die Laudatio auf Helmut Markwort, der für sein journalistisches Lebenswerk geehrt wurde. Der „Focus“-Gründer sei ein „Urtyp, ein Charakterkopf“, der die Welt der Nachrichtenmagazine mit dem Werbespruch „Fakten, Fakten, Fakten“ aufgemischt habe. Markwort versicherte in seiner Dankesrede, dass sein aktuelles Amt als FDP-Abgeordneter im Bayerischen Landtag kein kurzlebiger Werbegag sei: „Ich bin für fünf Jahre gewählt und werde fünf Jahre bleiben. Mit 87 entscheide ich dann, ob ich noch einmal kandidiere. Aber mit 92 werde ich halbtags arbeiten.“

Der zweifache Grand-Prix-Gewinner Johnny Logan („Hold Me Now“) sang im Showblock ein Medley. NN-Foto: Theo Leie

Die kürzeste Dankesrede hielt Bernhard Paul. Der Direktor des Circus Roncalli beließ es bei einem schlichten „Danke“. Zuvor hatte Laudator Henning Krautmacher („De Höhner“) die Pionierleistungen des „Querdenkers und Revoluzzers“ Bernhard Paul gewürdigt, der in seinem Zirkus seit 40 Jahren die Tradition mit Innovation zu verbinden wisse.

It’s Raining Men

Zwischen 14 Auszeichnungen, die sowohl an Ehrenpreisträger als auch an die Tourismusbranche gingen, sorgten Showacts für Stimmung, allen voran die Weather Girls, Roberto Blanco und Johnny Logan. Während sich Hansi Hinterseer und Stefan Mross eher an ein älteres Semester wandten, konnten die Imitatoren von „Stars in Concert“ das jüngere Publikum begeistern: So standen, täuschend echt, Robbie Williams, Madonna oder Michael Jackson auf der Bühne. Der Produzent hinter dieser Show, Bernhard Kurz, erhielt eine weitere „Goldene Sonne“, auch für seine Verdienste um die deutschen Versionen der Musical-Erfolge „Cats“, „Starlight Express“ und „Phantom der Oper“.

Tombola für Leukämie-Stiftung

Mit einer Tombola für die José-Carreras-Leukämie-Stiftung und einer langen After-Show-Party endete die „Goldene Sonne“-Gala, die zum dritten Mal in Folge im Wunderland Kalkar stattfand und für eine Vollbelegung des angeschlossenen 435-Betten-Hotels sorgte. Auch Hotels in Kleve, Kevelaer, Xanten und Emmerich waren gut ausgelastet. Die meisten Prominenten wohnten im Rilano Hotel in Kleve und wurden mit 20 Shuttle-Limousinen zum Wunderland gebracht. Der Flughafen Weeze empfing am Samstagmittag eine Hahn-Air-Sondermaschine aus Barcelona mit José Carreras an Bord.

Verdientes Gewinner-Trio: Marie Luise Marjan, Prof. Peter Weck und Frank Elstner. Foto: Andreas Lambeck

Während sich Agenturfotografen und Kamerateams freuten, dass viele Promis mit neuem oder bekanntem privaten Anhang über den Roten Teppich schritten, wussten Autogrammsammler die lockere Atmosphäre der Preisverleihung für Selfies mit echten TV-Legenden und schrillen „Dschungel-Promis“ zu nutzen. Angesichts des großen Niederschlags in den bundesweiten Medien hoffen nun das Wunderland Kalkar und die Niederrhein Tourismus GmbH, dass die „Goldene Sonne“ und ihr künstlerischer Leiter Holm Dressler im Jahr 2020 wieder an den Niederrhein kommen. „Wir haben die Region liebengelernt“, sagt sonnenklar.TV-Geschäftsführer Andreas Lambeck und lobt den Austragungsort: „Nur wenige Locations bieten uns die Möglichkeiten, um eine Fernsehgala dieser Größenordnung zu produzieren.“

NN-Fotos: Andrea Kempkens, Theo Leie, Verena Schade und Michael Scholten