Wegebahn soll APX-Besuch erleichtern

Der Landschaftsverband Rheinland finanziert die Anschaffung und den Betrieb eines Elektromobils für den Archäologischen Park

XANTEN. Der Kulturausschuss des Landesverbandes Rheinland (LVR) hat bei seiner jüngsten Versammlung im Römermuseum einstimmig den empfehlenden Beschluss gefasst, eine Wegebahn für den LVR-Archäologischen Park Xanten (APX) anzuschaffen. Die elektrisch betriebene Bahn soll spätestens ab 2020 auf einem drei Kilometer langen Rundweg acht Haltestellen im APX anfahren und somit auch Menschen mit Gehbehinderungen sowie Familien mit kleinen Kindern den Besuch aller Attraktionen des weitläufigen Parks ermöglichen.

Diese Wegebahn des niederländischen Herstellers Soios fährt in Maastricht. Ein vergleichbares Modell soll spätetens ab März 2020 acht Haltestellen im Archäologischen Parks Xanten ansteuern. Foto: Soios

Für die zweijährige Testphase soll eine gebrauchte Wegebahn zum Preis von circa 230.000 Euro gekauft werden. Weitere 100.000 Euro fließen in die Infrastruktur, darunter Wartebänke und Schilder, aber auch eine Audioanlage mit APX-spezifischen Texten in mehreren Sprachen und frontale Bildschirme, die erläuternde Filme und Übersetzungen in Gebärdensprache zeigen. Das Fahrzeug soll künftig in der Hauptsaison (März bis Oktober) fünf mal täglich im Einsatz sein und bis zu 60 Personen sowie Rollstühle und Kinderwagen befördern. Die Wegebahn ist mit großen Fenstern ausgestattet, auf dem Dach sind Solarmodule befestigt, die einen Teil der benötigten Energie liefern. „In Deutschland sind bisher nur zwei Solarbahnen in Betrieb, für Nordrhein-Westfalen wäre eine derartige Bahn einzigartig und ein herausgehobenes Alleinstellungsmerkmal“, steht in den Unterlagen des LVR, der die Maßnahme als Pilotprojekt ansieht: Wenn sich die Bahn im APX bewährt, könnte sie für weitere Freilichtmuseen im Rheinland angeschafft werden. Schließlich hat sich der LVR die Barrierefreiheit in all seinen Liegenschaften zum Ziel gesetzt.
„Als ortsansässiges Mitglied des Kulturausschusses ist mir das Problem bekannt, dass Menschen mit Gehbehinderungen die weiten Wege im APX nicht mehr bewältigen und damit den Park nur eingeschränkt oder überhaupt nicht besuchen können“, sagt der Xantener Dietmar Kisters, Mitglied der CDU-Fraktion der Landschaftsversammlung im LVR. Im Anschluss an die Sitzung zeigte er sich dankbar, dass dem CDU- und SPD-Antrag auf eine Wegebahn entsprochen wurde.
Nach derzeitiger Planung soll der Fahrpreis zwei Euro pro Person betragen und nach der ersten Saison gegebenfalls angepasst werden. Menschen mit Behinderung fahren kostenlos. Ein externer Anbieter soll den Fahrbetrieb, die Wartung und die technischen Sicherheitskontrollen der Wegebahn übernehmen. Dafür plant der LVR, neben den einmaligen Anschaffungs- und Infrastrukturkosten von 330.000 Euro, zusätzlich 156.700 Euro pro Haushaltsjahr ein.
Weiterhin positiv entwickeln sich die Besucherzahlen im APX. 2018 zählte der Park 587.927 Besucher, das waren 2,74 Prozent mehr als im Vorjahr (572.241). Den eintrittsfreien ersten Montag des Monats nutzten im vergangenen Jahr 23.144 Besucher. „Wir gehören zu den Top Ten der bestbesuchten Museen Deutschlands und sind das besucherstärkste archäologische Freilichtmuseum Europas“, berichtete Dr. Martin Müller, Leiter des APX, dem LVR. Dieser sprach sich in Xanten auch für zukünftige Projekte des APX aus.