Mobilitätsplan prüft Routen für Radschnellwege

Die sechs Euregio-Großstädte haben einen Mobilitätsplan erarbeiten lassen

NIEDERRHEIN. Vor allem bei schönem Wetter steigen nicht nur viele Niederländer auf die „Fiets“. Auch in Deutschland wird das Fahrrad immer beliebter. Die sechs Euregio-Großstädte Düsseldorf, Duisburg, Moers, Arnheim und Nimwegen forcieren deshalb ein Konzept für „Radschnellwege“, das auch in Emmerich und Kleve umgesetzt werden soll.

Euregionaler Mobilitätsplan
Präsentieren den Euregionalen Mobilitätsplan: Andreas Kochs (stellvertretender Geschäftsführer der Euregio), Hubert Bruls (Bürgermeister von Nimwegen) und Christoph Fleischhauer (Bürgermeister von Moers). NN-Foto: SP

Momentan ist es aber (noch) nicht mehr als eine Vision, die allerdings schon einen Charakter erhalten hat. Die Bürgermeister aus Nimwegen und Moers, Hubert Bruls und Christoph Fleischhauer, präsentierten in der Euregio in Kleve den Euregionalen Mobilitätsplan, der von der PTV Transport Consult und der Roelofsgroep erarbeitet wurde. Darin untersuchten die beiden Unternehmen für Verkehrskonzepte, welche Möglichkeiten es im Euregio-Gebiet gibt, Radschnellverbindungen auszubauen.

Drei Routen wurden dabei skizziert, wovon zwei auch durch den Kreis Kleve führen. Eine Fahrrad-Route soll die Städte Kleve und Emmerich miteinander verbinden, eine weitere Emmerich mit den niederländischen Gemeinden Doetinchem und Zevenaar. Eine dritte Route soll eine entspannte Fahrt mit dem Fahrrad zwischen den Weseler Städten Moers und Kamp-Lintfort ermöglichen.

„Nur eine Analyse, noch keine konkrete Planung“

„Es ist bislang aber nur eine Analyse und noch lange keine konkrete Planung“, betont Fleischhauer. Denn das Projekt muss bis zur Realisierung noch einige Hürden überwinden. Wie Projektbetreuer Peter Lange bei der Vorstellung des Euregionalen Mobilitätsplanes beschrieb, ist es nämlich nicht so einfach das grenzüberschreitende Projekt in beiden Ländern umzusetzen. „In den Niederlanden gibt es andere genehmigungsrechtliche Voraussetzungen als in Deutschland“, begründet Lange. Die Konzepte könnten daher nicht einfach von einem Land ins andere Land übertragen werden. Eine genaue grenzüberschreitende Abstimmung müsse erfolgen.

Eine weitere Problematik ist der Naturschutz. Der Schnellradweg zwischen Kleve und Emmerich könnte etwa nur über Kellen und der Rheinbrücke entlang der bestehenden Emmericher Straße ausgebaut werden. Andernfalls müsste ein Radweg komplett neu angelegt werden. Ein Teil dessen müsste vielleicht sogar durch Naturschutzgebiete führen.

Entlastung für motorisierten Verkehr

Die Frage nach der Finanzierung ist zwar auch noch offen, könnte hingegen aber schnell beantwortet werden: Mit hoher Wahrscheinlichkeit steuert die Euregio Geld dazu. Die niederländischen Provinzen sowie das Land Nordrhein-Westfalen sollen ihren Teil ebenso dazu beitragen, außerdem die Städte und Kommunen, die von dem Projekt profitieren würden. Schließlich sollen die Radschnellwege für eine Entlastung für den motorisierten Verkehr sorgen. Moers‘ Bürgermeister Christoph Fleischhauer spricht da aus eigener Erfahrung.

1000 Radfahrer im ländlichen Raum mehr

„Alle städtischen Termine absolviere ich mit dem Fahrrad“, sagt Fleischhauer. Innerstädtisch biete das Gefährt mit den zwei Rädern einfach enorme Vorteile mit sich. Deshalb habe das Fahrrad auch eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Durch Radschnellwege, auf denen Fahrräder ungestört vom motorisierten Verkehr und Fußgängern fahren könnten, hoffen alle Beteiligten, dass sich die Zahl der Radfahrer noch weiter erhöhe. Der Euregionale Mobilitätsplan nimmt an, dass es im ländlichen Raum 1000 Radler und im städtischen Gebiet westlich des Ruhrgebiets sogar 2000 Radfahrer mehr geben könnte.