ARNHEIM. In die Wüste, in den Dschungel oder lieber ab ins Meer? Im Königlichen Burgers‘Zoo bei Arnheim, gleich hinter der deutsch-niederländischen Grenze, hat man die Qual der Wahl. In welche Welt möchte man eintauchen? Klare Empfehlung: In diesen Tagen sollte man zuerst die Mangroven ansteuern. Hier gibt es nicht nur unzählige exotische Schmetterlinge, die über den Köpfen der Besucher schwirren und sich im satten Grün tummeln, sondern auch ein Seekuh-Baby. Eine Seltenheit – und aktuell die Attraktion in dem 45 Hektar großen Tierpark.

Seekuh-Baby
Der Seekuh-Nachwuchs ist momentan die Attraktion. NN-Foto: vs

Wochenlang haben die Tierpfleger und Biologen auf diesen Moment hingefiebert, dann war es endlich soweit: Das Seekuh-Weibchen hat ein Junges zur Welt gebracht. Da das fünfjährige – und damit relativ junge – Weibchen zum ersten Mal Mutter geworden ist, bleibt die nächste Zeit jedoch spannend. Karibik-Manatis bekommen vergleichsweise selten Junge – sowohl in der freien Natur, als auch in den europäischen Tierparks, wo gerade einmal 35 Seekühe dieser Art leben.

Seekuh-Nachwuchs ist selten

Im Arnheimer Zoo wurden zuletzt 1993 und 1995 Karibik-Manatis geboren. Die mehrere hundert Kilo wiegenden Karibik-Manatis sind zwischen zwölf und 14 Monate lang trächtig. Ultraschall-Untersuchungen sind bei dem unter Wasser lebenden Säugetier zudem schwierig und das Weibchen sollte keinem unnötigen Stress ausgesetzt werden. Wahrscheinlich ist das Jungtier männlich. Es sieht kerngesund aus, doch da es sich um den ersten Nachwuchs des Weibchens handelt, werden Mutter und Kind in der kommenden Zeit aufmerksam beobachtet. Die Zoo-Besucher sind nicht weniger begeistert als die Tierpfleger. Deshalb kann es rund um das großzügige Wasserbecken schon mal eng werden.

In die afrikanische Steppe

Nashorn Zebra
In der afrikanischen Steppe leben Giraffen, Zebras und Nashörner. NN-Foto: vs

Und schließlich gilt es auch außerhalb der Mangroven noch einiges zu sehen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Safari? Ein Rundgang führt entlang der afrikanischen Steppe, wo Nashörner, Giraffen, Zebras und Co. friedlich nebeneinander grasen. Majestätische Tiger und große Affen-Familien findet man in „Rimba“. Hier leben auch Schlangen, Warane und asiatische Wildrinder. Wüstenbewohner wie die giftigen Gila-Krustenechsen oder Rote Diamant-Klapperschlangen findet man im „Desert“, bunte Vögel, Flughunde, Capybaras und Erdferkel im „Bush“. Auch mehrere Reptilienarten bewegen sich hier frei. Um sie zu entdecken, muss man sich ein wenig anstrengen und sie suchen – oder einfach Glück haben.

Ins Meer abtauchen

In Burgers‘ „Ocean“ befindet sich das größte lebende Korallenriff in Aquarien außerhalb Australiens. Das Ökosystem eines Korallenriffs wird genau nachempfunden. Und das ist gar nicht so einfach, denn Korallen und Anemonen sind in Bezug auf Wasserqualität, Strömungsintensität und Lichteinfall ausgesprochen anspruchsvoll. Der Rundgang beginnt in einer tropischen Lagune, wo das Wasser noch sehr flach ist. Die Besucher tauchen immer tiefer ein in die Meereswelt – bis sie schließlich vor einem riesigen Becken mit Haien stehen und in einem von Wasser umschlossenen Tunnel sogar Rochen über sie hinweggleiten.

Mobil im Zoo

Für einen Besuch im Burgers‘Zoo sollte man Zeit einplanen, denn der Park ist weitläufig und es gibt viel zu entdecken. Mehrere Spielplätze (auch Indoor) laden zum Toben und Verweilen ein. Es gibt verschiedene Restaurants und Snack-Buden, man kann aber auch sein eigenes Picknick mitbringen und es sich gemütlich machen. An der Kasse im Burgers‘Zoo werden Bollerwagen vermietet, für fünf Euro kann man auch ein Elektromobil ausleihen. Das Gelände ist recht hügelig – für Kinderwagen kein Problem, Rollstuhlfahrer sollten die elektrische Variante mitbringen (oder ein entsprechendes Mobil leihen). An der Kasse gibt es Karten mit empfohlenen Rundgängen und auch Material für Schnitzeljagden für Kinder. Mehr Infos gibt es unter www.burgerszoo.de.