Offene Gärten im Kleverland: Die Saison startet

Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz ist mit Naturgarten erstmalig dabei

KREIS KLEVE. Wie unterschiedlich Gärten sein können, zeigt sich in diesem Jahr bei den offenen Gärten im Kleverland ganz besonders. Denn während ab kommenden Sonntag (24. März) einige Gärten mit akkurater, bunter Bepflanzung wie aus dem Bilderbuch beeindrucken, ist das Stück Land von Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz und ihrem Mann Detlev in Hönnepel sehr naturnah gestaltet. „Ich lasse auch Brennnesseln wachsen“, sagt Detlev Schulz aus Überzeugung.

„Der Garten als Lebensraum“ lautet das Motto der Aktion, bei der Britta Schulz (sitzend, r.) und Ehemann Detlev (2.v.r.) in diesem Jahr zeigen wollen, wie ein Garten als Lebensraum für Tiere und Insekten aussehen kann. NN-Foto: SP

Das Ehepaar Schulz lebt direkt am Rheindeich. Ihr 8.000 Quadratmeter großer Garten ist umgeben von Schafs- und Pferdewiesen. Zahlreiche Teiche, verschiedene Bambusarten und alter Baumbestand sind prägende Elemente, für die sich in erster Linie Detlev Schulz verantwortlich zeigt. „Der Gärtner ist mein Mann“, sagt Britta Schulz. Seitdem sie das Grundstück vor vielen Jahren gekauft haben, habe er sukzessive den Garten umgestaltet. „Früher standen hier 80 verschiedene Sorten an Nadelbäumen“, sagt Schulz. Heute hat er eine biologische Vielfalt, die Lebensraum für viele Tiere und Insekten bietet.

In dem Garten am Rheindeich brüten mittlerweile nicht nur Vögel, auch Kröten, eine Waldeule, verschiedene Schmetterlinge und Insekten bereichern das Areal in Niedermörmter. Da gerade das Insektensterben heutzutage ein großes Thema ist, wählte das Organisationsteam der offenen Gärten im Kleverland den Garten am Rheindeich des Ehepaars Schulz als neues Mitglied aus. „Allerdings mit der Bezeichnung naturnaher Garten“, sagt Timo Güdden von der Gemeinde Bedburg-Hau, welche die offenen Gärten gemeinsam mit der Wirtschaft, Tourismus & Marketing GmbH der Stadt Kleve betreut. „Für mich ist die Bezeichnung naturnaher Garten aber ein Kompliment“, findet Detlev Schulz. Denn ein naturnaher Garten biete Lebensraum und gehe damit aktiv gegen das Insektensterben vor. „Nicht nur die Landwirtschaft ist verantwortlich dafür. Wenn jeder seinen Garten etwas naturnäher gestalten würde, hätten wir das Problem nicht“, ist Schulz überzeugt. Güdden hofft derweil, dass die Aktion ein Bewusstsein für die Problematik schaffen kann.

20 Hobbygärtner und einige öffentliche Institutionen öffnen an insgesamt 47 Tagen ihre Gartentüre. Den Anfang macht am kommenden Sonntag der Garten „Haus Eyl“ in Huisberden. Laien können sich von den erfahrenen Gärtnern dann wieder regelmäßig Tipps holen. „Es ist immer schön sich mit den Leuten auszutauschen. Obwohl wir schon Pioniere der ersten Stunde vor 15 Jahren und seitdem ununterbrochen dabei sind, ist die Neugierde auf unseren Garten immer noch groß. Es ist jedes Mal voll bei uns“, sagt Silke Imig-Gerold, die gemeinsam mit ihrer Mutter Elisabeth den Mutter-Tochter-Garten in Bedburg-Hau hegt und pflegt.

Stolz ist Güdden auch in diesem Jahr wieder auf die Vielfalt der Gärten zwischen Schenkenschanz, Kranenburg, Emmerich-Vrasselt und Uedemerbruch. „Jeder Garten hat einen eigenen Schwerpunkt und zieht dadurch unterschiedliche Besucher an“, sagt er. Mehrere tausend Interessierte besuchen jedes Jahr die Gärten. Kein Wunder also, dass immer mehr Hobbygärtner anfragen, ob sie ihren Garten einmal selbst bei den offenen Gärten ausstellen dürfen. Doch die Veranstalter müssen dabei jedes Mal auch einige Absagen erteilen. „Wir legen bei der Auswahl keinen Wert auf Quantität, sondern auf Qualität. Wichtig ist uns, dass es etwas Besonderes zu sehen gibt“, begründet Güdden.

Alle Gärten sind in einem Flyer zusammengefasst, der in der Touristinfo Kleve, im Rathaus Bedburg-Hau und im Infocenter von Schloss Moyland ausliegt. Höhepunkte dieses Jahr bilden übrigens das Hortensienwochenende am 13. und 14. April im Park des Museums Schloss Moyland, die Öffnung der Inselgärten in Schenkenschanz am 7. Juli und der Tag der offenen Gartentür am Sonntag, 30. Juni. Weitere Informationen gibt es außerdem online unter www.gaerten-kleverland.de.