GELDERN. Erneut zum Treffpunkt vieler Akteure aus Politik und Gesellschaft wurde Gelderns Bürgerforum am Issumer Tor. Anlässlich seines Neujahrsempfangs rief Bürgermeister Sven Kaiser zahlreiche Highlights und Veränderungen in der Stadt in Erinnerung und eröffnete einen Ausblick auf Entwicklungen und Projekte, die Geldern in diesem Jahr angehen wird. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit zur Information und zum Austausch. Für die musikalische Unterhaltung des Neujahrsempfangs, der in Geldern erst zum zweiten Mal stattfand, sorgten Bernd Flaswinkel (Gitarre und Gesang) und André Jockweg (Saxophon).

„Es gibt deutlich mehr gute Nachrichten als schlechte“ betonte Sven Kaiser gleich zu Beginn seines informativen Vortags und begegnete damit einer – vor allem in den sozialen Netzwerken – herbeigeredeten schlechten Stimmung im Land. Wie zum Beleg für eine optimistische Herangehensweise an die nahe Zukunft verwies Gelderns Bürgermeister auf die gute Haushaltslage der Stadt, die offenbar auch weiterhin attraktiv für Neubürger und Unternehmen sei. So habe Geldern mit seiner aktuellen Einwohnerzahl von 35.086 einen neuen Bestwert erreicht. Zu den Themen des Vorjahres mit der größten Relevanz gehörten für Sven Kaiser der Kauf des ehemaligen Finanzamtes am Südwall, die Gründung der Gesamtschule Geldern und der Erhalt des Unimicron-Werks, der gleichbedeutend war mit der Sicherung von rund 300 Arbeitsplätzen.

Bei der Neugründung der Gesamtschule hätten es sich Politik, Verwaltung und zahlreiche Akteure nicht leicht gemacht. Sven Kaiser: „Die Wahl der Eltern durch ihre Schulanmeldungen fiel am Ende wesentlich eindeutiger aus, als viele es erwartet hatten.“ Damit spielte Kaiser darauf an, dass sich so viele Eltern dazu entschlossen hätten, ihre Kinder für die Gesamtschule anzumelden, dass letztlich sechs Klassen an der Königsberger Straße an den Start gingen.

Dass eine gute Haushaltslage Raum zum Gestalten gibt, zeige sich an der Bereitschaft des Gelderner Rates zur familienfreundlichen Investition in die Schulpolitik, die in Geldern auch künftig einen hohen Stellenwert genieße. Dazu erläuterte der Bürgermeister sowohl das Projekt „Sanierung Gelderner Schulen“ als auch die Gründe, nicht zuletzt hierfür eine eigene Baugesellschaft ins Leben zu rufen. „Mit der Gelderner Baugesellschaft werden wir flexibler sein als bislang, was enorm wichtig ist für die Bewältigung dieser Mammutaufgabe“, erläuterte Sven Kaiser. Mit der Sanierung beziehungsweise dem Neubau des letzten Teils der Königsberger Straße kam Sven Kaiser auf ein weiteres Großprojekt zu sprechen, das am 18. Februar beginnen soll und bei dem zwischen der Einmündung Clemensstraße und der Haagschen Allee eine neue Fahrbahn neben die bisherige Fahrbahn gebaut werden soll. Verstärkt werde der Lärmschutz der Anlieger durch einen rund 4 Meter hohen und 230 Meter langen Erdwall und einer sich anschließenden Lärmschutzwand. Ein Kreisverkehr soll künftig den Knoten zwischen Königsberger-, Breslauer- und Clemensstraße verbinden. Der Bau eines neuen Bettenhauses durch das St. Clemens-Hospital und eines neuen Parkplatzes am Krankenhaus durch die Stadtwerke verdeutliche die Absicht vieler Akteure, in Geldern zu investieren. „Auch beim Neubau des Kapuzinertors ist der Investor voll im Zeitplan, wie mir versichert wurde, erklärte Sven Kaiser. Für die Stadt Geldern sei der Bau des Einkaufszentrums zwischen Ostwall und Kapuziner Straße, das noch in diesem Jahr eröffnet werden soll, Anlass zur Neugestaltung des Kapuziner-Platzes, also dem Übergang vom Kapuzinertor zur Heilig-Geist-Gasse und zur Glockengasse.

Auf die Anschaffung hochwertiger Stelen für die Innenstadt kam Sven Kaiser ebenfalls zu sprechen. Die Stelen sollen an verschiedenen Punkten in der Stadt leicht zugängliche Geschichts-Infos für interessierte Menschen liefern, so Sven Kaiser. „Verändern werden sich die Stadteinfahrt über das Geldertor durch den Bau eines weiteren Hotels und eines Hausärztezentrums für Geldern im Areal am ‚Alten Finanzamt‘. Das gilt auch für die Stadteinfahrt von Osten her über die B 58. Hier entstehen an der Ecke Weseler- und Stauffenbergstraße hochwertige Wohnungen mit integrierten Büroflächen und einer Bäckerei am ehemaligen Standort der Polizei. Dort erwarten wir in diesem Jahr den Baubeginn“, so Sven Kaiser.

Als wichtige Entwicklungen für Geldern bezeichnete Kaiser den weiteren Ausbau der Kita-Plätze. Bereits abgeschlossenen Vergrößerungen der Kita „Arche Noah“ und des Kolpingkindergartens folge die Fertigstellung der Kita an der Wichardstraße. Auf ein außerordentlich gutes Zeugnis, das Professor Lutz Thieme und sein Team von der Hochschule Koblenz der „Sportstadt Geldern“ ausstellten, wies der Bürgermeister ebenfalls hin. Abschließend appellierte Sven Kaiser an seine Gäste, auf jeden Fall zur Europawahl zu gehen. „Dieses Europa hat uns schon mehr als 70 Jahre Frieden geschenkt und das ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen“ beschloss Sven Kaiser seine Ausführungen, nachdem er allen Ehrenamtlern herzlich für ihr Engagement in Geldern gedankt hatte.