NIEDERRHEIN. Über 20 Motorradfahrer brettern entlang der bekannten Route 66. Die Sonne steht tief und die Straße vor ihnen geht meilenweit geradeaus. Zeit, einmal richtig Gas zu geben.

„Mit einer Harley durch diese Gegend zu düsen war schon etwas ganz Besonderes“, erklärt Georg Hermsen, der an der diesjährigen Motorradtour entlang der Route 66 teilgenommen hat. Fast 14 Tage sind die 32 Teilnehmer entlang der berühmten Route gefahren. Start und Endpunkt war in Las Vegas. Sechs der Teilnehmer lassen ihre Erfahrungen der diesjährigen Tour im Gespräch mit den Niederrhein Nachrichten Revue passieren. Gestartet sind alle am Frankfurter Flughafen: „Jeder, der dort mit einem Motorradhelm herumlief, gehörte mit zu unserer Reisegruppe“, erklärt Lars Ritter lachend. Freilich hatten nicht alle ihre Helme dabei – manche mieteten sich auch einen vor Ort oder brauchten gar keinen, so wie Annelie Hunselar und Karin Labude. Die beiden Frauen sind nämlich nicht mit dem Motorrad mitgefahren, sondern mit einem Auto. Aber nicht mit irgendeinem, sondern stilecht mit einem weißen Mustang Cabrio: „Ich wollte die Reise gerne mitmachen, kann aber kein Motorrad fahren“, erklärt Hunselar, die auf der Reise zudem ihren 70. Geburtstag feierte: „Das war ein ganz besonderer Geburtstag“, so Hunselar rückblickend.

Zwischenstopps an echten Geheimtipps

Die komplette Tour wurde von drei deutschsprachigen Guides betreut: „Wir brauchten uns um nichts zu kümmern, das war schon praktisch“, erklärt Hermsen. Das Gepäck wurde automatisch von einem zum nächsten Ort gebracht, die Zwischenstopps von den Guides organisiert: „Dadurch haben wir an vielen Orten gehalten, die andere Touristen gar nicht kannten“, so Georg Labude. Egal ob eine süße kleine Eisdiele, die bei Temperaturen bis zu 38 Grad sehr gelegen kam, oder anderen Essensständen, die Guides brachten die Teilnehmer zu ausgefallenen Locations entlang der Route 66.

Immer geradeaus dem Horizont entgegen hieß es bei der diesjährigen Tour entlang der Route 66. Foto: privat

Besonders in Erinnerung hat Ritter die Einfahrt auf die Route 66: „Das war an einer alten Stadt, in der die Esel frei auf der Straße entlang liefen“, so der Motorradfahrer lachend. Es ging quer durch die Stadt und dann meilenweit geradeaus: „Zwischendurch hat man mal einen anderen Motorradfahrer gesehen, aber oftmals auch Ewigkeiten niemanden außer uns“, so Labude und fügt hinzu, „da leuchten bei Motorradfahrern die Augen auf.“

Natürlich gab es auch einige Neuheiten, an die sich die Teilnehmer aber schnell gewöhnt haben: „In den Hotels gibt es fast nie ein Frühstück“, erklärt Ritter. Deswegen sei man oft woanders hingefahren, um dort zu frühstücken. Auch die Länge mancher LKWs verwunderte die Motorradfahrer: „Die LKWs hatten dort mitunter zwei Anhänger noch hinter sich, wenn man dann nach links geschaut hat, hat man nur noch eine weiße Wand gesehen“, so Labude lachend. Besonders beeindruckend war für alle Las Vegas: „Einige der Leute, die man nachts um 1 Uhr an den Automaten verabschiedet hat, hat man morgens dort wieder getroffen“, berichtet Ritter lachend. Aber auch die National-Parks waren für die Teilnehmer eine echte Augenweide: „Die Natur war echt atemberaubend“, erklärt Karin Labude.

2.900 Kilometer ging es – größtenteils – nur geradeaus. Bis auf einen Gebirgszug, an dem es rechts und links steil bergab ging: „Das war aber auch eine schöne Herausforderung“, so Ritter. Insgesamt sei es ein besonderes Erlebnis gewesen, das Labude und Hermsen sofort wiederholen würden: „Wenn ich jetzt die Route 66 im Fernsehen sehe, denke ich immer: ‚Da war ich auch‘, das ist schon ein tolles Gefühl“, so Hermsen.

Informationsveranstaltung am 30. Januar um 19 Uhr

Die beiden liebäugeln bereits mit der neuen Route, die im nächsten Jahr vom 26. September bis 8. Oktober angeboten wird: „Einmal durch Kalifornien wäre schon toll“, so Hermsen. Die Informationsveranstaltung zur Tour „California Dreams“, die die Teilnehmer von Los Angeles über Bakersfield, Fresnio, Oakdale, San Francisco, Big Sur und wieder zurück nach Los Angeles führt, findet am Mittwoch, 30. Januar, um 19 Uhr in der Logistik- halle der Niederrhein Nachrichten statt. Anmeldungen sind ab sofort unter Telefon 0571/88286 oder unter der E-Mailadresse info@media-reisen.de.