Eine Rampe am Museum muss sein für Barrierefreiheit

VdK unterstützt Forderung des Siegfriedmuseums, Xanten und Alpen kooperieren

XANTEN. „Es reicht!“, äußert sich ein verärgerter Joachim Junge vom Förderverein des Siegfriedmuseums Xanten. Er kann nicht verstehen, warum die jahrelangen Planungen zum barrierefreien Zugang zum Museum nicht umgesetzt werden, sondern nun sogar auf 2023/2024 verschoben werden.

Nur über Treppen ist der Zugang zum Siegfriedmuseum Xanten möglich. Für eine baldige barrierefreie Lösung plädieren (v.l.): Museumsleiterin Anke Lyttwin, Anne Casprig, Mitglied VdK Xanten, Ute Scheffran, Ortsverbandsvorsitzende Alpen, Joachim Junge, Vorsitzender Förderverein Siegfriedmuseum und Volker Markus, Ortsverbandsvorsitzender Xanten und Sprecher des VdK für kommunale Sozialpolitik.
NN-Foto: Lorelies Christian

„Wir schließen somit einen großen Teil der Bevölkerung an kultureller Teilhabe aus. Damit meine ich nicht nur , dass vielen der Zugang zur Ausstellung quasi unmöglich gemacht wird, sondern darüber hinaus auch von Veranstaltungen, die Kooperationspartner in unseren Räumen durchführen“, erklärt Junge. Das Siefriedmuseum ist im Gebäude der Touristinformation Xanten untergebracht, (leider) in der ersten Etage und nur über Treppen erreichbar (auch vom Ziegelhof). 2012 hatte der damalige Leiter der TIX, Peter Friese, bereits einen Kostenvoranschlag vorgelegt für den Bau einer Rampe – 12.000 Euro sollte sie kosten.
2015 legte Junge einen Entwurf nach, Sägungen an zwei Betonwänden müssten erfolgen, damit eine Rampe von der Domimmunität aus zum Ziegelhof und damit zur Ausstellung und zum Kriemhildsaal gebaut werden könne. Das Geld war sogar schon mal im Xantener Haushalt eingestellt, doch auch dieser Plan wurde „auf Eis“ gelegt, immer wieder gab es andere Prioritäten, wie zum Beispiel eine Spur auf der Marsstraße, die von Rollstuhlfahrern besser zu befahren ist als das verlegte Pflaster.
Natürlich ist jede Verbesserung in Richtung Barrierefreiheit wünschenswert, wissen auch Museumsleiterin Anke Lyttwin und Joachim Junge, doch die Frage ist doch berechtigt: „Warum rückt die Planung fürs Museum in so weite Ferne?“
„Es sind doch überschaubare Kosten“, meint Anke Lyttwin und gibt offen zu, wie peinlich ihr ist, gehbehinderte Menschen abweisen zu müssen. Hin und wieder packen kräftige Helfer mit an und transportieren Rollstühle und Menschen die Treppen hinauf. „Das ist entwürdigend“, weiß Anke Lyttwin, die sich in solchen Situationen „fremd schämt“.
Der Politik und Verwaltung in Xanten ist die Situation bekannt, sie berufen sich auf den Inklusionsbeirat, der die Investition in der Prioritätenliste weit hinten aufführt. Volker Markus, Vorsitzender des VdK Ortsverbandes und Mitglied im Inklusionsrat, weist den Vorwurf zurück. Die Liste würde neu erarbeitet und könne nicht als Argumentationshilfe dienen.
Unterstützung für die Wichtigkeit der Baumaßnahme erhält das Museum von Anne Casprig. sie ist Stadtplanerin und gehört zum Beratungsteam des VdK Xanten. „Die demografische Entwicklung zeigt, dass die Bewohner unserer Städte und Gemeinden immer älter werden. Es ist wichtig, dass wir bei Bauleitverfahren beteiligt werden. Die spezifischen Planungen sind wichtig für die Zukunft. Das Museum ist eine zentrale Einrichtung. Der Zugang für alle Menschen fördert gemeinschaftliches Miteinander. Jetzt schließt man Menschen davon aus“, macht Casprig deutlich.
Diese Tatsache in einem Luftkurort ist schon schlimm genug, doch ebenfalls sind die Arbeitsbedingungen kaum zumutbar. „Für jede Sonderausstellung müssen wir Vitrinen und Ausstellungsstücke treppauf- treppab schleppen. Das ist sehr schwere Arbeit, die meist von Frau van der List (Leiterin der TIX) und mir bewältigt werden muss, Herr Junge hilft uns dabei“, berichtet Anke Lyttwin. Letztendlich zählen jedoch die Besucherzahlen und die sind natürlich nicht so üppig wie die Gästezahl, die die Innenstadt zum Bummeln nutzt. Daher befürchtet die Museumsleiterin, dass bei der Entscheidung über Investitionen für barrierefreien Umbau immer wieder andere Projekte bevorzugt werden.

Arbeit des VdK

Der Sozialverband VdK ist mit drei stimmberechtigten Mitgliedern im Inklusionsrat der Stadt Xanten vertreten und will sich einsetzten für einen barrierefreien Zugang zum Siegfriedmuseum. Seit dem Frühjar kooperiert der Ortsverband Xanten mit dem Ortsverband Alpen. Die Organisation von gemeinsamen Ausflügen, Reisen und Veranstaltungen ist so für beide Vorstände einfacher. Die Mitgliederzahlen steigen stetig. In Xanten gab es in diesem Jahr schon 60 Neuzugänge, es gehörten Anfang Oktober 557 Personen zum Ortsverband Xanten. Auch in Alpen wächst der Ortsverband, zu dem jetzt 316 Mitglieder gehören. „Der gute Austausch hilft bei der Vorstandsarbeit“, bescheinigt Ute Scheffran, die seit zwei Jahren den Vorsitz übernommen hat. „Die Aufgaben sind sehr vielfältig“, bestätigt auch sie und freut sich, dass die VdK-Mitglieder beider Ortschaften die Angebote so sehr gut annehmen.