HAU. In der St. Antonius Grundschule wird die Lesekönig-Jury – das sind Sigrun Hintzen von der gleichnamigen Buchhandlung, Manfred Köster von der Sparkasse Rhein-Maas und Verena Schade von den Niederrhein Nachrichten – mit einem fröhlichen Einklatschen willkommen geheißen. Das geht ja gut los. Und weil auch die sechs Lesekönig-Anwärter mit Freude bei der Sache sind, wird es tatsächlich ein schöner Vormittag.

Die Lesekönige (v.l.): Lena, Anna, Hannah, Hannes,Thalia und Daniel.

Anna, Thalia, Hannes, Lena, Hannah und Daniel – je drei Schüler aus der 3a und der 3b – nehmen in dem großen Korbsessel auf dem Podest Platz und lesen die von ihnen ausgewählten Textpassagen vor. Fünf Minuten Zeit gibt es pro Beitrag. Aber eigentlich könnte man noch viel länger zuhören. Mit lauter Stimme und viel Temperament legt Anna Koppers als erste Leserin die Messlatte ganz weit nach oben. Sie liest aus „Der Tag, an dem wir Papa umprogrammierten“ von Christian Tielmann. gerade geht es darum, vor der Mutter (die nach einer Geschäftsreise aus Brasilien zurückkehrt) geheim zu halten, dass der Vater einen Ersatz-Papa-Roboter gebastelt hat. Die drohende Begegnung gilt es unbedingt zu verhindern… Spannend wird es auch bei Lena Baus, die ebenfalls „Der Tag, an dem wir Papa umprogrammierten“ ausgewählt hat. Von ihr erfahren die aufmerksamen Zuhörer, dass der Vater häufiger „bastelt“ – und anschließend Dinge wie ein schicker Designer-Toaster aussehen wie eine selbst gebastelte Zeitbombe. Lena liest zügig und sicher – auch als irgendwo im Gebäude ein lauter Bohrer loslegt, lässt sich Lena nicht aus der Ruhe bringen.
Aus „Flätscher. Krawall im Kanal“ von Antje Szillat liest Thalia Haas. Das Stinktier Flätscher befindet sich gerade in einer brenzligen Situation – er und seine Freunde sitzen in Käfigen fest und befürchten, diese nur als Pelzkragen wieder verlassen zu können… „Penny Pepper. Auf Klassenfahrt“ von Ulrike Rylance hat sich Hannah Philips vorgenommen. Sie ist hochkonzentriert bei der Sache, liest mit deutlicher Betonung und in einem guten Tempo. In ihrem Textauszug werden Penny und ihre Freunde eingesperrt, nachdem sie einer geheimnisvollen Spur aus Kartoffelchips, Salzstangenkrümeln und Gummibären gefolgt sind und unterwegs in einer dreckigen Pfütze das ehemals weiße Cape von Frau Schlotter gefunden haben. Wie diese Geschichte wohl ausgeht….?
Mit Hannes Robertz und „Rocco Randale. Fußballspiel mit Matschparade“ von Alan MacDonald geht es weiter. Hannes legt sich beim Vorlesen mächtig ins Zeug – und singt sogar ein kleines Stück vor. In seinem Beitrag gelingt es dem unfreiwilligen Torwart Rocco nämlich – entgegen aller Befürchtungen – einen wichtigen Ball zu halten. Dafür wird er gebührend gefeiert und auf den Schultern seiner Mitschüler vom Platz getragen. Aus „Der Tag, an dem wir Papa umprogrammierten“ liest Daniel Lust. Von ihm erfährt das Publikum, warum „basteln“ nicht gleich „bsteln“ ist. Der Papa ist nämlich eigentlich beim Tüv. „Er hat da mal als ganz normaler Mensch angefangen, aber jetzt tickt er nicht mehr richtig.“ Und dann ist er auch schon vorbei, der Vorlesewettbewerb. Die Jury zieht sich kurz zurück, um die Punkte zusammenzuzählen. Wieder wird es ein knappes Ergebnis – alle haben ihre Sache richtig gut gemacht. Am Ende hat Hannah die Nase vorn. Auf Platz 2 und 3 folgen Anna und Thalia. Noch kurz raus auf den Schulhof zum Abschlussfoto und dann geht es zum Sport. Nach so viel Konzentration ist ein bisschen Bewegung genau das Richtige. Vielen Dank für die tollen Beiträge und bis zum nächsten Jahr!